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B Janas zu »„Ohne Rückenwind der Rechtschreibreform“«
Dieser Kommentar wurde am 09.03.2010 um 12.33 Uhr verfaßt.

Fehler wie "Frist wahrendes Schreiben", "... können wir nicht mehr gut machen" oder "es war bekannt geworden, das ..." findet der Korrektor in keinem Fall und bei keiner Einstellung. Und wie denn auch - da stehen korrekt geschriebene Wörter nebeneinander, der kontextuale Sinn bleibt jedem Algorithmus verschlossen.

Die Werbung, "selbstverständlich immer auf Basis der geltenden Rechtschreibregeln. ... So sind Sie immer auf der sicheren Seite." hat mit der Realität wenig zu tun, gerade wo es um die von der Reform erst induzierten Neufehler geht. Hat bei "Computer Bild" aber keiner gemerkt.


B Janas zu »„Ohne Rückenwind der Rechtschreibreform“«
Dieser Kommentar wurde am 08.03.2010 um 12.33 Uhr verfaßt.

Ganz praktisch, dieser Online-Duden: Man sieht sofort die falschen Schreibungen, die sind alle rot. An manchen Stellen in den erklärenden Zusätzen hat man die bewährten Schreibungen schon mal wieder eingesetzt, hier gleich zwei:

mons|t|rös (furchterregend scheußlich; ungeheuer aufwendig)


Christian Dörner zu »„Ohne Rückenwind der Rechtschreibreform“«
Dieser Kommentar wurde am 05.03.2010 um 10.44 Uhr verfaßt.

Mit dem Duden scheint es weiter bergab zu gehen, denn es werden (in Zusammenarbeit mit der Axel Springer AG, dem vielleicht einzigen bedeutenden Konzern, der die Duden-Orthographie nutzt) jetzt die letzten Register gezogen, um die erst wenige Monate alte Neuauflage des Rechtschreibdudens sowie dessen Schreibempfehlungen unters Volk zu bringen:

Der aktuellen Ausgabe der Computer Bild liegt sowohl die Vollversion des Duden Korrektors als auch damit der komplette Duden als Software auf DVD kostenlos (!) bei (während das aus dem gedruckten Duden und einer CD bestehende Medienpaket, welches bis zum 31. Dezember 2009 für 25 Euro beworben wurde, nur eine stark abgespeckte Variante des Korrektors beinhaltete).

Siehe u. a. hier:

http://www.duden.de/deutsche_sprache/news.php?mid=157

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Heft-Aktuelle-Ausgabe-902944.html

Der Verkauf des neuen Dudens scheint so schlecht zu laufen, daß man die Software inzwischen verschenken muß, um wenigstens die Empfehlungen der Dudenredaktion noch auf ein paar PCs durch die Hintertür zur Standardeinstellung machen zu können und ihnen dadurch ein wenig mehr Verbreitung zu verschaffen.


Theodor Ickler zu »Gehörlos in Mannheim«
Dieser Kommentar wurde am 25.02.2010 um 17.24 Uhr verfaßt.

Ein schöner Aufsatz über politische Korrektheit in der englischen Wissenschaftssprache stammt von dem bedeutenden Psychologen Henry. L. Roediger:
http://www.psychologicalscience.org/observer/getArticle.cfm?id=1549


Wolfgang Wrase zu »Die Schule hat ein Recht auf eine klare Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 21.02.2010 um 09.11 Uhr verfaßt.

Gleich der fünfte Satz von Iris Radisch geht so:

Und dass ist beinahe auch schon alles, was junge Frauen von der Medienwelt erwarten können.

www.zeit.de/2010/08/Helene-Hegemann-Medien

Wahrscheinlich hat ein gemeiner alter Mann bei der "Zeit" das Doppel-s nicht korrigiert, damit Iris Radisch jetzt selber wie ein dummes Ding dasteht.


R. M. zu »Die Schule hat ein Recht auf eine klare Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 20.02.2010 um 22.37 Uhr verfaßt.

Vielleicht sollte ihr mal einer stecken (die sexistisch mißzuverstehende Wortwahl bitten wir vorab schon einmal zu entschuldigen), daß sie diesen Fehlgriff einer Riege alter Männer zu verdanken hat?


Theodor Ickler zu »Die Schule hat ein Recht auf eine klare Sprache«
Dieser Kommentar wurde am 20.02.2010 um 17.04 Uhr verfaßt.

Nun hat auch Iris Radisch gewaltig in die Tasten gegriffen und Hegemann gegen die Männer – nicht nur die alten – verteidigt, die sie angeblich vernichten wollen (Zeit 19.2.10). Das liest sich komisch genug, aber lassen wir's gut sein! Zum Orthographischen steuert sie bei:
Die Komplettauslöschung der jungen Autorin wird dem Kommando Otto Weininger, das sich gegen Helene Hegemann im Feuilleton zusammengefunden hat, indess nicht gelingen.
Dieses indess ist ja gar nicht so dumm (Stammschreibung).


