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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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02.04.2008
 

Hochschulorthographie
Pressestelle im Alleingang

Über die Sprachmißhandlung durch Universitätspressestellen habe ich mich schon mehrmals geäußert.
Ein "Uni-Kurier" aus Erlangen mit über 100 Rechtschreibfehlern war keine Ausnahme. Ich konnte auch im Laufe der Jahre keine Fortschritte erkennen. Der "Uni-Kurier" formuliert politisch korrekt. Aber auf einer einzigen Seite des neuesten Heftes findet man 5mal grosse usw., dazu heisst und im allgemeinen. Es wird auch weiterhin so genannt geschrieben, denn was der Emeritus der Universität und führende Orthographieforscher Horst H. Munske dazu gesagt hat, ist der Pressestelle vollkommen gleichgültig.



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Kommentare zu »Hochschulorthographie«
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Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 02.04.2008 um 10.58 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11847

Wie halten es denn die Studenten? Durchweg Neuschrieb?
Wie rechtschreibsicher sind sie, wie interessiert daran, richtig zu schreiben? Was halten sie überhaupt für richtig? Das, was im Duden steht? Das, was Sick behauptet?
 
 

Kommentar von Richard Dronskowski, verfaßt am 02.04.2008 um 12.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11850

Wie halten es denn die Studenten? Durchweg Neuschrieb?

Man achtet darauf, brav "dass" zu schreiben, alles andere ist irrelevant. Merke: Nach dem Komma steht immer "dass", also auch in "Das Molekül, dass hier abgebildet ist."

Wie rechtschreibsicher sind sie?

Die Studenten sind höchst verunsichert. Es fallen mir immer wieder Böcke wie bspw. "Ergebniss" auf.

Wie interessiert daran, richtig zu schreiben?

Uninteressiert, bis auf das "dass".

Was halten sie überhaupt für richtig? Das, was im Duden steht?

In den Duden schaut niemand. Man googelt und entscheidet sich für die zahlenmäßig häufigere Variante.

Das, was Sick behauptet?

Sick ist ein Begriff, aber kein Orientierungsmaßstab.

Meine Beobachtungen gelten für angehende Naturwissenschaftler und Ingenieure, nicht notwendigerweise für Germanisten.
 
 

Kommentar von David Konietzko, verfaßt am 02.04.2008 um 12.56 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11851

Ein Gymnasiallehrer für Deutsch mit über 30jähriger Berufserfahrung erzählte mir einmal, das Suffix -nis habe er vor der Reform in Schülerarbeiten kein einziges Mal falsch geschrieben gefunden, seitdem aber sei die Schreibweise -niss häufig.
 
 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 02.04.2008 um 13.21 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11852

Zunächst einmal ein Dankeschön an die Herren Dronskowski und Konietzko.
Ein klägliches Bild zeigt sich offenbar. Einschlägige Beispiele lese ich des öfteren in Internet-Foren und dergleichen.
Verstärkt fällt mir in letzter Zeit auf, daß die Endung "-weise" abgetrennt wird, so sie auf ein "-iger" oder "-licher" folgt: "möglicher Weise", "notwendiger Weise".

Ich hoffe dennoch, daß zumindest Studenten der Germanistik u. ä. mehr Interesse an der Orthographie zeigen.
 
 

Kommentar von b.eversberg, verfaßt am 02.04.2008 um 14.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11853

Alles dies erregt aber kein öffentliches Interesse, auch nicht das von B. Sick, schon gar nicht wird nach Ursachen gefragt. Vermutlich sitzt man aber im Rat, bei der Beobachtung des beruhigten Marktes und des Schreibgebrauchs, schon an einer vergleichenden Analyse: Was hat sich gegenüber 1996 geändert? Dazu wird Herr Z. wohldefinierte Stichproben aus diversen Textsorten ziehen lassen, von 1996 und 2008, Fehler suchen, kategorisieren, zählen, vergleichen. Mit wissenschaftlicher Methodik und Akribie, was sonst. Die Ministerinnen und Minister werden ja langsam mal wissen wollen, wofür sie sich schon auf die Schultern klopfen können oder wo man evtl. noch gezielt, unaufgeregt und behutsam nachjustieren könnte. Immer bedacht, Schaden vom Land zu wenden und seinen Nutzen zu mehren...
 
 

Kommentar von PL, verfaßt am 02.04.2008 um 18.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11854

‚Sick‘ ist ein Begriff und zugleich der Name eines Menschen, der nichts begriffen hat.
 
