26.01.2008


Theodor Ickler

Im Einzelnen Folgendes

Quasi-amtliche Fundsachen

... gilt im Einzelnen Folgendes:

So steht es in dem bekannten Drohbrief, den die GEZ an alle Menschen verschickt, von denen sie vermutet, sie hätten ein Rundfunkgerät anzumelden. Ich werde mich an diese Großschreibung nie gewöhnen, weiß ich doch zu gut, warum sie nach den Großschreibungsexzessen des 19. Jahrhunderts wieder abgeschafft worden ist. Es wird immer antiquiert aussehen, und da mache ich nicht mit; die Zeitungen rücken auch mehr und mehr davon ab.
Übrigens habe ich mich 30 Jahre lang törichterweise darüber gewundert, daß die GEZ zwar einen rüden Ton anschlägt und das Ganze mit amtlich-grünem Umschlag und Aktenzeichen (wie einen gerichtsanhängigen Vorgang) versieht, aber nicht einmal das Rückporto zu zahlen bereit ist wie doch jeder Zeitschriftenwerber. Aber das ist ja klar: als Behörde, wie sie ja auftritt, darf die GEZ natürlich das Porto gar nicht übernehmen! Trotzdem nennt sich die entsprechende Fahndungsabteilung "Teilnehmerbetreuung" ...
Da meine Tochter erst seit ihrer Immatrikulation und nicht seit Erreichen der Volljährigkeit solche Schreiben erhält, nehme ich an, daß die Universitätsverwaltung und nicht das Einwohnermeldeamt die persönlichen Daten weitergegeben hat. (Man muß der GEZ Auskunft geben, aber man muß kein Porto zahlen, nicht wahr? Wir haben jedenfalls noch nie geantwortet.)

Mal was anderes: Auf den Einbürgerungstest mancher Bundesländer kann man sich vorbereiten. Die hilfreichen Texte bei wikibooks sind großenteils in klassischer Rechtschreibung abgefaßt, die Musterantworten sind gemischt geschrieben. Hier eine der interessanten Seiten: Link.
Man soll ja auch den Begriff "Holocaust" erläutern. Die Schreibweise mit c deutet auf die Herkunft hin, die uns Älteren ja noch erinnerlich ist. Ich würde antworten: Durch die amerikanische Unterhaltungsindustrie um 1978 bekannt gewordene Umschreibung für den Völkermord der Nazis an den Juden. Vorher war "Holokaust" im Sinne von "Brandopfer" ein Fachbegriff der Religionswissenschaft. Minister Zehetmair setzte sich seinerzeit für die Schreibweise mit c statt k ein, vermutlich aus Treue zur Römischen Kirche (Kath. Männerverein Tuntenhausen). Vgl.: "Der Begriff Holocaust (...) ist unübersehbar einem bestimmten Verständnis der Ereignisse verpflichtet. (...) Besonders in israel.-jüd. Kreisen wird deshalb oft der neutralere neuhebr. Begriff 'haschoah' bevorzugt." (Wörterbuch des Christentums, hg. von Volker Drehsen u. a., München 1995. S. 492)
(Letzteres aus meinem Kritischen Kommentar übernommen.)


Den Beitrag und dazu vorhandene Kommentare finden Sie online unter
http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=959