Kommentare zu den Thorheiten
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MG zu »Rechtschreibung - alles neu macht 2020«
Dieser Kommentar wurde am 01.07.2010 um 15.33 Uhr verfaßt.
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[Die Seite levrai.de teilt sich thematisch in zwei Teile:
Einmal bietet sie Online-Test für die aktuelle Schulschreibung (die der Autor "alte Rechtschreibung" nennt; zum zweiten skizziert Herr Lewerenz dort, wie er sich die Rechtschreibung nach der nächsten Rechtschreibreform vorstellt. In der Tat, vergnüglich zu lesen.]
Tröstlich für uns unerleuchtete ist das der konstruktör der neuen rechtschreibung 2020 es nicht schafft seinen eigenen text den eigenen regeln entsprechend zu schreiben (mal ganz abgesehen von vertippern wie 'rechtscheibung'). An dieser aufgabe sind schon grössere als er gescheitert. "Rechtschreibreformer sind halt auch nur menschen", antwortete der reformer Klaus Heller auf meine email (Es ging ums damals abgeschaffte wort "sogenannt" das in der ersten wersion des regeltextes zweimal in jugendgefährdender weise zusammengeschrieben auftaucht).
"Eine komplizierte rechtschreibung zu vereinfachen sollte doch kein grosses problem sein" denkt so mancher – aber nur solange er sich nicht wirklich ans werk gemacht hat. Dann nämlich stösst er auf risiken und nebenwirkungen: Das v will herr Lewerenz abschaffen, zugunsten eines f oder w – je nach aussprache. Aus "Adjektiv" wird so "adjektif", aber hoppla! Den plural (und andere abgeleitete formen) spricht man doch mit w! Die forsilbe "ver-" will er unverändert lassen, weil sie häufig ist . Was aber ist mit "for-"? Ist die nicht ähnlich häufig?
Fiele der neuen regeln setzt die jugend in ihren sms und ihren internetforen heute schon um. Ich glaube aber nicht das sich unsere kultusminister zu meinen lebzeiten nochmal diesbezüglich der staatsräson (-ohn? -ong?) beugen werden. Vllt in hundert jahren, aber dann betrifft es mich nicht mehr.
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Christian Dörner zu »Mister Duden«
Dieser Kommentar wurde am 22.06.2010 um 23.52 Uhr verfaßt.
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In der Bayernausgabe des »Focus« findet man wieder einmal einen (der immer wieder fast identischen) Artikel über Herrn Stang:
1. Seite: http://tinyurl.com/382nncd
2. Seite: http://tinyurl.com/3yz6hep
3. Seite: http://tinyurl.com/39old95
Der Beitrag ist nur in der bayerischen Ausgabe der Zeitschrift erschienen. Für die Bundesausgabe war »Mister Duden« dann offensichtlich doch nicht wichtig genug ...
Im aktuellen »Focus Schule« (03/2010) ist im übrigen einen Artikel zur Kommasetzung von Stang abgedruckt. Dort hat er es geschafft, die angeblich nur noch neun reformierten Kommaregeln – wir erinnern uns – auf gerade einmal sieben zu reduzieren. (Daß seine Regeln selbst für den Wenigschreiber mangelhaft sind, muß hoffentlich nicht erwähnt werden.)
Bei Interesse stelle ich den genannten Artikel sowie die Regelübersicht ebenfalls gern zur Verfügung.
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Gerhard Wertmanns zu »Rechtschreibung - alles neu macht 2020«
Dieser Kommentar wurde am 26.05.2010 um 09.12 Uhr verfaßt.
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Warum gibt es nicht mehr solcher Blüthen der Thorheit. Wenn mich nicht alle täuscht, hielten die Toren den Menschen einen Spiegel vors Gesicht. Ich hab' mich die Mühe gemacht, mir die Seite anzusehen. Da hat sich ja tatsächlich jemand die Mühe gemacht, Schülern und Erwachsenen die Rechtschreibung beizubringen auf ... http://online-lernen.levrai.de/
Die größten "Thoren" sitzen vielleicht doch noch im Muff von Talaren, wenn sie nicht über den Rand ihrer staubigen Buchseiten blicken können! Ich finde den Beitrag "höchst erbaulich".
Gerhard
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Theodor Ickler zu »Sprachschubladen durchstöbern und ausmisten«
Dieser Kommentar wurde am 04.05.2010 um 09.32 Uhr verfaßt.
