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01.07.2010
Zensur
Bayern legt sich für Fundamentalisten ins Zeug.
Wie den Zeitungen zu entnehmen war, hat der bayerische Schulminister ein Englischbuch des Verlags Cornelsen beanstandet, weil darin ein Artikel der bekannten amerikanischen Autorin Susan Jacoby abgedruckt und zur Diskussion gestellt war. Der Protest ging von evangelikalen Verbänden in Deutschland aus. Man erinnert sich an Versuche deutscher Kultusministerinnen, den religiösen Kreationismus in den Biologieunterricht aufzunehmen. Cornelsen hat nun beschlossen, diesen Artikel aus dem Buch herauszunehmen. Hier ein Auszug aus der Stellungnahme des Verlags:
"Im Genehmigungsverfahren hat das bayerische Kultusministerium einen Passus zur Behandlung des Themas Religion in den USA beanstandet. Es geht um das Kapitel Dreaming of 'Gods Own Country', in dem der Artikel 'Fundamentalism in America' von Susan Jacoby zur Diskussion gestellt wurde. Dieser Artikel ist namentlich gekennzeichnet und gibt nur die Meinung der Autorin wieder. Der kritische Beitrag war aufgenommen worden, um Oberstufenschülern ein breites Spektrum an Sichtweisen und Standpunkten zu bieten. Im Anschluss daran werden Fragen zur Behandlung im Unterricht gestellt, z.B. Point out the dangers Jacoby sees … Define 'fundamentalist' and 'evangelical' as Jacoby uses the terms. Point out the main differences between the two … Es soll nicht inhaltlich Einfluss genommen werden, sondern Schüler werden motiviert, sich kritisch auseinanderzusetzen und eine eigene Position zu finden.
Wir halten diesen Beitrag für unproblematisch und gut geeignet die kritische Auseinandersetzung von Oberschülern mit dem Thema Religion in den USA zu fördern. Wenn aber das bayerische Kultusministerium das anders sieht und inhaltlich beanstandet, sind wir gerne bereit hier einen geeigneten Ersatz zu liefern. Nachdem wir über die Beanstandung informiert wurden, haben wir uns daher entschieden, hier das umstrittene Teilkapitel zu streichen. Wir werden schnellstmöglichst eine neue Unterrichtseinheit zum Thema Religion in den USA erstellen und sind sehr zuversichtlich, dass Context 21 dann auch in Bayern zugelassen wird."
Schulbuchverlage haben keine Wahl, sie müßten sich denn vom Markt verabschieden.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.08.2010 um 18.09 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16694
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Um mir selbst ein Bild zu machen, habe ich inzwischen zwei umfangreiche Bücher von Susan Jacoby gelesen: "Freethinkers" und "The Age of American Unreason". Beide äußerst seriös, gründlich recherchiert und unbedingt lesenswert. Ich weiß nicht, wieso ein Zitat daraus den Auftrag der bayerischen Verfassung verletzen könnte. Natürlich verletzt jedes Biologiebuch die religiösen Gefühle mancher Leute, aber man kann es nicht allen recht machen. Ich sehe die Gefahr, daß man es unbedeutenden, aber sehr aktiven Konventikeln recht machen will, wie auch bei den Exzessen der feministischen Sprachregelung (s. Diskussion über "Gender Gap" und den ganzen dazugehörigen Wiki-Artikel, der ja wohl geradewegs in den Irrsinn führt).
Übrigens sind die Kultusministerien nicht "Auftraggeber" der Schulbuchverfasser, sondern die Verlage legen solche Bücher vor in der Hoffnung, daß die vom Kultusministerium ernannten Gutachter (oft Lehrer, die ihrerseits Schulbücher verfasssen) sie günstig beurteilen und die Ministerien sie dann zum Gebrauch in Schulen genehmigen werden. Die Verlage können Widerspruch gegen die Nichtgenehmigung einlegen, werden das aber wohl meist bleiben lassen, weil sie am kürzeren Hebel sitzen und auf das dauernde Wohlwollen der Ministerialbeamten angewiesen sind.
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Kommentar von Pt, verfaßt am 12.07.2010 um 18.42 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16499
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Lieber M. Schuchardt,
mein Kommentar bezog sich auf den letzten Satz von Beitrag #16488, in dem die christliche Einstellung als Korrektiv gegen möglichen Machtmißbrauch des US-amerikanischen Staates angeführt wird. Ich denke nicht, daß die christlichen Kirchen in Deutschland diese Rolle spielen könnten, eben weil hier vieles anders ist als in den USA. (Auch in kirchlichen Texten wird bei uns heute Reformschrieb benutzt.)
