zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache
Diskussionsforum Archiv Bücher & Aufsätze Verschiedenes Impressum      

Theodor Icklers Sprachtagebuch

Die neuesten Kommentare


Zum vorherigen / nächsten Tagebucheintrag

Zu den Kommentaren zu diesem Tagebucheintrag | einen Kommentar dazu schreiben


29.03.2005
 

Pseudodemokratische Reform

Die Dresdner Erklärung der Kultusministerkonferenz (Okt. 1996) ist ein Dokument des schlechten Gewissens.
Daher auch das wiederholte Gerede von dem "demokratischen Entscheidungsprozess", der nunmehr abgeschlossen sei. Die Bevölkerung sei selbst schuld, wenn sie nicht daran teilgenommen habe. Den Ministern fällt dazu hauptsächlich die Anhörung von 1993 ein. Aber selbst die damals abgegebenen Voten einiger Verbände änderten nichts an den längst feststehenden Beschlüssen der ministeriellen Arbeitsgruppe. Das dokumentiert unfreiwillig gerade der Band von Hermann Zabel ("Keine Wüteriche am Werk" 1996). Was ohnehin mit den Absichten der Arbeitsgruppe übereinstimmte, machte sie sich zu eigen, den Rest eben nicht, also nicht die Vorschläge zur gemäßigten Kleinschreibung (nachdem die KMK den Reformern ohnehin untersagt hatte, dieses Gebiet aufs neue zu behandeln [vgl. Pressemitteilung der KMK vom 1.10.1992], was die Reformer, allesamt Kleinschreibungsverteter, freilich nicht hinderte, dennoch einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten) und erst recht nicht die Einheitsschreibung das auch für die Konjunktion. Was die Ministerialräte am Ende beschlossen, war schon vor der Anhörung klar. Munske, der daran teilgenommen hatte, bezeichnete die Anhörung daher im Rückblick als "Alibiveranstaltung". Zu Stellungnahmen eingeladen waren 43 Organisationen, zur Anhörung selbst 30, teilgenommen haben schließlich 16. Hinzu kamen einige schriftliche Stellungnahmen. Die KMK stellt mißbilligend fest, daß viele der Eingeladenen (z. B. die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, das Goethe-Institut, das deutsche P.E.N.-Zentrum, der Deutsche Bibliotheksverband) nicht einmal geantwortet, später aber gegen die Reform protestiert hätten. Ungeklärt ist, warum nicht nachgefragt wurde, wenn so viele Antworten von teilweise doch recht bedeutenden Organisationen einfach ausblieben. War den Angeschriebenen nicht hinreichend erklärt worden, daß es nun nach so vielen Reformversuchen ernst wurde?

"Beteiligung der Öffentlichkeit" kann sich doch nicht darin erschöpfen, daß die Bevölkerung mit Propagandamaterial überschwemmt wird. Nachdem die Reform politisch unter Dach und Fach war, gab es Millionen von Informationsbroschüren und -faltblättern, aber die kritischen Reaktionen der Leser darauf wurden mit dem Hinweis abgefertigt, die demokratische Entscheidung sei abgeschlossen. Dabei blieb es, wir haben Hunderte von amtlichen Schreiben, die es bekräftigen, und außerdem das Zeugnis von Horst H. Munske, den die Enttäuschung darüber zum Austritt aus der Kommission trieb.

Was zwei Jahre vor dem geplanten Inkrafttreten beschlossen war, galt den Kultusministern de facto als unabänderlich. Alle späteren Beratungen, auch die Arbeit der erst im Frühjahr 1997 eingerichteten Zwischenstaatlichen Kommission, standen unter der Vorgabe, die Regeln nicht zu ändern. Die erste amtliche Neufassung wurde 2004 vorgelegt und gab sich immer noch als Präzisierung o. ä. aus, nicht als der Eingriff in die Grundlagen, der sie tatsächlich war.