 

Kommentar von Kurt Albert, verfaßt am 02.04.2008 um 19.09 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11855

Hochschulorthographie – Presseorthographie ...

Mitunter schreiben Texter (natürlich, jadoch, auch Texterinnen) von Werbeagenturen genauer (und solider, wenn man will), gemessen an den Vorgaben der Rechtschreibreform.

Viele wollen es immer noch nicht wahrhaben: Diese Reform hat nicht nur nach unten nivelliert, sie hat insgesamt das Schreibniveau gesenkt und Schaden angerichtet. Die Bilanz ist rundum negativ.

Traurig, immer wieder beobachten zu müssen, wie auch germanistisch Interessierte und sprachwissenschaftlich Gebildete (beruflich kann ich ein Lied davon singen), gerade Jüngere, jene Reform nicht nur als gegeben und verordnet, sondern als willkommen, zeitgemäß und fast sakrosankt betrachten.
Besonders deprimierend: Nach wie vor wird "der Duden" als verbindlich und unbefragt einzig befugte Instanz angesehen (und dies gilt dann auch für grammatische und lexikalische Fragen).
 
 

Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 03.04.2008 um 23.22 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11863

Im Rahmen der (aus den imperialistischen USA importierten) hochmodernen political correctness, die es in Deutschland schon sehr lange gibt unter den Namen Opportunismus, Kriechertum oder Wende!halsigkeit (nach Augst: Wändehalsigkeit), muß Horst H. Munske unerwähnt bleiben.

Die Namen der unbeugsamen Kämpfer für Demokratie, Meinungsfreiheit und Aufständischen gegen jede Knechtschaft wie etwa Nerius oder Augst dagegen hat jedes akademische Blatt – in amtlich vorzugebenden Intervallen – ehrfurchtsvoll in Erinnerung zu bringen, und sei es nur in den zahlreichen Anmerkungen zu den (weniger akademischen) Fehlschreibungen als Folge einer Initialzündung durch hochverdiente Sprengmeister.
 
 

Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 04.04.2008 um 00.28 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11865

Es ist – aus der Perspektive der germanistischen Linguistik – wirklich deprimierend, wenn Studenten der Germanistik oder des Lehramts "Deutsch" die Duden-Grammatik als wissenschaftliche ausgegeben wird. Diese Grammatik (Grebe – Drosdowski – Eisenberg) kann sowohl wegen der ihr zugrundeliegenden eklektischen oder auch überhaupt fehlenden Grammatiktheorie wie auch wegen ihrer inkonsistenten teutonisierenden Terminologie nicht als wissenschaftlich gelten, abgesehen davon, daß die Autoren der Einzelteile wohl nur in Notfällen "korrespondieren".

Patchwork ist allerdings auch die hochwissenschaftliche IdS-Grammatik mit ihrem enigmatisch logisierendem Flair. Sie setzt die von der Duden-Grammatik begonnene und von der Akademie-Grammatik (Heidolph/Flämig/Motsch) gewahrte Tradition fort, die vielen Generationen künftiger Studenten der Germanistik (Lit & Ling) "auf den Weg gegeben" wird.

Die Duden-Grammatik kann sich zum einem zugute halten, seit Jahrzehnten zitiert zu werden, zum anderen darauf verweisen, daß die an ihr geübte Kritik in ihren nur leicht revidierten Remakes so viel Niederschlag findet, wie ihn die Sahara hat.
 
 

Kommentar von Marco Mahlmann, verfaßt am 04.04.2008 um 15.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11868

Zu ... Wende!halsigkeit (nach Augst: Wändehalsigkeit)... von Herrn Schatte:
Ein Zivildienstkollege von mir rief uns eines Tages per Notiz dazu auf, "die Ausstellungswende" fortzuräumen. Es hat einen Augenblick gedauert, bis wir darauf kamen, daß hier ein "ä" zu setzen gewesen wäre.
Aber Augstens Lehre von der volkstümlichen Wortherleitung ficht das wohl nicht an, zumal er ja die normalbürgerlichen Überlegungen bei der Schreibung jedweder Worte vollumfänglich kennt (kännt).
 