Dagegen sollten wir aus unserer Geschichte insbesondere des vergangenen Jahrhunderts gelernt haben, daß staatliche Macht allzuleicht mißbraucht wird. Meine Anmerkung war zwar ziemlich pauschal, das liegt aber auch daran, daß ich nicht immer einen ellenlangen Beitrag schreiben will, schon gar nicht bei dieser Hitze.
Ich stelle mich nicht grundlos gegen den Staat, sondern mich hat dieser in vielerlei Hinsicht enttäuscht. Das Beharren auf einer sinnlosen und ungewollten Rechtschreibreform ist nur eine Sache von vielen. Das heißt letztlich, daß in unserem Staat die Macht- und Gewinninteressen mehr zählen als andere Überlegungen. Das heißt aber auch, daß in unserem Staat letztlich alles möglich ist, wenn das den Mächtigen oder Reichen nur nützlich erscheint.
Letztlich haben die Deutschen nie wirklich Mitsprachrecht bei wirklich wichtigen Entscheidungen gehabt, wir sind gewissermaßen ein ''entmündigtes Volk'', selbst das geflügelte Wort vom ''mündigen Bürger'' hört man heutzutage nicht mehr.
Was Somalia angeht, so kann ich dazu nur wenig sagen, da ich seit zehn Jahren kein Fernsehen mehr schaue, kein Radio mehr höre und auch schon lange keine Zeitungen mehr lese. Über Somalia habe ich nur einen Artikel gelesen, nämlich diesen hier: http://mises.org/daily/2066
Demnach scheint es sich hier um zwei grundverschiedene Denkmodelle zu handeln, einerseits das eines Staates mit einer wie auch immer gearteten Regierung, andererseits einer auf Traditionen und Clans basierenden Gesellschaftsordnung. (Beachten Sie, daß ich hier den Begriff ''Staat'' nicht gebrauche.) Der Artikel deutet an, soweit ich ihn verstanden habe, daß Somalia nur deswegen Probleme hat, weil von außen Einfluß auf innerstaatliche Angelegenheiten genommen wird, ohne die völlig andersartige Gesellschaftsstruktur zu berücksichtigen oder überhaupt zu verstehen. Die westliche Welt kann halt nicht anders, als ihre Heilsleere (ja, ich weiß, Lehre wird mit h geschrieben) allen Völkern überzustülpen.
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Kommentar von M. Schuchardt, verfaßt am 12.07.2010 um 15.07 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16498
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Lieber Pt,
das ist mir zu pauschal. Niemand sollte sich grundlos gegen den Staat stellen. Dort, wo die staatliche Autorität versagt hat, lebt es sich nicht besser (z. B. Somalia, Kongo). Nur da, wo der Staat nicht rechtsstaatlich handelt, ist Widerstand vonnöten. Das war am 20. Juli 1944 der Fall. Die Ermordung so vieler Unschuldiger im NS-Staat ging ganz ohne Paragraphen vonstatten.
Beim der "Zensur" des Schulbuchs ist der Staat Auftraggeber und er hat das Recht (§ 131 Bayer. Verf.) auf seiner Seite. Bei der RSR fehlt es. Die KMK hätte noch viel rigorosere Reformen machen können. Nach Meinung ,mancher Befürworter ging die RSR nicht weit genug. Es gibt prinzipiell keine Grenze und eine Begründung (Vereinfachung) läßt sich finden. Und dies alles ohne irgeneine Kontrolle durch Parlamente und ohne einen Verfassungsparagraphen.
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Kommentar von Pt, verfaßt am 10.07.2010 um 01.25 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16489
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Deutschland ist nicht Amerika, aber wir sollten aus unserer Geschichte gelernt haben und deshalb dem Staat kritisch gegenüberstehen.
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Kommentar von Marvin, verfaßt am 09.07.2010 um 18.58 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16488
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Das mit dem Fundamentalismus ist schon seltsam. An der fundamentalistischen Durchsetzung der "Rechtschreibreform" ist dann auch das Christentum schuld? Oder hat nicht eher die Wissenschaftsgläubigkeit und säkulare Staatsfrömmigkeit von Öffentlichkeit und Medien es einer Interessengruppe ermöglicht, das erfolgreich durchzuziehen? In den USA wäre das jedenfalls nicht möglich, dort ist submissive Staatsgläubigkeit verpönt, und das nicht trotz, sondern wegen verbreiteter christlicher Einstellung.