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Als ich vor einiger Zeit zu Konrad Duden in Wesel fuhr, kam ich auch durch Oberhausen. Mir fiel auf, daß die Natur den Bahnhof zurückerobert. Die Stadt entvölkert sich allmählich. Wiki teilt mit (Druckfehler korrigiert):
"Oberhausen ist eine der am höchsten verschuldeten Städte Deutschlands. Im Jahr 2010 wird Oberhausen neue Schulden in Höhe von 193 Mio. Euro aufnehmen. Die Schuldenlast steigt damit auf 1,8 Milliarden Euro. Mit 7.134 Euro pro Kopf hat Oberhausen die höchste Pro-Kopf-Verschuldung in Nordrhein-Westfalen. Die Schulden der Stadt übersteigen mittlerweile das Vermögen, das den kompletten Besitz der Kommune wie etwa Straßen, Gebäude und Büroausstattung umfasst. Aufgrund der dramatischen Haushaltslage musste die Stadt beispielsweise drei von sieben Bädern schließen. Der Bücherbus wurde eingestellt und 850 Stellen gestrichen. Weitere 220 sollen noch gestrichen werden. Die Beiträge der Stadt in den „Fonds Deutsche Einheit“ in Höhe von 235,4 Mio. Euro wurden komplett über neue Kredite finanziert. Seit 1992 war es aufgrund des tiefgreifenden Strukturwandels in der Stadt nicht mehr möglich, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Die Sozialleistungen übersteigen seit Anfang der 1990er die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt."
Die Gleichstellungsbeauftragte (die wahrscheinlilch noch Mitarbeiterinnen hat) kann natürlich nicht gestrichen werden, das ist wohl noch nirgends gelungen. Dabei ist die Wirksamkeit von Gleichstellungsbeauftragten bisher nicht nachgewiesen.
Die sprachwissenschaftlichen Behauptungen, die der feministischen "Sprachpflege" zugrunde liegen, sind keineswegs unumstritten. Weitere Forschungen sind aber nicht nötig, weil der Staat längst verordnet hat, daß jene Behauptungen richtig sind. (Wie bei der Rechtschreibreform.)
Nach meinen Beobachtungen an der Universität und in einigen Städten bin ich zu dem Schluß gekommen, daß man die Gleichstellungsbeauftragten allesamt streichen könnte, ohne daß dem Gemeinwohl ein Schaden entstünde. Der Nutzen für die deutsche Sprache (und die öffentlichen Haushalte) würde sich sofort bemerkbar machen.
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Oliver Höher zu »Im Regelwald«
Dieser Kommentar wurde am 16.04.2010 um 11.56 Uhr verfaßt.
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Dieser Blödsinn hat nun endlich einen angemessenen Platz gefunden (fast hätte ich einen "würdigen Platz" geschrieben, aber der ist wohl nur im Papierkorb). Eine kurze Anmerkung ist es mir dennoch wert, aber leider wurde mein Lieblingsabsatz hier etwas verkürzt, deshalb sei er einmal komplett zitiert:
»Die nächste Reform wird kommen – vielleicht in 20 oder 30 Jahren, wenn der Ruf nach Vereinfachung wieder ganz laut wird. Es sei denn, der jetzt dazu beauftragte Rat für Rechtschreibung achtet schon vorher darauf, dass sich Veränderungen im Sprachgebrauch relativ schnell in den allgemeinen Regeln und im Wörterverzeichnis widerspiegeln. Dann gäbe es eine kontinuierliche Entwicklung, die eine nächste Reform weit hinausschieben könnte.«
Da hat Frau Hilliger anscheinend nicht nur nicht mitbekommen, daß der Rat für Rechtschreibung nicht erst "jetzt" beauftragt wurde, sondern daß er auch seit geraumer Zeit schon gar nichts mehr macht, außer herbstlichen Treffen in schöner Landschaft (das vergaß ich fast zu erwähnen). Dafür gibt Frau Hilliger eben diesem süß schlummernden Rat in ihrem verquasten Satzbau eine geradezu seherische Aufgabe. Ob Zehetmair ahnt, welche Last da auf seinen Schultern ruht!
Eine weitere Reform (sie meint vielleicht eher Rückbau der Reform!) kann dadurch verhindert werden, daß der Rat schon "vorher" in seinem Kaffeesatz liest, welche Veränderungen im Sprachgebrauch es geben wird und wie zudem diese Veränderungen auch noch schnell in Regel gegossen werden können. Aha! Und so etwas nennt die Gute dann auch noch "kontinuierliche Entwicklung". Also Zehetmair und Konsorten unter den Auguren.
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Horst Ludwig zu »Deutsch«
Dieser Kommentar wurde am 12.04.2010 um 20.21 Uhr verfaßt.
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Ist *Bild* dabei, was zuzulernen, nämlich Unterscheidungsschreibung aufgrund verschiedener Aussprache: "Die zehn meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher"? (*Bild.de*, heute) Oder schrieb hier wer, der ohne Maschine Korrektur lesen kann? Oder sogar dem Duden nicht über den Weg traut?
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Bernhard Strowitzki zu »Sprachschubladen durchstöbern und ausmisten«
Dieser Kommentar wurde am 09.04.2010 um 21.29 Uhr verfaßt.
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Jaja, unsere Gleichstellungsbeauftragtinnen... Eins stimmt immerhin: Nur nicht den Humor verlieren, es ist alles schon traurig genug.