Theodor Ickler zu »The Green Ink Brigade«
Dieser Kommentar wurde am 18.02.2010 um 07.39 Uhr verfaßt.

Moment mal! Daß Englisch einfach sei, habe ich nicht behauptet, sondern nur eine Einzelheit herausgegriffen, die mir gut gefällt. Wenn Englisch einfach wäre, könnte ich es ja besser.
Hervorzuheben wäre noch die große Toleranz der englischsprachigen Welt gegenüber den verschiedenen Varietäten. Wenn man ohnehin keinen Anspruch erhebt, "dazuzugehören", kann man reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ich sehr und höre mir gern Diskussionen im Internet an (TV habe ich ja nicht), wo man britisches, amerikanisches, indisches, australisches, irisches und anderes Englisch hört, auch "falsches", und dies überhaupt kein Thema ist.


Germanist zu »The Green Ink Brigade«
Dieser Kommentar wurde am 18.02.2010 um 00.16 Uhr verfaßt.

Wer sich in Englisch genau ausdrücken will, muß die Hard Words benutzen. Allerdings haben viele von ihnen eine Spezialbedeutung angenommen, die eine ganz andere ist als in der Herkunftssprache oder in anderen europäischen Sprachen. (Vielleicht ist es deshalb für Engländer und US-Amerikaner besonders schwierig, europäische Fremdsprachen zu lernen.)


Robert Roth zu »The Green Ink Brigade«
Dieser Kommentar wurde am 17.02.2010 um 13.37 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Riemer,

english is easy. Das ist der Irrtum, dem vermutlich auch Herr Oettinger anheimfiel. „Einfach“ mag für die Grammatikregeln (H. Ickler u. H. Wrase) und den Gebrauch des sogenannten Globalenglisch (Basic Simple English) gelten. Der äußerst komplexe Satzbau, die Rechtschreibung und auch die korrekte Aussprache des Englischen sind dagegen schwer zu erlernen.

Zu den Mehrdeutigkeiten:
Nehmen wir mal shoot. Hierzu nennt z.B. Webster’s New World Dictionary neben der sustantivischen Bedeutung im botanischen und jagdlichen Bereich eine (Un-)Menge von Bedeutungen als Verb, die sich jeweils erst aus dem begleitenden Text ergeben. Nicht zu vergessen auch die speziellen Bedeutungen zusammen mit „down, off, out, up“. Sogar die Bardame in einer US-Westernbar lehrte mich eine Bedeutung: „Ah, you wann’ a shoot?” Ich hatte einen Schnaps gewünscht. Und babyshooting erinnert nicht an König Herodes sondern ist ein Fototermin.

Wir Deutschen sind wahrscheinlich über die Vielzahl englischer Homonyme irritiert, weil wir in unserer Sprache für jeden Sachverhalt, jede Stimmung, ein treffendes Wort finden können. Reiner Kunze hat das in seiner Denkschrift "Die Aura der Wörter" beschrieben.

Die falsche Aussprache ist anläßlich der Olympiade in Vancouver und den Whistler Mountains in aller Munde. Als ob die Bayern ein Karwendelgebirge hätten! Im Kinderfernsehen sprach der Moderator vom Bier und hat bear gemeint.

Ich möchte von „Vereinfachung“ nur in bezug auf die „Verständigungssprache“ sprechen, für das muttersprachliche Englisch mit seinem überaus großen Wortschatz gilt sie sicherlich nicht. Eine Verarmung im Ausdrucksvermögen geht damit nicht einher.


Manfred Riemer zu »The Green Ink Brigade«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2010 um 15.50 Uhr verfaßt.

Andererseits steigt durch Vereinfachungen auch die Gefahr von Mehrdeutigkeiten. Ob nicht eine Sprache, die immer einfacher wird, auch an Ausdrucksmöglichkeiten einbüßt? Wenn wir im Deutschen schon manchmal beklagen, daß der Konjunktiv aus der Mode kommt, so ist er im Englischen ja noch weit mehr degeneriert. Ist das gut?
Was nützt es dann den englischen Muttersprachlern, daß die übrige Welt sich über eine so schön einfache Verständigungssprache freut?


Wolfgang Wrase zu »The Green Ink Brigade«
Dieser Kommentar wurde am 16.02.2010 um 15.25 Uhr verfaßt.

Im Englischen ist es auch viel einfacher, ein Verb als Substantiv zu verwenden oder umgekehrt. Wie sollte man im Deutschen aus Seite ein Verb machen, ohne an der Endung herumbasteln zu müssen? Im Englischen nimmt man einfach side als Verb, man kann sich auch gleich vorstellen, was damit gemeint ist. Sogar bei Präpositionen geht das: to down a beer. Im Deutschen muß man mehr Aufwand für denselben Zweck treiben.


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