 

Kommentar von Karsten Bolz, verfaßt am 04.04.2008 um 16.09 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11869

Bei RTL (Wer wird Millionär?) hat man gelernt, daß man sogenannt jetzt wieder schreiben darf. Jedenfalls war es letzte Woche im Quitz so zu lesen. Vielleicht färbt das ja auch auf den "Uni-Kurier" irgendwann ab...
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.04.2008 um 17.14 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11870

Herr Schatte vermißt in der Dudengrammatik eine (einheitliche) Grammatiktheorie. Ich bin skeptisch. Das Wuchern der Grammatiktheorien, die nichts gebracht haben, sollte uns stutzen lassen. Von einem Lehrbuch der Biologie erwartet man nicht, daß ihm eine Biologietheorie zugrunde liegt – oder? Wozu sollte das auch gut sein? In der Dudengrammatik steht viel Richtiges, und vieles ist auch zu kritisieren, wie ich es z. B. getan habe. Das Fehlen einer Theorie ist mir nicht aufgefallen.
 
 

Kommentar von David Weiers, verfaßt am 05.04.2008 um 01.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11871

Von einem Lehrbuch der Biologie erwarte ich aber durchaus, daß ihm eine Theorie zugrundeliegt! Daß einleitend eine solche nicht mehr "abgesteckt" wird, liegt einzig daran, daß man es mit einer Naturwissenschaft zu tun hat; man kann davon ausgehen, daß die Darstellung in einem solchen Buch naturwissenschaftlich ist.

Was mich interessiert: nach welchen Maßstäben arbeiten eigentlich diejenigen, die die Grammatiktheorien immer schön fleißig wuchern lassen? Anscheinend gibt es in der Sprachwissenschaft ja keine klare Linie, was die theoretisch begründbare wissenschaftliche Methode angeht. Oder wie paßt es sonst zusammen, daß in nur einem einzigen Absatz ein Linguist es fertigbringt, die Perspektiven gleich mehrerer Disziplinen zu einer theoretisch undisziplinierten Chimäre zusammenzutackern?

(Übrigens gibt es in biologischen Lehrbüchern nicht eben wenige einleitende Worte zum "speziellen Blickwinkel", unter dem dargestellt wird. Äußerst nützlich. Aber letztlich sind das ja keine eigenen grundlegenden Theorien.)

Meiner (wirklich ganz) bescheidenen Ansicht nach gibt es wissenschaftliche Methoden und unwissenschaftliche "Un"methoden (und meinetwegen auch noch die theologische Methode, will ich ja gerne anerkennen); einzig die Prämissen sind es, die zwischen Geistes- und Naturwissenschaften den (im besten Sinne folgenschweren) grundlegend theoretischen Unterschied machen.
Was tun denn nun "die Linguisten"?

Aber das gehört nicht mehr zum Thema.
 
 

Kommentar von Christoph Schatte, verfaßt am 05.04.2008 um 23.35 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11872

So ernst nahm man ja den Namen "Theorie" (i.S.v. widerspruchsfreie konsistente Menge vorausgesetzter Annahmen zur vollständigen Erfassung eines konstitiuererten Objektbereichs) in den Humanwissenschaften nie. Aber nach einem einheitlichen Konzept sollte eine Grammatik schon verfaßt sein. Grammatiktheorie, wenn sie denn möglich und notwendig sein sollte, ist allerdings nicht zu verwechseln mit allumfassenden, endgültigen etc. Sprachtheorien (IC, GTG, G&B, MT, GenSem, lambda-kategoriale Gr. etc.).

Generell geht es lediglich um ein auch nur halbwegs konsistentes Beschreibungsverfahren, was sich auch in den Benennungen niederschlagen sollte, ohne daß deren Gesamtheit den Namen "Terminologie" verdienen muß. Daß auch in der Duden-Grammatik Richtiges steht, wird niemand zu bestreiten wagen. Der Benutzer einer Grammatik sollte indes nicht in die Situation eines Pilzesammlers im Walde gezwungen werden bzw. anhand derselben inakzeptable Äußerungen machen zu müssen. Letzteres kann der Duden-Grammatik in vielen Fällen nachgewiesen werden.
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 06.04.2008 um 15.47 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11873

