zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache

Neues aus dem Rat - von Theodor Ickler

Die neuesten Kommentare


Zum vorherigen / nächsten Tagebucheintrag


Zu den Kommentaren zu diesem Tagebucheintrag | einen Kommentar dazu schreiben


20.11.2010
Sternchen
Womit sich Linguisten beschäftigen

Besonders seit Chomsky ist es üblich, daß Linguisten selbstgemachte Beispiele mit eigenen Grammatikalitätsurteilen versehen und beides zusammen als die sprachlichen "Daten" behandeln.

Aus der großen Zeit der Chomsky-Rezeption stammt ein Aufsatz aus der Feder eines Ostberliner Germanisten, in dem folgende Sätze als ungrammatisch gekennzeichnet sind:

*Es war gestern, daß wir ihn trafen.
*Es war England, wohin er fahren wollte.
*Wer zuerst aufgab, war Peter.


Der Verfasser sinnt dann darüber nach, warum sie ungrammatisch sind. Da sie jedoch vollkommen grammatisch und reich belegt sind, ist die ganze Darstellung gegenstandslos.
(Einleitend behauptet er auch, die vorgeführten Spalt- und Sperrsätze seien in der deutschen Grammatik kaum beachtet worden. In Wirklichkeit haben sie ihren Platz in allen klassischen Grammatiken, die der Verfasser allerdings nicht erwähnt und wohl auch nicht kennt. Man muß natürlich die altbekannten Phänomene als "Cleft-" und "Pseudocleft-Sentences" bezeichnen, weil angeblich die Amerikaner sie entdeckt haben.)

Eine andere Verfasserin behandelt die angeblich falschen, in Wirklichkeit richtigen Ausdrücke:

*sie, die ich gestern kennengelernt habe
*wir in der Auswahlkommission


Was soll man dazu sagen? Und dies ist nur ein winziger Teil aus der ungeheuren Masse selbstherrlich verliehener Sternchen (Asterisken).



Diesen Beitrag drucken.


Kommentare zu »Sternchen«
Kommentar schreiben | neueste Kommentare zuoberst anzeigen | nach oben

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 21.11.2010 um 15.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1369#17267

Ein Beispiel dazu aus der heutigen FASZ (S. 64):

Als idealer Begleiter eines guten Menüs gilt Wein. Was aber trinkt, wer keinen Alkohol möchte?
 
 

nach oben


Als Schutz gegen automatisch erzeugte Einträge ist die Kommentareingabe auf dieser Seite nicht möglich. Gehen Sie bitte statt dessen auf folgende Seite:
www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=newsC&id=1369#kommentareingabe
Kopieren Sie dazu bitte diese Angabe in das Adressenfeld Ihres Browsers. (Daß Sie diese Adresse von Hand kopieren müssen, ist ein wichtiger Teil des Spamschutzes.)
Statt dessen können Sie auch hier klicken und den bei „news“ fehlenden Buchstaben von Hand im Adressenfeld hinzufügen.


Zurück zur vorherigen Seite | zur Tagebuchübersicht

 

© 2004–2013: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Gustav Korlén, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Wieland Schmied, Christian Stetter.

Technische Betreuung / Webhosting: Schramm & Bauer GbR, Bayreuth / ALL-INKL.COM