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Kommentar von Seneca d. J., verfaßt am 08.07.2010 um 17.30 Uhr 
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16484
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Religion gilt dem gemeinen Manne als wahr,
dem Weisen als falsch
und dem Herrschenden als nützlich.
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Kommentar von M. Schuchardt, verfaßt am 07.07.2010 um 14.53 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16471
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@Theodor Ickler
Ich möchte mal an das Thema erinnern. Denn hier ging es darum, ob ein Zensur vorläge. Dies ist klar zu verneinen, denn ein Schulbuch ist keine Zeitung und auch kein gewöhnliches Buch, das man im Buchhandel erwerben kann. Denn der Auftraggeber nimmt (und er darf das auch) auf den Inhalt Einfluß.
Wenn man gegen jemanden's Argumente mit unlauteren Mitteln vorgeht, dann macht man ihn schlecht. Der ist ein Bayern-München-Fan, ist bei der X-Partei, ist dreimal verheiratet oder man sagt einfach, er sei ein Dummkopf.
Gegen letztere Herabwürdigung haben die bayerischen Verfassungsgeber etwas gehabt (besagter Artikel 131 d. Verf.). Und das kann man doch nachvollziehen.
Ob die Christen (um die geht es doch immer, denn an die Moslems traut man sich ja nicht ran) nun tatsächlich dümmer sind als die allgemeine Bevölkerung ist dafür schlicht irrelevant. Der Artikel gehört auch dann nicht ins Schulbuch.
Nun verstehe ich ein wenig von Statisik. Es gibt die beschreibende und die schllußfolgernde Statistik. Letzere ist es, um die es hier geht. Dabei können viele Fehler gemacht werden (Alpha- u. Beta-Fehler), schon bei der Datenauswahl. Probleme ergeben sich auch, wenn man keinen Doppelt-Blindtest anwendet. Ich würde nicht von "zweifelsfrei" sprechen wollen.
Immerhin bedeutet das ja nur, daß es ein Durchschnittswert ist. Wie stark weicht der von der Grundgesamtheit ab? Ist die Abweichung signifikant und wie hoch ist sie?
Immerhin gab und gibt es auch intelligente religiöse Menschen. Dazu gehören neben Margon Käßmann, Papst Benedikt XV, Alfred Delp, Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther, Bartholomé las Casas, Augustinus, die Evangelisten, Paulus, Augustinus u. v. a. m.
Johannes Kepler war gläubiger Christ und Galileo Gallilei trotz des Drucks durch die Kirche auch. In einem Welt-der-Wissenschaft-Heft über W. v. Braun steht nur ein Satz darüber. Er hätte in seiner Zeit in den USA angefangen (von Hause aus war er vermutlich röm.-kath.), sich mit dem Luthertum zu befassen. Und das hat er bestimmt nicht oberflächlich gemacht (meine Meinung). Man mag über ihn denken, was man will: ein Dummkopf war er sicher nicht!
Und noch ein letztes (damit das Thema Rechtschreibung nicht aus dem Blick gerät): in der Bibel kommen die Christen oft sehr schlecht weg (z. B. Petrus). Die Jünger zanken sich, wer zu Jesus Rechter sitzen wird usw. Es wird sogar gesagt, daß Jesus selbst bei seinen Predigten nicht alle überzeugen konnte. Diese Wahrheitsliebe findet man bei den Verlautbarungen der Kumi-Konferenz leider nicht ("Staatsräson", "zehn unwiderlegbare Gründe", "normative Macht des Faktischen" usw.) und auch sonst eher selten (Stichwort: Finanzkrise, "alternativlos").
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Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 07.07.2010 um 00.46 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16468
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Tut mir leid, ich habe mich falsch ausgedrückt: Natürlich bin ich auf Minnesota stolz, aber ich bin kein Minnesotaner "mit verwaltungs- und bildungspolitischem beachtlichem Einfluß durch deutsche und skandinavische Einwanderer!" Aber Sie geneigte Leser haben sicher schon verstanden, wie ich's eigentlich meinte.
