15.04.2005


Theodor Ickler

Staatsfern und ergebnisoffen

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat laut Protokoll beschlossen, ergebnisoffen zu beraten.
Die Kultusminister verstehen das selbstverständlich so, daß der Rat nur für ein bestimmtes Ergebnis offen ist. Sie haben ja auch erklärt, daß Änderungen nur "Präzisierungen" sind. Die Rücknahme von Regeln heißt "Modifikation" (Wanka). Sie haben auch erstmals festgestellt, was eigentlich das Wort "üblich" bedeutet, nämlich dasselbe wie "angeordnet" (Schleswig-Holstein).

Was die Staatsferne betrifft, so kann man den Rat gewähren lassen - entscheiden tun andere. Doch sollte man ihn nie ohne Aufsicht tagen lassen, bei der dritten Sitzung leistete Dr. Krimm diesen Dienst.

Daß Frau Hohlmeier abtritt, die sich schon 1997 rühmte, nur noch "Gämse" zu schreiben, ist gleichgültig. In der gesamten bayerischen Regierung dürfte es niemanden geben, der die Rechtschreibreform nicht für Unsinn hält. Durchgesetzt wird sie trotzdem.


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