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Friedhelm Klein zu »Schlechte Rechtschreibung, weil zu wenig gelesen wird«
Dieser Kommentar wurde am 12.08.2016 um 18.54 Uhr verfaßt.

Lieber Herr Eichinger,

bin vor kurzem 64 Jahre alt geworden und sehr sicher, in meinem ganzen Leben noch nie "Vademecum/Vademekum" geschrieben zu haben.

Muß ich mir Sorgen machen?


R. M. zu »Schlechte Rechtschreibung, weil zu wenig gelesen wird«
Dieser Kommentar wurde am 12.08.2016 um 18.36 Uhr verfaßt.

Man merkt die Absicht, an die Regeln nicht zu rühren (das wäre ja anstrengend) und sich lieber mit Einzelwortschreibungen seltener Wörter abzugeben (damit kann man die eigene Wichtigkeit unter Beweis stellen).

Daß der alte Duden nur Vademekum kannte, ist aber kein Argument gegen Vademecum.


Theodor Ickler zu »Schlechte Rechtschreibung, weil zu wenig gelesen wird«
Dieser Kommentar wurde am 12.08.2016 um 16.26 Uhr verfaßt.

Für den Tagesspiegel hat Amory Burchard mit Ludwig Eichinger gesprochen, de facto Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung: http://www.tagesspiegel.de/wissen/20-jahre-rechtschreibreform-neue-rechtschreibung-ist-fuer-manche-noch-immer-ein-graeuel/14001318-all.html

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Eichinger: „Schreiber, die anheimstellen oder überhandnehmen getrennt schreiben wollen, erkennen dabei noch das Heim und die Hand.“

Was für ein Unsinn! Das träfe zu, wenn sie an Heim und über Hand schrieben.

Eichinger: „Praktisch niemand schreibt Vademekum oder Büfett. Hier wollen wir die „alte“ und die „fremde“ Schreibweise, also Vademecum und Buffet wieder zulassen.“

Beides war schon lange vor der Reform eingedeutscht, im alten Duden stand sogar nur Vademekum. Wie weit will Eichinger denn zurück?

Eichinger: „Wir beobachten die Schwankungen im Sprachgebrauch und geben Empfehlungen zu Varianten: Wenn du konservativ bist, schreib es so, wenn du progressiver erscheinen (!) willst, so.“

Das ist nun wirklich sehr treffend gesagt, und dazu gehört die weniger schöne frühere Bemerkung über die FAZ: „Hausorthografie-Regelungen sind intern sinnvoll, wenn es dem konservativen Selbstverständnis widerspricht, jede Änderung mitzumachen.“ Eichinger kann ja nicht wirklich meinen, daß Stängel (sein Beispiel!) besonders progressiv ist.

Der letzte Absatz lautet:

„Ganz große Änderungen sind nicht mehr zu erwarten. Ambivalenzfälle sind die große Aufgabe für die Zukunft des Rechtschreibrats. Wir beobachten die Schwankungen im Sprachgebrauch und geben Empfehlungen zu Varianten: Wenn du konservativ bist, schreib es so, wenn du progressiver erscheinen willst, so. Unter anderem werden wir der Kultusministerkonferenz im Oktober empfehlen, bestimmte Großschreibungen bei festen Begriffen wie der Große Lauschangriff in vernünftiger Weise im Regelwerk zuzulassen. Da ist die Regel bislang zumindest unklar, jetzt soll solch eine Schreibung auch als ein Normalfall gelten.“

Und dafür Dutzende von Treffen, Hunderte von Reisen? Auf weitere Berichte aus dem Tollhaus sind wir gespannt.


Theodor Ickler zu »Ex-Staatssekretär Josef Lange soll Rechtschreibrat führen«
Dieser Kommentar wurde am 12.08.2016 um 08.31 Uhr verfaßt.

Heute redet man nur noch vom Rat für deutsche Rechtschreibung und vergißt, was (sich) die Zwischenstaatliche Kommission alles schon geleistet hatte. Deshalb erlaube ich mir, auf meine Dokumentation von 2004 hinzuweisen, dort insbesondere auf meinen Kommentar zu deren viertem Bericht (Ab S. 117): http://vernuenftig-schreiben.de/dokumente/ickler_sackgasse.pdf



Theodor Ickler zu »Ausgemistet, aussortiert, exiliert«
Dieser Kommentar wurde am 11.08.2016 um 17.56 Uhr verfaßt.