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Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 07.07.2010 um 00.31 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16467
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"Statistisch gesehen, besteht dieser Zusammenhang zweifellos, wenn auch natürlich nicht in bezug auf Individuen." Ich erinnere mich an den Titel eines längeren Aufsatzes in einer großen deutschen Zeitung: "Sind Katholiken dümmer?" Wir bewegen hier uns hier auf einem sehr dünnen Grat, der nicht nur Fundamentalismen voneinander trennt. Ich selbst bin ja auch dafür, daß alle, auch Jugendliche, "die aktuellen Forschungsergebnisse der israelitischen Chef-Archäologen Israel Finkelstein und Neil A. Silberman, die sie in ihren Büchern 'Keine Posaunen vor Jericho, Die archäologische Wahrheit über die Bibel' und 'David und Salomo, Archäologen entschlüsseln einen Mythos' veröffentlicht haben", lesen und gut zu verstehen versuchen. Nur bin ich eben e pluribus unus, und ich bin auf Methoden eingeschworen, die sich recht zivilisiert auch mit Unrechtem der anderen auseinandersetzen. Als Pädagoge weiß ich, daß die anderen blöd zu nennen gar nichts hilft. Als stolzer Minnesotaner (mit verwaltungs- und bildungspolitischem beachtlichem Einfluß durch deutsche und skandinavische Einwanderer!) kann ich natürlich über die Bildungspolitiker in Kansas und ihr Schulbildungsprogramm lächeln, aber lächelnd abwinken tue ich das Problem deshalb auch aus einiger Ferne nicht. Hoffnung auf lange Sicht gibt mir allerdings, daß auch in Kansas Leute leben, die solide Lebenserfahrung haben und klar denken können.
Ich glaube, es ist vom bisher Gesagten klar genug, daß ich mich auch nicht in den "gewissen Kreisen" wohlfühle, in denen es "schick" ist, "über religiöse Amerikaner im allgemeinen und die Evangelikalen im besonderen die Nase zu rümpfen." Was mir aber besonders auffällt: Die gewählten und gesetzlich ernannten Bildungsexperten da in Kansas *glauben* überzeugt an das, was sie da als Schulprogramm in ihrem Gebiet einsetzen, und in ihrer Sicht hängt ihr Seelenheil davon ab und das der Kinder, für die sie sich verantwortlich fühlen. Unsere KultusministerInnen im aufgeklärten Mitteleuropa jedoch *wissen*, daß sie bei der Rechtschreibreform so einiges falsch gemacht haben; aber um nicht Gesicht zu verlieren und so ihren Posten in Gefahr zu bringen, bleiben sie fest bei dem, was sie dem Volk aufgezwungen haben, zu dessen Schaden. Welche von den beiden Interessengruppen verdient die größere Verachtung?
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Kommentar von E. van Gelist, verfaßt am 06.07.2010 um 18.50 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16466
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Es ist hierzulande in gewissen Kreisen schick, über religiöse Amerikaner im allgemeinen und die Evangelikalen im besonderen die Nase zu rümpfen. Dem Beobachter kommt dies so vor, als ob man damit verdrängen möchte, daß sie eigentlich vor der eigenen europäischen Haustür kehrten müßten. Atheisten treten zuweilen so doktrinär und überheblich auf, daß sie den Balken vor dem eigenen Auge nicht sehen. Auch der realen Gefahr des islamischen Fundamentalismus will man wohl lieber nicht ins Auge sehen und verlagert seine Ängste auf harmlosere Gruppen. Dies ist nicht nur Dummheit, sondern auch Feigheit.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 06.07.2010 um 17.24 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16465
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Statistisch gesehen, besteht dieser Zusammenhang zweifellos, wenn auch natürlich nicht in bezug auf Individuen. Es gibt eine Fülle von Arbeiten, die es belegen, ich verweise der Kürze halber (und bleibe wegen Susan Jacoby bei den USA) auf:
http://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_atheism#North_America
Aber wie gesagt: eigentlich geht es mir um die Schulbuchzulassung und um den Einfluß von Interessengruppen.
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Kommentar von M. Schuchardt, verfaßt am 06.07.2010 um 16.23 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16464
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In dem Bericht fehlt ein entscheidender Hinweis:
Der Artikel wurde deswegen entfernt, weil er die Achtung vor Gott und vor der religiösen Überzeugung des Menschen mißachtet (§131 der bayerischen Verfassung).
Die Autorin hatte nämlich behauptet: „ein unbestreitbarer, starker Zusammenhang zwischen religiösem Fundamentalismus und einer fehlenden Bildung“.