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Bernhard Strowitzki zu »Verwirrung oder Vereinfachung?«
Dieser Kommentar wurde am 09.04.2010 um 21.25 Uhr verfaßt.
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Wahrlich eine Blüthe der Thorheit. Der ganze Beitrag war eine erbärmliche Bühne für Augstsche Propaganda. Natürlich kein Wort zu seinen selbsterfundenen und nun staatlich verordneten Volksetymologien, seinen e/ä-Spielereien usw. Leider nicht untypisch für "Politikum". Dabei hat der WDR durchaus kompetente Leute. Hätte man Burkhard Müller-Ulrich einen Beitrag zum Thema machen lassen, wäre was wirklich Hörenswertes herausgekommen. Immerhin, für Sachkundige war es eine deutliche Selbstentlarvung des leicht larmoyanten Augst.
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verschoben zu »Verwirrung oder Vereinfachung?«
Dieser Kommentar wurde am 08.04.2010 um 19.17 Uhr verfaßt.
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Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 06.04.2010 um 11.50 Uhr
Die Dramaturgie des Augst-Interviews folgt dem Vorbild der von Laienakteuren dargebotenen Schwänke, wie man sie von dörflichen Unterhaltungsabenden her kennt und liebt. Hie die große Bratwurst "gemäßigte Kleinschreibung", mit der der Professor herumwedelt, da die listige Versicherung, ganz gewiß werde nie wieder ein Politiker zu Eingriffen in den Status quo bereit sein. Jeder weiß natürlich, wie das Stück weiterzugehen hat: Im nächsten Akt betreten Kasperle und Seppl die Bühne und sorgen dafür, daß die armen Unterschichtenkinder doch noch etwas Gutes bekommen. Die Mischung aus Bauernschläue und Tapsigkeit ist schon fast wieder sympathisch.
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Y.N. zu »Nur Schweizer haben es ganz einfach«
Dieser Kommentar wurde am 31.03.2010 um 19.36 Uhr verfaßt.
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Lieber Herr Roth, Herr Riemer,
vielleicht habe ich mich nicht eindeutig genug ausgedrückt. Ich selbst liebe das liebe ß und plädiere nicht für dessen Abschaffung, außer wenn dies aufgrund der Sprachentwicklung, d.h. auf Konsensus der Deutschsprachigen, geschähe.
Was ich sagen wollte, war, ß-Abschaffung und eine einheitliche "das"-Schreibung von bestimmtem Artikel, Demonstrativ- und Relativpronomen wäre die einfachste Lösung gewesen, wenn die Reformer wirklich an arme Schüler gedacht und auf eine Vereinfachung gezielt hätte. Die Reformer wagten es – nach von Polenz – nicht, weil dies das Nationalgefühl der Deutschen verletzen und einen vehementen Widerstand hervorrufen würde. Da ihr Ziel weder Verbesserung noch Vereinfachung, sondern irgendeine Veränderung war, taten sie es auch nicht.
Eine Verkomplizierung ist gewiß eine Veränderung und konnte als "Reform" verkauft werden. Viele, darunter auch viele Germanisten, sind da arg hereingefallen und kommen nicht aus dieser Falle heraus, obwohl viele von ihnen ihren Irrtum schon längst eingesehen haben.
Damit alle ohne Gesichtverlust davonkommen können, ist m. E. nur eine Freigabe von ss-Schreibung nötig. Wenn dieser harte Kern der Reform gebrochen wird, verschwinden alle anderen Dummheiten von selbst, der Rechtschreibrat nicht ausgeschlossen.
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Manfred Riemer zu »Nur Schweizer haben es ganz einfach«
Dieser Kommentar wurde am 31.03.2010 um 11.15 Uhr verfaßt.
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Dann würden sich ja die dreifachen s, die es mit der "Reform" sowieso schon von null Vorkommen auf Platz 1 der Dreifachen geschafft haben, noch mal ungefähr verdoppeln, lieber Herr Nakayama. Zum Messstab käme auch noch der Massstab usw. Als gelegentliche Notlösung, wenn man keine deutsche Tastatur hat, mag das zwar angehen, aber waren die Schweizer wirklich so in Not, als sie das einführten? Warum haben sie nicht gleich die deutschen Umlaute und die französischen Akzente mit abgeschafft? Fast alle Sprachen, die das lateinische Alphabet benutzen, haben einige Sonderzeichen. Das Deutsche braucht eben das ß für die bessere Lesbarkeit!
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Robert Roth zu »Nur Schweizer haben es ganz einfach«
Dieser Kommentar wurde am 30.03.2010 um 22.16 Uhr verfaßt.
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"Die einfachste Reformlösung wäre, "ß" gänzlich abzuschaffen."
Liebe(r) Y.N.,
darauf antworte ich mit dem Kalauer: Laut ärzlichem Attest trinkt der Patient Alkohol in Massen.
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