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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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21.06.2012
 

Fadenwürmer
Die kennt jeder

Deshalb wird eines meiner Lieblingstiere, Caenorhabditis elegans, unter Fachleuten fast immer C. elegans genannt. In manchen Arbeiten erfährt man den vollen Namen überhaupt nicht, nur das Beiwort. Das ist doch seltsam.

Wie ich sehe, war vorletztes Jahr an einem schönen Ort in Kreta eine internationale Konferenz über diesen C.:

www.worms.gr/ewnm2010/files/abstracts.pdf

Ein Neurologe erwähnt mal, daß C. nur 302 Neuronen besitzt und daß deren Schaltordnung vollständig bekannt sei, ebenso wie das Genom. Trotzdem verstehe man nicht, wie er damit Chemotaxis und andere Leistungen vollbringe.

Das erinnert mich an den Schützenfisch, der hier in Erlangen erforscht worden ist. Dabei kam heraus, daß er seine erstaunlichen Leistungen (ein Insekt trotz Lichtbrechung an der Wasseroberfläche herunterschießen und dann blitzschnell an den Ort schwimmen, wo es voraussichtlich ins Wasser fällt), wohl mit nur sechs Nervenzellen vollbringt.



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Kommentare zu »Fadenwürmer«
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 28.05.2022 um 16.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1523#49159

Es gibt Millionen Arten von Lebewesen, aber die Biologen haben sich sinnvollerweise darauf geeinigt, immer wieder einen jener vier Modellorganismen zu untersuchen, die aber dann extrem gründlich:

das Bakterium Escherichia coli
den Fadenwurm Caenorhabditis elegans
die Taufliege Drosophila melanogaster
die Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana

Das ist übrigens eine jener Wahrheiten, auf die wir mit "Ach ja" und nicht mit "Ach so" reagieren: Nicht eigentlich neu, aber auch noch nie so im Zusammenhang gesehen. (Ich spreche natürlich nur für die Nichtbiologen, die sich aber immer wieder mal dafür interessieren.)
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 19.03.2022 um 07.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1523#48736

Wie die FAS berichtet, hat man kürzlich festgestellt, daß der Fadenwurn Pristionchus pacificus mit nur 302 Neuronen auskommt, um auf ziemlich intelligente Art die jeweils gesündeste Nahrung zu wählen.

Komisch, daß er genau so viele Nerven hat wie mein Lieblingstier (s. Haupteintrag).

Mit unseren 86 Milliarden Nervenzellen sind wir keineswegs klüger. So glauben wir ohne weiteres die neueste Botschaft: Es gibt gar keine nachweisbar gesunde Ernährung, Pommes sind ebenso gut wie Mandeln!

Um sich die Hände zu reiben, brauchen die Ärzte wiederum nur 302 Nervenzellen, wie ich kürzlich in einer Studie gezeigt habe, die noch nicht peer-reviewed ist.
 
 

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