Verkürzt gesagt: je dümmer desto religiöser.
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Kommentar von Unbelehrbarer Romantiker 2.0, verfaßt am 02.07.2010 um 12.27 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16449
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Testamentarische Dichtung nebst Klagegesang
Was hilft mir im täglichen Leben, was "sagt" mir mehr, was ist eine der größten Kulturleistungen? - wenn nicht die Dichtung! Die prächtige Dichtung des Alten Testaments - oder die knöcherne der höchst distanzierten Genforscher-(Möchtegern-)Apostel aus ihrem Statistikhain? Wer ist hier allgegenwärtiger? Wer greift tiefgreifender in mein privates Leben vor? Auch: Wer duldet keinen Widerspruch? Hierzu finde ich bezeichnend, daß auf dem Dollar (Inbegriff des Kapitalismus) von Gott die Rede ist ("Wir vertrauen auf Gott"), sozusagen als zweite Instanz gegen die Regierung und das Geld an sich (ich weiß, ist im Kalten Krieg eingeführt worden und ist umstritten). So etwas fehlt dem "neutralen" Euro aber vollends, hier gibt es nur Abstraktes ohne Bezeichnung oder gar Erhöhung, eine EU-Wirtschaftsmacht duldet nichts neben sich.
Ich spreche mal wieder als Musiker - wieviele Lieder hat denn die neue Forschung so hervorgebracht? Daß meine "Oma Motorrad fährt", daß "Marmelade Zucker enthält [wobei ja neuerdings nicht mehr von Marmelade gesprochen werden darf]"? Zur neuen [eigenmächtig umgeschriebenen] Apokalypse der Klimaerwährmung etwa (deren Ketzer ja auf den Pranger, meine, zur Unperson abgestempelt werden) und deren Dichtungen und Umschreibungen ja hanebüchen wie unpoetisch sind? Ist das nicht das unumstößliche Glaubensbekenntnis unserer Tage? Wenn Sie so wollen, ist die deutsche Eigenart hierauf zu reagieren ja die alte: es als Tabu hinzunehmen, nichts zu sagen. Wußte schon Madame Stael (Trema geht her gerade nicht).
Um den Gedanken weiterzuführen - würden auch nur ein Schüler die Schule verlassen, ohne wenigstens ein Lied zu kennen (außer vielleicht dem Fußballgegröle und den Girly-Sternchen-Gequäke), ein Schüler ein "Gedicht" aufsagen zu können (Vaterunser), ohne Religionsunterricht? Mir fiel das erst mit meinen ausländischen Kollegen richtig auf, daß das "Volk der Dichter" keine Dichtung mehr kennt, geschweige denn Lieder zu singen vermag (meine Japaner waren höchst erstaunt darüber, ähnlich wie vor allem für Russen das undenkbar schien). (Diese größten Kulturleistungen sind nun mal von Religion stark geprägt, das ist eben so, das ist unsere Geschichte, die können Sie nicht übertünchen.) Nebenbei bemerkt: Ich fände es nicht übel, wenn ein so selbsteingenommer Mensch wie Westerwelle mal mit anderen zusammen einen Moment mal demütig und still knien würde (was wir Katholiken ja gewohnt sind).
Ja, zur Diskussion stellen! Lieber Herr Erich Virch, da sprechen Sie den springenden Punkt an!
Wieder als Musiker: Nach der neuesten "Erkenntnis" der (beweihräucherten) Pädagogik soll das Improvisieren im Anfangsunterricht im Vordergrund stehen und das ganze (oft riesige) Instrument benutzt werden. Ersterer soll VOR der Umsetzung (auf dem Instrument) von Kinderliedern, den Melodien, vor dem zaghaften Ein-Hand-Raum, dem modulierten Ton an sich, erfolgen. Vorbild Nachahmung/Anweisung? Ist scheinbar nur was für Kinderschänder. Welcher "Typus" von Kind da wohl auf der Strecke bleibt, oh, welch tabuisierte Frage aber auch! Nebenbemerkung: Improvisieren lernt man dadurch, daß man erst etwas beherrscht, ähm, meine gendergerecht "versteht", ehe etwas "aufgebaut" und "losgelassen" werden kann.
Übrigens Bayern und Bauernschläue - unsere Volontäre aus den neuen Bundesländern waren durch die Bank aufgeweckter, aber eben auch "trockener" (respektive sachlicher). Komische Klischees, die da bestätigt wurden.
