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»Darf man so sagen – oder schreiben?«


Beiträge zum Thema

»Gibt es Schreibungen?
Leserbrief heute in der F.A.Z.«

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Klaus Achenbach
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 12.11.2006 um 21.48 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#1078


Ich habe nichts gegen "arabisches Wirtschaftswachstum" einzuwenden. Gemeint ist wohl, daß man besser "Wachstum der arabischen Wirtschaft(en)" sagen sollte. "Wirtschaftswachstum" ist aber ein fester Begriff geworden. Deshalb kann man ohne weiteres, aber etwas pedantisch, vom "Wirtschaftswachstum der arabischen Staaten" sprechen. Warum dann nicht auch, kürzer und eleganter, vom "arabischen Wirtschaftswachstum"? Entsprechend: Wachstum der deutschen Wirtschaft, Wirtschaftswachstum in Deutschland, Wirtschaftswachstum Deutschlands, deutsches Wirtschaftswachstum.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 10.11.2006 um 18.11 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#1076


Arabisches Wirtschaftswachstum

Klaus-Peter Lange hat bereits 1978 am Titelbeispiel gezeigt, wie der Fehler zustandekommt. Er ist ein Rufer in der Wüste wie die, so nicht von einer Unterscheidung zwischen Name, Benennung, Terminus, Term etc. und Begriff ablassen wollen. Wir werden weiter - wie einst im Jargon der DDR-Funktionäre erweiterte Oberschullehrer - vor allem "beamtlich" ins deutsche Lexikon gedrückte Unwörter haben. Diese haben allerdings nicht die Chance, zum "Unwort des Jahres" gewählt zu werden. Da sind die Behörden vor! Man sollte übrigens nicht die Wörter, sondern ihre Schöpfer auszeichnen.
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Kratzbaum
*

Dieser Beitrag wurde am 10.11.2006 um 10.07 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#1075


Es ist natürlich möglich, daß einem einmal ein wirklich schwarzer Holunderstrauch begegnet, z.B. nach einem Waldbrand. Aber ansonsten sehen wir auch als Nichtbotaniker auf unseren Wanderungen nur Exemplare des Schwarzen Holunder(s). – Sicher gibt es nur ganz wenige biologische Arten, die "so aussehen, wie sie heißen". Was folgt daraus für die Groß- oder Kleinschreibung?
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2006 um 19.03 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#1061


Es gab in Deutschland in der Hochzeit der chauvinistischen Selbstberauschung tatsächlich Bestrebungen, deutsch stets groß zu schreiben, aber die Umbenennung des IdS fand einige Jahrzehnte später statt. Die Umstellung auf institut für deutsche sprache wäre natürlich ehrlicher gewesen.
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Christoph Schatte
Poznan

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2006 um 18.27 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#1059


IdS oder IDS

Heide Kuhlmann schreibt in ihrer höchst lesenswerten gründlichen Darstellung "Orthographie und Politik. Zur Genese eines irrationalen Diskurses" selbst konsequent "Institut für deutsche Sprache", ohne in Zitaten meist aus Texten eben dieses Instituts die Schreibung "Institut für Deutsche Sprache" zu ändern bzw. zu korrigieren. In verschiedenen im Internet zur RSR geschriebenen Texten kann man mittlerweile so etwas lesen wie: "Die RSR verhunzt die Deutsche Sprache." oder "Die Reform hat mir das Schreiben in meiner Deutschen Sprache erleichtert."

Wie liegen also die Dinge? Ist der Eigenname "Deutsche Sprache" bereits vor dem IdS / IDS installiert? Hochinteressant wird es, wenn man die Eigenschreibung des Instituts zurückverfolgt. Sollte die Einführung von "IDS" wirklich einer Anpassung an Gepflogenheiten im englischen Sprachraum entsprungen sein, sollte die lediglich die Einrichtung mit einem Großbuchstaben aufwerten oder sollte allein das Logo etwas griffiger werden? Fragen über Fragen, u.a. zu der im Rahmen der Reform diskutierten Schreibung von Eigennamen und allem, was dafür gehalten wird.
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Horst Ludwig
St. Peter, MN, USA

