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21.12.2004
97 Prozent der elsässischen Grundschüler lernen Deutsch
Rückgang in anderen Teilen Frankreichs

„Deutsch muß einfach sein“, heißt es im Grenzgebiet. Muß es auch einfach sein?


Quelle: Südwestpresse
Link: http://makeashorterlink.com/?B2522141A

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Kommentare zu »97 Prozent der elsässischen Grundschüler lernen Deutsch«
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Kommentar von Frankfurter Rundschau, verfaßt am 22.01.2005 um 16.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=172#187

»Mehr Franzosen sollen Deutsch lernen
Paris erhöht Druck auf staatliches Schulwesen, weil die Wirtschaft sprachkundigen Nachwuchs sucht

Frankreich will die Zahl Deutsch lernender Schüler in den nächsten zehn Jahren steigern. Deutsch gelte neben Englisch als unverzichtbar für eine erfolgreiche Karriere, lautet das Fazit eines Kolloquiums des Pariser Außenministeriums.
VON HANS-HELMUT KOHL

Paris · 21. Januar · Hartnäckige Vorurteile seien offenbar nur schwer auszuräumen, konstatierte Albert Hamm, Präsident der französisch-deutschen Universität. Er begegne immer wieder Schülern, die fragten, ob es außer Salzkartoffeln auch Pommes frites in Deutschland gebe: "Wenn ich ihnen dann sage, dass sie sogar die Wahl zwischen Ketchup und Mayonnaise dazu haben, sind sie schon eher bereit, nach Deutschland zu gehen", erzählte er auf dem Kolloquium, das auf Initiative der französischen Europaministerin Claudie Haigneré am Freitag in Paris stattfand.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die politisch und wirtschaftlich in der EU am engsten miteinander verbunden sind, stoßen beim Spracherwerb vor allem in Frankreich auf große Hindernisse. Nach wie vor gilt Deutsch als schwer zu erlernende Sprache, weshalb die Zahl der Deutschschüler seit geraumer Zeit rückläufig ist. Informationskampagnen des Goethe-Instituts und Druck auf das staatliche Schulwesen sollen diesen Trend umkehren, da wegen wachsender Verflechtung der Wirtschaft die Nachfrage nach sprachkundigen Nachwuchskräften steigt.

Mehr als 2700 deutsche Unternehmen in Frankreich und rund 1600 französische Firmen in Deutschland, aber auch zahlreiche internationale Institutionen suchen "multilinguale" Bewerber, die neben der englischen auch die deutsche oder französische Sprache beherrschen. Dabei handelt es sich durchaus nicht nur um akademische Laufbahnen. "Wer als Mittelständler in Frankreich nicht auf den deutschen Markt verzichten und damit Arbeitsplätze gefährden will, benötigt Mitarbeiter, die seine Produkte in Deutschland verkaufen können", sagte der Generalsekretär des deutsch-französischen Jugendwerks, Max Claudet.

Kürzlich hatte die Präsidentin des Goethe-Institutes, Jutta Limbach, auf mangelndes deutsches Selbstbewusstsein im Umgang mit der eigenen Sprache hingewiesen. Oft seien deutsche Teilnehmer bei internationalen Konferenzen - anders als Franzosen - bereit, Englisch zu sprechen, obwohl eine Simultanübersetzung angeboten werde, sagte die Ex-Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts auf einer Festveranstaltung vor demJahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am heutigen Samstag.

Deutschland und Frankreich hätten bei der "Abwehr der sprachlichen Monokultur", so Limbach, eine besondere Verantwortung. Zumal Englisch, das weltweit gesprochen werde, eher die boshafte Behauptung George Bernard Shaws belege, wonach "Englisch die leichteste Sprache ist, um sie schlecht zu beherrschen".«


( Frankfurter Rundschau, 22. Januar 05 )

 

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