Man lese die Verfassung des Freistaates Bayern bitte von Anbeginn, da steht:
"Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat [...]
Also eine Zeit da Gott den Herrschern untergestellt war. Und da Bundesrecht bekanntlich nach GG das Landesrecht bricht, und das wiederum die herrschaftliche EU-Verfassung, nun denn.
"Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung [...]" - also vor einer höheren Instanz als über dem Staat stehend. Ich finde das nicht unbeachtlich (und zudem geschichtlich gewachsen, siehe oben). (Helmut Schmid hat kürzlich zu der Vereidigung jener NRW Ministerin gemeint, sie bete ihren Gott an, es sei also anwendbar, wenn auch wohl nicht im Sinne der Väter des Grundgesetzes, denn so weit hatte man 1946-1948 und in Folge nicht gedacht). Hinsichtlich der zukünftigen Probleme aber mit strenggläubigen Muslimen kann das nach hinten losgehen und im Hinblick auf Erdogans unverhohlene Rede von 2008 in Köln und den jüngsten Kommentaren deutscher Imane (mindestens rund ein Fünftel der Imane, die in deutschen Moscheen predigen, gehört einer fundamentalistisch konservativen Strömung an) wird das ein kräftemessendes Spektakel geben, Diskussionen werden da erfahrungsgemäß nicht fruchten. Ich weiß, das darf man nicht sagen, auch nicht denken. Aber gedacht haben, könnte man's schon - frei nach Valentin (ein Bayer, durch und durch) ;-)
Ich kenne vermeintliches Schulbuch nicht, aber mir scheint besagter Artikel luftleer im Raum zu stehen, so als unumstößlicher Ausgangspunkt der "allgemeinen" Meinung, von diesem aus könne das "motiviert" diskutiert werden. Ich erkenne da nichts Anerkennendes, Tolerierendes, zu den "umstrittenen" "Vorgestrigen". Das Gelächter in der Klasse höre ich auch sogleich mit: Die Menschen früher, so auf der Scheibe (haha!), die lebten ja vorsintflutlich (hahaha!), das waren irgendwelche Ritter (ah!) und blöde Bauern (höhöh!) und so, und die heute, sind ja alle meschugge [wobei ich hier das jiddische Wort bewußt gebrauchte] (hahaha!). Mit Verlaub, lernt man so Achtung vor anderen, denen etwas, was aus/in unserer Geschichte gewachsen ist, auch aus Erfahrung dieser? In den USA leben viele Freikirchler, die da auswanderten (warum wohl?). Und meine Verwandten gehörten auch der schlesischen, ach wie bigotten Freikirche an. Die lebten aber damit ganz gut, ich erlebte sie als äußert höfliche und liebevolle (die halfen sich nach dem Krieg vorbildlich) Menschen. Ich wüßte nicht, welchen Raum mir, wäre ich Lehrer, das Schulbuch da präsentierte.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 01.07.2010 um 19.05 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16447
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Wahrscheinlich sind in alten Zeiten viel öfter Steine vom Himmel gefallen, und deswegen glaubten die Menschen, (auch die, die die Schöpfungsgeschichte (ab-)geschrieben haben,) daß der Himmel ein fester Körper ist. In der Septuaginta steht dafür "stereooma" und ("und Gott nannte den festen Körper Himmel"). Die Bezeichnung "Firmament" ist eigentlich eine lateinische Verfälschung, weil sie nur Befestigungsmittel (für die Sterne) bedeutet.
Auch in Deutschland gibt es Menschen, die im außer-reliösen Bereich auf wissenschftliche Widerlegungen ihrer Ansichten mit den Worten reagieren: "Das ist ja gerade der Irrtum."
Viel sinnvoller wäre in der Schule eine Diskussion über die aktuellen Forschungsergebnisse der israelitischen Chef-Archäologen Israel Finkelstein und Neil A. Silberman, die sie in ihren Büchern "Keine Posaunen vor Jericho, Die archäologische Wahrheit über die Bibel" und "David und Salomo, Archäologen entschlüsseln einen Mythos" veröffentlicht haben. Das Alte Testament ist eine Dichtung, die auch öfter umgeschrieben wurde.
