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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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05.07.2005
 

Walter Jens, viel versprechend

Kleine Studie über Rhetorik
„Ich bestehe darauf, daß meine Bücher in der alten Rechtschreibung gedruckt werden, ja selbstverständlich!“ (Walter Jens bei 'Sabine Christiansen / Man spricht Deutsch – aber wie?' ARD, 29.07.2001) – Unmittelbar danach erschien bei Rowohlt „Frau Thomas Mann“ von Inge und Walter Jens: „Die Schreibweise entspricht den Regeln der neuen Rechtschreibung.“ Man liest: allgemein bildende Vorlesungen ...Trotzdem hatte Hedwig Pringsheim Recht ... Katia hatte Recht usw.; obwohl der Empfang sich nicht sehr viel versprechend angelassen hatte ... An beiden Orten waren die materiellen Verhältnisse durchaus zufrieden stellend ... Gustaf Gründgens war übrigens nicht der Einzige aus der Gilde der alten Arcisstraßenbesucher ... Quäntchen .. fürs Erste ... wenn es Not tat ... Mir tun die Deutschen kein bißchen Leid... Besorgnis erregende Erkrankung



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Kommentare zu »Walter Jens, viel versprechend«
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Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 05.07.2005 um 22.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=176#656

Angesichts der politischen Biographie von Walter Jens – sowohl der nach 1945 als auch der davor – ist es eigentlich eher befremdlich, daß er überhaupt einmal als Reformgegner posiert hat.
 
 

Kommentar von Lilith of Dandelion, verfaßt am 08.07.2005 um 09.07 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=176#659

Schriftstellern bleibt dieser Kampf offenbar nicht erspart. Mein Verlag ruderte erst froh zurück: "Wir bleiben bei der alten Schreibung!" Dann hieß es: Wir passen uns gemäßigt an. Endlich, als meine neueste Novelle in Druck ging, traute ich meinen Augen nicht. Sie war einem Korrektor zum Fraß vorgeworfen worden, der sich mit dem neuen Duden in der Hand drüber hergemacht hatte, und so las ich dann, etwas sei "Furcht erregend" oder sie sei "behände" gelaufen. Ich habe dem Korrektor Prügel angedroht und dem Verlag auch, wenn der noch mal einen meiner Texte anfaßt.
Daß es auch schon Walter Jens passiert ist, deprimiert mich, denn wenn sie vor einem kleinen Schreiberling wie mir keinen Respekt haben, kann man das noch verstehen. Aber einer der Großen wie er, und sein Wort hat kein Gewicht...
 
 

Kommentar von Eva-Maria von Nerling, verfaßt am 08.07.2005 um 09.09 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=176#660

Zu Urs Bärlein: Dann sind Sie also auch der Meinung, daß sich die Schreibung nach dem Parteibuch richten sollte? Prima, das erspart uns die Wahlen.
 
 

Kommentar von Karl-Erich Kreuter, verfaßt am 08.07.2005 um 11.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=176#661

Zu Lilith of Dandelion: Das ist genau das, was ich befürchte, nämlich daß jeder Verlag, der bisher an der bewährten Rechtschreibung festgehalten hat oder wieder zu ihr zurückgekehrt ist, nach dem 1. August sich "gemäßigt" anpassen wird. Jeder wird dann über eine andere Hausorthographie verfügen, so daß wir orthographisch wieder im 19. Jahrhundert angelangt sein werden.

Schöne Aussichten sind das!
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 08.07.2005 um 19.10 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=176#667

Liebe Frau von Nerling,
"Parteibuch" ist schon das passende Stichwort. Aber Sie haben natürlich völlig recht: Politisch motivierte Aversionen, die nichts zur Sache tun, sollte man sich hier verkneifen, zumal die Front im Reformstreit quer durch die gewohnten Lager verläuft. Insofern muß ich mich entschuldigen, zwar nicht bei Herrn Jens, aber bei Ihnen.
 
 

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