Theorien sind in Bereichen üblich, in denen man nicht genau weiß, ob das beobachtbare Vorgefundene schon alles ist oder ob es nicht noch weitere unentdeckte Fälle gibt. Außerdem dort, wo das Vorgefundene als Ergebnis eines noch unbekannten Prozesses interpretiert wird.
Im Falle von Sprache und deren Grammatik meine ich, daß das Vorgefundene alles umfaßt, was es gibt.
Theorien aufzustellen ist also nicht erforderlich, wohl aber die Fähigkeit, ein Ordnungssystem (oder wie immer man so etwas bezeichnen möchte) zu schaffen, in dem das Verhalten der vorgefundenen Fälle konsistent und möglichst geradlinig beschrieben wird. Ob es hier wirklich Brauchbares für Deutsch gibt, weiß ich nicht.
Schriftlich festgehaltene Grammatiken haben lediglich den Zweck, ein Teil der Dokumentation der Sprache zu sein.
Der Sprecher, der seine Muttersprache – wie der Name sagt – von seiner Mutter (und der näheren Umgebung, in der er als Kind aufwächst) lernt, kann ohne einen blassen Schimmer von Grammatikregeln grammatikalisch richtig sprechen (sofern seine Mutter es konnte). Der Grammatikerwerb ist also Teil des Spracherwerbs. Kein Mensch lernt eine Sprache nach Regeln, die in einer Grammatik (besser oder schlechter) zusammengefaßt sind.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 06.04.2008 um 21.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11874

Theorien existieren in der Sprachwissenschaft dort, wo es nicht genügend Belege gibt: in der Rekonstruktion der gemeinindogermanischen Sprache und der Entstehung der indogermanischen Einzelsprachen. Außerdem gibt die Baskentheorie von Theo Vennemann über die westeuropäische vorindogermanische Sprache.
 
 

Kommentar von David Weiers, verfaßt am 07.04.2008 um 00.04 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11875

Ich hätte mich präziser ausdrücken sollen. Ich bin jetzt aber ins Forum ausgewichen, sonst führt das hier zu weit.
 
 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 08.04.2008 um 10.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11876

„Liebe Mensa-Gäste,

ich möchte Sie herzlich zum Sommersemester 2008 in unseren Mensen Willkommen heißen.“

(Grußwort des Geschäftsführers des Studentenwerks Halle im aktuellen Speiseplan)
 
 

Kommentar von ppc, verfaßt am 10.04.2008 um 15.01 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#11879

Dazu fällt mir das klassische Zitat ein: „Ich heiße Heinz Erhardt und Sie herzlich willkommen.“
 
 

Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 02.06.2008 um 15.05 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#12252

Neue Deutsch

Wenn man sich an der FernUniversität Hagen für eine Prüfung anmeldet, bekommt man eine Bestätigung per E-Mail, die unter anderem folgenden Satz enthält:

Falls Sie eine Klausur die Klausurorte 'Ausland', 'Behindert' oder 'JVA' gewählt werden, müssen Sie an das zuständige Prüfungsamt per Email die Angaben von Institution, Ansprechpartner und Aufsichtsperson einschließlich der zugehörigen Adresse(n) zu senden.

Alles klar?
 
 

Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 08.06.2008 um 09.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#12287

Gestern in einer Diplomarbeit gelesen:

Einbusen
 
 

Kommentar von Tobias Bluhme, verfaßt am 15.06.2008 um 14.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#12346

Heute im Text eines Studenten:

... eine Eingränzung des Personenkreises kann ich nicht erkennen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 05.02.2014 um 06.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=995#25046

Grenze wurde noch bis ins 19. Jahrhundert mit ä geschrieben (< poln. granica); die Reformer hätten in ihrem etymologischen Furor eigentlich die alte Schreibweise wiederherstellen müssen.

Aber zu etwas anderem: In der FAZ (5.2.14) wird mit Recht auf den Machtzuwachs der Pressestellen an unseren Hochschulen hingewiesen. Die Professoren werden unablässig ermahnt, ihre Fähigkeit zur Selbstdarstellung und -vermarktung zu verbessern. Auch der Hochschulverband tutet in dieses Horn, bietet Seminare an wie: "Wie stelle ich mich, meine Kollegen, mein Institut selbstbewusst dar?" usw. - PR ist ebenso wichtig wie Forschung, bald wichtiger.

Tatsächlich sind die Magazine, mit denen sich z. B. die Erlanger Universität an die Öffentlichkeit wendet, so oberflächlich und langweilig, daß ich sie ungelesen ins Altpapier befördere. Man sieht auf jeder Seite die Hand der ahnungslosen PR-Leute und Layouter am Werk.

Auf derselben Seite der FAZ wird der Hochschulverband für seine Mitgliederwerbung kritisiert (mit Gutscheinen für Jacques Weindepot usw.).

Max Planck Forschung geht einen annehmbaren Mittelweg, bietet lesbare und nur (noch) selten inverse Schrift. Die Darstellung ist so ausführlich, daß man informiert, aber auch als Geisteswissenschaftler nicht überfordert ist.
 
 

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