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Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 01.07.2010 um 17.00 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16446
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Wenn sich tonangebende Bildungspolitiker, Lehrer und Eltern über eines einig sind, dann anscheinend darüber, daß die traditionelle Lernschule, die alte Pauk- und Wissensvermittlungsanstalt überwunden werden müsse; an die Stelle des Drills der Vergangenheit habe die Förderung selbständigen Denkens und kritischen Bewußtseins zu treten. Die Wissensvermittlung ist leicht einzustellen, und wer es als Schüler dann an autodidaktischem Eifer fehlen läßt, ist selbst schuld. Wie aber kann man Kritikfähigkeit fördern, ohne womöglich heikle Fragen diskutieren zu müssen? Die Lösung: man legt den Begriff Kritik tolerant aus und bringt den Kindern in mildem Ton bei, was politisch korrekt sei. Etwa der Respekt selbst vor engstirnigsten religiösen Anschauungen. Gegenüber Minderheiten gilt: Toleranz, Toleranz, Toleranz! Namentlich gegenüber Minderheiten mit Migrationshintergrund. Selbst dann, wenn die ihrerseits Frauen als Untermenschen und Schwule als Ungeziefer betrachten. Insofern befindet sich die moderne deutsche Form der Kritikfähigkeit in schönem Einklang mit der Tradition: sie äußert sich in der gewissenhaften Beachtung von Tabus.
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Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 01.07.2010 um 16.55 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16445
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"Die Schüler werden zu dem sie befriedigenden Resultat kommen, daß die Amis spinnen." Nun, das ist nur das befriedigende Resultat, weil es schon der von der eigenen Kultur vorgegebene und deshalb alle möglichen Bedürfnisse befriedigende Ausgangspunkt der eigenen Fragestellung, des eigenen Durchdenkens und der eigenen Zusammenfassung ist. An das Phänomen Spiritualität und wie es sich nach außen bei den einzelnen Menschen der verschiedenen Gegenden, Klassen, Traditionen, Regierungsformen — und Altersgruppen nicht zu vergessen! — zeigt, so daß man es nützlich "diskutieren" könnte, kommen Teenager sowieso nicht ran. Sie können vielleicht von bestimmten Zügen davon beeindruckt werden, aber bestimmt nicht systematisch, daß sie es sinnvoll "diskutieren" könnten. Mich beeindruckte schon immer der Satz: There's no atheist in the trenches; und über den denke ich öfters nach. —
Und weil wir hier von eigener Kultur sprechen, auch etwas zum Sprachlichen, was ich hier lernen mußte, um nicht anzustoßen: Die Antwort auf die Frage der Gastgeber, was ich zum Essen trinken möchte, war nicht Wein oder Bier (ich war damals noch gesunder Student), sondern: "Was haben Sie (anzubieten)?" Und dann war deren Antwort: "Oh, wir haben alles." Und dann, nach diesem "alles" kam die Aufzählung dessen, was sie hatten und was wohl ihr Herz als Gastmahlsbegleitgetränk begehren könnte. Und nur, wenn bei dieser durchaus manchmal längeren Aufzählung Wein und Bier ausdrücklich eingereiht waren, hatte ich eine Wahl (ich war damals noch gesunder Student), sonst eben nicht. Und mich bei der Erwähnung von Kaffee zur Begleitung des Hauptgerichts brrr und ungläubig zu schütteln, das hatte ich mir dann auch schnellstens abgewöhnt. Und warum und wie ein Mitbürger hier welcher Religion in der möglichen Tiefe des eigenen Herzens angehört, darüber ein Gespräch anzufangen, lohnt sich doch nun wirklich nicht und überläßt man dafür eingerichteten *summer camps* für Teenager und solchen, die es im Herzen geblieben sind.
In Deutschland hatten wir zur Diskussion dieser Fragen früher eine andere Tradition, in meiner Schule jedenfalls, aber wie bei der Rechtschreibung ist auch in dieser Beziehung ja nicht mehr alles so, wie's mal war. Aber auch im Sandkasten wurde mir von einem anderen Jungen schon erklärt, daß es keinen Gott gibt, denn wenn es einen gäbe, hätte er Deutschland nicht den Krieg verlieren lassen. Nun, wen immer die eigene Erklärung befriedigt, — lassen's wir's dabei, und reden wir bestenfalls miteinander vom "Gott der Philosophen", aber auch nur mit denen, die schon wissen, was damit gemeint ist. Daß Schüler durch ein Klassengespräch "motiviert" werden sollen, "sich [hierzu] kritisch auseinanderzusetzen und eine eigene Position zu finden" ist, meine ich mit meiner Erfahrung, nur den Verkauf fördern sollendes "educationese".
