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13.05.2006
Zwei Sänger

Sie kommen zu ganz unterschiedlichen Beurteilungen dessen, was die Rechtschreibreform für die deutsche Sprache bedeutet.
Wie kann man sich das erklären? Vielleicht weil sie ganz unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was Kultur ist und ganz unterschiedliche Ansprüche an sie – und insbesondere an ihren eigenen Beitrag zur Kultur - stellen?


Einer, dem vor nix graut

Der „vielleicht prominenteste Kopf des deutschen Rap-Flagschiffes“ (sic) – nämlich Smudo (Grautvornix), mit bürgerlichem Namen Michael B. Schmidt) hat über Sprache und insbesondere die Rechtschreibreform gründlich nachgedacht.

„Ich finde sie okay. Allerdings habe ich eine recht entspannte Haltung dazu, weil ich ja nicht mehr in der Schule bin und jetzt nicht wieder alles anders machen muss. Rein politisch finde ich die Aufregung völlig überzogen. Vor einigen Jahren, als die Sache an den Start gebracht wurde und alle mitreden durften, hat es niemanden interessiert. Erst jetzt, wo alle Entscheidungen gefallen sind, fängt man an, sich zu beschweren. Das ist eine peinliche politische Einstellung, finde ich. Wer sich wirklich dafür interessiert, hätte sie mitgestalten können. Und im Kern ist es ja eine Entschlackung der Sprache. Sprache ist lebendig und lässt sich nicht erklären. Man kann es nur versuchen. Auch die herkömmliche Rechtschreibung war ja ein Kompromiss. Irgendwann haben sich Leute an einen Tisch gesetzt und die Regeln aufgestellt. Ich finde, das Gerede über die Rechtschreibreform ist sehr viel spießiger als die Reform selbst. Da gibt es wichtigere Dinge, über die sich eine Diskussion lohnt.“

Meint also Smudo.


Thomas Quasthoff.
Quasthoff
allerdings graut es schon:

"Wenn ich sehe, wie etwa Unsummen für eine idiotische Rechtschreibreform statt für die Rettung von Musikschulen ausgegeben werden, wird mir ganz anders. Setzt Entscheider ein, die von Tuten und Blasen Ahnung haben!"



Link: http://www.

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