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2005 um 04.18 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#347


Herrn Strobels Schreibweise brachte mir Hofmannsthals "Ganz vergessener Völker Müdigkeiten" in Erinnerung, die auch ich nicht einfach abtun von meinen Lidern kann, zumal hier dem Leser das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache als maßgebend vorgesetzt wird.
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Reinhard Markner
Berlin

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 16.23 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#346


Herrn Strobels allzu spitzfindige Darlegungen scheinen in der Tat darauf zu beruhen, daß er Schreibweise mit Orthographie synonym verwendet wissen will. Es ließe sich ein Gebrauch denken, der Orthographie (im Sinne der bekannten Begriffsbildung Saussures) auf der Seite der langue ansiedelt, Schreibweise hingegen auf der der parole.
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Roger Herter
Basel / Schweiz

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 12.43 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#345


Was Herr Prof. Strobel meint, ist vermutlich einfacher als man denkt. Er sieht das Wort "Schreibweise" als die Weise, in der wir schreiben, also gleichbedeutend mit "Orthographie". "Schreibweisen" wären demnach (mindestens zwei) verschiedene Rechtschreibungen, nächstliegend die herkömmliche und die deformierte.
"Schreibung" nun bezieht er auf Einzelwörter und -fügungen, weshalb der Plural "Schreibungen" (aller Wörter) wiederum synonym mit "Schreibweise" ist.
Das alles hat m.E. etwas für sich, es mag korrekt und in sich stimmig sein; und dennoch sind mir solche Findigkeiten allzu spitz...
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Christoph Kukulies
Würselen

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 11.29 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#344


Lieber Herr Herter, danke für den Hinweis. Ich konnte mir auch gar nicht vorstellen, daß das nicht hier schon irgendwo eingestellt sein könnte.

Nun, wie ich meine, eine gewisse Spitzfindigkeit liegt schon darin, sich daran festzuklammern. Es gibt den Plural bei "Herstellungsweisen, Sprechweisen, Singweisen, Verfahrensweisen" u.v.m., warum dann ausgerechnet nicht bei "Schreibweisen"?

Sind es nicht gerade die vielen alternativen Schreibweisen, die uns die "Rechtschreibreform" beschert hat?

Und wenn der Verfasser den Ersatz von "Schreibweisen" durch "Schreibungen" für fehlervermeidend und richtig erachtet und da den Plural zuläßt, warum beißt er sich da nur so an den "Schreibweisen" fest? Wollte er nur Herrn Prof. Ickler eines Irrtums überführen? Fast hat man den Eindruck.
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Roger Herter
Basel / Schweiz

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 10.47 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#342


Lieber Herr Kukulies, Ihr gesuchter FAZ-Leserbrief findet sich hier unter den jüngsten Kommentaren zum Thema "Lernen die Schüler das Richtige?" vom 16.9.05. (Es geht darin um 'Schreibweisen' vs. 'Schreibweise'.)
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Christoph Kukulies
Würselen

Dieser Beitrag wurde am 04.11.2005 um 09.32 Uhr eingetragen.
Adresse: http://www.sprachforschung.org/forum/show_comments.php?topic_id=52#341


Bei der morgendlichen Lektüre der heutigen F.A.Z. fiel mir ein Leserbrief auf, in dem der Schreiber sich über den grammatikalisch falschen Gebrauch von "Schreibungen" an Stelle von "Schreibung" in Verlautbarungen der KMK und auch in der Urteilsbegründung im Prozeß von Josephine Ahrens beim Oberverwaltungsgericht Niedersachsen auslies und meinte, daß "Schreibungen" wohl falsch sei.

Er habe Expertenmeinungen eingeholt (IDS) und danach müsse es "Schreibung" heißen. Prof. Ickler sei der einzige, der seiner und der "Expertenmeinung" nicht folgen wollte.

Leider habe ich im Moment keinen Zugriff auf den vollständigen Text des Leserbriefes. Der Schreiber versuchte sich dann noch in einem, meiner Meinung nach sehr herbeigeholten, Vergleich mit Motoren und Motorzylindern, der mir doch sehr konstruiert schien.
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