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Kommentar von R. M., verfaßt am 01.07.2010 um 16.52 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16444
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Mindestens so hohl wie das Zulassungsverfahren ist die vermeintlich emanzipative Lehrmethode, Schülern irgendwelche Schnipsel vorzuwerfen, über die sie dann »diskutieren« können. (Die Denunzianten haben immerhin begriffen, daß es entscheidend auf die Auswahl ankommt.) Geschult wird dabei weniger das sprachliche Ausdrucksvermögen als die Fähigkeit, sich der herrschenden Meinung anzuschließen. Vielleicht ist eines der Ergebnisse die in diesen Tagen oft artikulierte Sehnsucht nach einem Mann im pro forma höchsten Staatsamt, der die Gabe hat, die von allen ohnehin geteilten Überzeugungen eloquent zum Ausdruck zu bringen. What a waste.
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Kommentar von Germanist, verfaßt am 01.07.2010 um 16.51 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16443
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Weiteres ist bei www.spiegel.de unter "Gottes Werk und Bayerns Beitrag" zu finden.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.07.2010 um 16.16 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16442
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Die Schulbuchzulassung findet, wie wir schon mal erörtert haben, in einer rechtlichen Grauzone statt. Es gibt offenbar kein einklagbares Recht auf Zulassung, nur bedingungsloses Wohlverhalten. Außerdem sind die gutachtenden Lehrer oft solche, die selbst Schulbücher schreiben. Ein Verlagsvertreter hat mir das mal vor langer Zeit erklärt: Ob ein Buch zugelassen wird, liegt in Gottes Hand, aber wenn es zugelassen ist, hat mat die Lizenz zum Gelddrucken. Das muß man im Auge behalten, wenn man den Eifer bei der Umsetzung der Rechtschreibreform verstehen will; es dürfte auch sonst gelten.
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Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 01.07.2010 um 15.58 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16440
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Man darf nicht vergessen, daß die bayerischen Schüler die gescheitesten von ganz Deutschland sind...
Interessant zu wissen wäre noch, einer wie geringfügigen Denunziation es bedarf, um die bayerische Staatsregierung im Sinne der Ehrfurcht vor Gott tätig werden zu lassen.
Übrigens wollte ich die Bücher von Susan Jacoby immer schon mal lesen und habe mir heute gleich eins bestellt.
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Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 01.07.2010 um 14.46 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16439
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Lieber Herr Markner,
ehrlich gesagt, zu diesem Resultat, was das Verhältnis eines Großteils der Amerikaner zur Religion betrifft, bin ich auch schon lange gekommen. In Ihrem Beitrag hört es sich aber so an, als ob Sie das für das Ergebnis einer sehr einseitigen Darstellung halten. Dann meinen Sie also eigentlich doch, daß der beanstandete Text EBEN NICHT die Aufnahme in ein Schulbuch verdient?
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Kommentar von R. M., verfaßt am 01.07.2010 um 13.51 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16438
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Nun, daß das in Bayern vielleicht verfassungswidrig wäre, besagt ja nichts für Schleswig-Holstein.
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Kommentar von Sigmar Salzburg, verfaßt am 01.07.2010 um 11.15 Uhr 
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16437
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In der Revisionsverhandlung meiner Klage am 7.12.2001 vor dem OVG Schleswig gegen den Ersatzunterrricht für Religion bramarbarsierte eine fortschrittliche Richterin völlig neben der Wirklichkeit, daß das Land nicht gehindert sei, ein Fach “Religionskritik” einzuführen. Tatsächlich wäre das in Bayern und NRW geradezu verfassungswidrig.
Von der gleichen fortschrittlichen Dienststelle kam aber auch 2008 die Auslegung des Spruchs des BVerfGer v. 14.7.98, daß damit die erlaßweise Einführung praktisch jeden orthographischen Unfugs abgedeckt sei.
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Kommentar von R. M., verfaßt am 01.07.2010 um 09.15 Uhr
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1322#16436
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Unabhängig davon, ob der beanstandete Text die Aufnahme in ein Schulbuch verdient, kann man sich das Ergebnis der geforderten »kritischen Auseinandersetzung« ganz gut vorstellen: Die Schüler werden zu dem sie befriedigenden Resultat kommen, daß die Amis spinnen.
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