Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 09.08.2016 um 20.40 Uhr verfaßt.
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Oder Sick gelesen?
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R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 09.08.2016 um 19.55 Uhr verfaßt.
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Meyer hat Twelve Angry Men in der Synchronfassung gesehen – rückwärts.
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Theodor Ickler zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 09.08.2016 um 17.28 Uhr verfaßt.
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Mussten wir früher "Kommata" für die Mehrzahl der bekannten Beistriche sagen, so heißt es heute – auch fachsprachlich – nur noch die Kommas. Wir sprechen jetzt auch von den Pronomen (statt: Pronomina) oder den Substantiven (statt: Substantiva), aber noch von den Adverbien. Übrigens ist auch das Adjektiv "grammatikalisch" veraltet. In der Sprachwissenschaft heißt es nun grammatisch. (Schmachthagen 9.8.16)
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Manfred Riemer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 07.08.2016 um 22.17 Uhr verfaßt.
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Das bairische [o] kommt in der bairischen Sprache vor, folglich ist es ein Phonem im Bairischen (nicht: kann als Phonem angesehen werden).
Daß es ein bairisches Wort gibt, welches nur aus einem solchen [o] und sonst nichts besteht, und was es bedeutet, spielt dafür keine Rolle.
Phoneme sind keine Zeichen, auch keine lautlichen Zeichen.
Dieses bairische Wort, welches nur aus dem Phonem [o] besteht, ist ein Zeichen mit der gleichen Bedeutung wie das hochdeutsche Wort (Zeichen) "an".
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Germanist zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 06.08.2016 um 12.22 Uhr verfaßt.
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Das Bairische ist eine gesprochene Sprache und hat keine amtlichen "Lautschriftzeichen". Folglich könnte man das bairische [o] für norddeutsch "an" als Phonem ansehen.
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R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 03.08.2016 um 17.40 Uhr verfaßt.
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Naheliegend ist eine weitere Verwechslung, nämlich die des Phonems mit dem es bezeichnenden Lautschriftzeichen.
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Manfred Riemer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 03.08.2016 um 13.50 Uhr verfaßt.
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Das mit dem Phonem verstehe ich nun wiederum nicht, da man doch den semiotischen Zeichenbegriff unterstellen muß. Aber das hatten wir hier schon, ich will's nicht noch einmal vorholen.
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R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 03.08.2016 um 12.29 Uhr verfaßt.
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In einer Zeitungskolumne darf man ein Phonem sicherlich »kleinstes lautliches Zeichen« nennen. Nur sollte man es dann nicht versehentlich »Morphem« nennen und anschließend die Lüge ersinnen, die Definition aus dem Duden-Wörterbuch bezogen zu haben. Das ist im Grunde alles, aber es ist schon recht aufschlußreich, was Meyers Kompetenz und Charakter angeht.
Im übrigen ist es ganz interessant, sich vor Augen zu führen, daß das Konzept des Morphems von Linguisten entwickelt wurde, deren Muttersprachen keine flachen Orthographien aufweisen.
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Manfred Riemer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 03.08.2016 um 11.40 Uhr verfaßt.
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Lieber R. M.,
ich gebe mich natürlich gern Ihrer weit größeren Kompetenz in diesen Dingen geschlagen und konstatiere, daß es nicht reicht, sich bei der Morphemdefinition nur auf "kleinste lautliche Zeichen" zu beschränken.
Andererseits war der Gedanke wohl auch nicht völlig falsch, sondern nur zuwenig. Ein Satz wie dieser von Meyer alias Schmachthagen muß vielleicht auch keine erschöpfende Morphemdefinition enthalten. Sein Hauptfehler aber, den man wirklich als Unsinn bezeichnen kann, ist m. E., daß er, in welcher bildhaften Form auch immer, eine Beziehung zwischen einem Morphem und einem einzelnen Buchstaben herstellt. Daran sieht man, daß er keinen der Begriffe, die er hier verwendet, wirklich selbst verstanden hat.
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R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 03.08.2016 um 09.49 Uhr verfaßt.
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Eben – wenn ein Morphem aus null Phonemen besteht, hat es offenbar nichts Lautliches an sich. Ebenso ist ein nicht ausgesprochenes Morph, das man in der Schriftsprache vorfindet, kein »Lautsegment« der Sprache. (Das ist, wie gesagt, im Französischen Alltag, im Deutschen hingegen nicht.) Eine Definition, die dies nicht berücksichtigt, entspricht nicht dem gängigen Verständnis von »Morphem«. Die Mangelhaftigkeit des von der Frauenbeauftragten Hadumod Bußmann herausgegebenen Lexikons ist im übrigen hier ja schon oft genug glossiert worden.
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Manfred Riemer zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 02.08.2016 um 23.58 Uhr verfaßt.
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Das »in der Regel aus einem oder mehreren« heißt ja nur, daß es auch null Phoneme sein können.
Ich versuche nicht, Unsinn zu verteidigen, möchte nur klar abgrenzen, wo der Unsinn beginnt.
Sehen wir, wie die Definition bei H. Bußmann lautet:
Morph ... Kleinstes bedeutungstragendes lautliches Segment einer Äußerung auf der Ebene der Parole, das noch nicht als Repräsentant eines bestimmten -> Morphems (auf der Ebene der Langue) klassifiziert ist (-> Langue vs. Parole).
Morphem ... kleinste bedeutungstragende Elemente der Sprache, die als phonologisch-semantische Basiselemente nicht mehr in kleinere Elemente zerlegt werden können ... sie werden phonetisch-phonologisch repräsentiert durch ->Morphe als kleinste bedeutungstragende, aber noch nicht klassifizierte Lautsegmente.
Von Graphemen oder graphischen Elementen ist in der Bußmannschen Definition gar nicht die Rede, deshalb kann ich "das Riemersche Morphem" schon mal nicht beanspruchen.
Was schreibt P. Eisenberg:
Ein Morph ist im Gesprochenen eine Folge von Lauten mit einer phonologischen Struktur, im Geschriebenen entsprechend eine Folge von Buchstaben oder Graphemen.
Das Morphem nennt er auch sprachliches Zeichen, dessen Formseite morphologisch einfach ist.
Etwas anderes behaupte ich ja nicht. Aber da es unter Zuhilfenahme von Null-(Allo)morphen eine genaue Entsprechung zwischen gesprochenen und geschriebenen Morphen gibt, würde es zur Definition m. E. ausreichen, sich nur auf die lautliche Seite zu beziehen, wie eben auch bei Bußmann.
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R. M. zu »Sie wartete vergeblich an der Litfaßsäule«
Dieser Kommentar wurde am 02.08.2016 um 19.37 Uhr verfaßt.
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Man beachte das verlegene »in der Regel« in der vermeintlichen Enzyklopädie. – Der Versuch, Meyers laienhafte Mißverständnisse zu verstehen (zu welchem Behufe wird der eigentlich so hartnäckig unternommen?), kann zwangsläufig nur zu neuen Mißverständnissen führen. Oder zu dem Ergebnis, daß es das Morphem gibt, wie es allgemein aufgefaßt wird, und das Riemersche Morphem, das offenbar etwas anderes ist. Was ist es denn nun eigentlich, wie lautet genau seine Definition, und wozu soll der Begriff fortan dienen?
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