Sehe gerade, daß Herr Höher es vor Jahren schon eingetragen hat: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=31#4764


Theodor Ickler zu »Ausgemistet, aussortiert, exiliert«
Dieser Kommentar wurde am 11.08.2016 um 17.50 Uhr verfaßt.

Inzwischen gibt es Märchenbücher, in denen einer der bekanntesten Titel in Allerleirau geändert worden ist. Damit ist der Zusammenhang des Namens mit dem Inhalt verloren gegangen, aber das ficht die unterwerfungssüchtigen Bearbeiter nicht an.


MG zu »„Fehlerquote an Schulen hat sich vervielfacht“«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 22.33 Uhr verfaßt.

> Das enorme Medienecho deutet darauf hin,
> daß unter Journalisten immer noch und
> vielleicht einhelliger als je ein großer
> Unmut wegen der Reform herrscht.

Keine Sorge, das wird sich auswachsen.

Die BRaZ ist 20 Jahre alt. Bei ihrer Einführung war beispielsweise ein Uwe Grund (der nun 76 Jahre alt ist und als "älterer Herr" verspottet wird), 56 Jahre alt und somit im besten Entscheideralter.

Die Rechtschreibreform wurde von der Politik durchgesetzt, der Rest ist Aussitzen. In noch einmal 20 Jahren wird die Entscheidergeneration dann (und auch die dann maßgeblichen Journalisten) sämtlich aus Personen bestehen, die nie etwas anderes als die BRaZ kennengelernt haben. Dann wird das Gemurre schon verstummen. Die Politik ist sich diesbezüglich ganz sicher (Das kann sie auch sein).


Theodor Ickler zu »„Fehlerquote an Schulen hat sich vervielfacht“«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 19.02 Uhr verfaßt.

Ja, dann kann man zum Beispiel am berüchtigten, unbegrenzt ausbaufähigen "Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen" arbeiten und zu allem und jedem Stellung nehmen, auch zu Uwe Grund.

Die Bildungsforscher behaupten abwechselnd, die Rechtschreibung sei gar nicht schlechter geworden, oder sie sei zwar schlechter geworden, aber aus anderen Gründen usw. - Ihre Auftraggeber werden sie keinesfalls vergrämen.


R. M. zu »„Fehlerquote an Schulen hat sich vervielfacht“«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 18.50 Uhr verfaßt.

Merke: »Bildungsforscher« wird man nur, wenn man sich von den Kultusministern aushalten läßt.


Theodor Ickler zu »„Fehlerquote an Schulen hat sich vervielfacht“«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 16.37 Uhr verfaßt.

Auch Christian Füller, anderweitig verdient, wird befragt und quasselt drauflos:
http://www.deutschlandradiokultur.de/schreibkompetenz-von-schuelern-wie-digitale-text-haeppchen.1008.de.html?dram:article_id=362648

[Also an der Rechtschreibreform liegt es aus ihrer Sicht nicht?
Füller: Nein. Also man kann jetzt die Studie, die die "Bild"-Zeitung vorgelegt hat von dem etwas älteren Herrn, der das gemacht hat, sich angucken, aber der hat keine echten Vergleichswerte. Das ist auch kein Bildungsforscher, sondern ein Germanist.
) Usw.


Theodor Ickler zu »Schlechte Rechtschreibung, weil zu wenig gelesen wird«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 09.57 Uhr verfaßt.

Aus unerfindlichen Gründen gehört Hans Brügelmann (s. hier http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=694#9402 und weitere Einträge) immer zu den ersten Adressen, an die man sich bei solchen Gelegenheiten wendet. S. übrigens den nicht unkritischen Wikipedia-Eintrag zu ihm.



Theodor Ickler zu »„Fehlerquote an Schulen hat sich vervielfacht“«
Dieser Kommentar wurde am 10.08.2016 um 08.08 Uhr verfaßt.

In der heutigen FAZ (10.8.16) nimmt sich auch Heike Schmoll ausführlich der Untersuchung Uwe Grunds und einiger Reaktionen an.

Das enorme Medienecho deutet darauf hin, daß unter Journalisten immer noch und vielleicht einhelliger als je ein großer Unmut wegen der Reform herrscht.


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