Diesen Beitrag drucken.

Kommentare zu »Pseudodemokratische Reform«
Kommentar schreiben | älteste Kommentare zuoberst anzeigen | nach oben

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.11.2016 um 03.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#33831

Zum Tod Ilse Aichingers:

1996 unterzeichnete sie die Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform und untersagte 1997, ihre Texte in Schulbüchern den neuen Regeln anzupassen.
(Wikipedia)

Auch andere Autoren und Verlage wie Fischer und Rowohlt wurden bei Schulbuchverlagen vorstellig; seither steht in einigen Lesebüchern ein "R" hinter den geschützten Texten (auch wenn die Reform zufällig keine einzige Veränderung bewirkt hätte). Das Ganze ist höchst lächerlich, weil die Verlage und Schulbehörden die orthographische "Vergiftungsgefahr" so sehr überschätzen.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 14.05.2016 um 06.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#32572

Die Sprache ist ihm so wichtig, dass er nach vielen Jahren der Mitgliedschaft die SPD verließ – wegen der Rechtschreibreform. "Ich hatte das Gefühl, mir vergiftet jemand das Trinkwasser", sagt Kunze. Die Reform fand er anmaßend. "Wem steht es zu, zu bestimmen, wie ich schreibe?" (SZ 13.5.16 über Heinz-Rudolf Kunze)

Ich kann das gut verstehen. Der Anlaß mag geringfügig erscheinen, aber er enthüllt schlagartig den Charakter so vieler Menschen, mit denen man dann auch in anderen Zusammenhängen nichts mehr zu tun haben möchte. Die Rechtschreibreform war für viele eine Lehrstunde in Gruppendynamik, Mitläufer- und Denunziantentum.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.10.2013 um 04.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#24247

Ein junger Germanist, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will, hat uns vorgerechnet, daß wir durch die Vorlage von 580 Unterschriften in höchst unwissenschaftlicher Weise mit Autoritäten statt mit Argumenten gegen die Reform kämpfen.

In ähnlicher Weise könnte man allgemeine Wahlen und überhaupt die Demokratie ablehnen, weil sie auf Mehrheit statt Wahrheit beruht.

Ein Teil des germanistischen Jungvolks kann sich amtlichen und halbamtlichen Sprachregelungen (RSR, PC) gar nicht schnell genug unterwerfen.
 
 

Kommentar von stefan strasser, verfaßt am 04.12.2012 um 19.28 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#22066

Weil außer in (wenigen) Fachkreisen keinerlei Diskussion über Sinn und Unsinn der Reform (mehr) stattfindet, ist es dem „kleinen Mann“ nicht zu verübeln, wenn er meint, Reformschreibung (mit all ihren Fragwürdigkeiten) sei heute das einzige, was gilt. Und im Bemühen, sie erfindungsgemäß anzuwenden, scheitert er häufig kläglich.

Dafür darf er aber nicht ausgelacht werden, auszulachen sind lediglich die Erfinder der Neuerungen ob ihrer Einfältigkeit! Also, ich lache hiermit die Reformerfinder formell aus! Von allem, was sie zwangseinführten, sind nicht mehr als etwa 2% brauchbar, eine lächerliche Substanz auf der Habenseite! Viele wissen es, nur wenige wagen, es auch (medienwirksam) zu sagen! Was sagt das eigentlich aus?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 04.12.2012 um 08.48 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#22064

Das Amerikanische Tagebuch von Siegfried Lenz ist bei Hoffmann und Campe in klassischer Rechtschreibung erschienen, auch das Vorwort von 2012. Nur die editorische Notiz ist reformiert geschrieben, womit der Verlag dokumentiert, daß er besser schreiben kann als sein Autor.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 02.04.2005 um 06.43 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#29

Unter den interessanten "Erklärungen" darf auch die "Gemeinsame Erklärung von Professoren und Professorinnen der Sprach- und Literaturwissenschaft zur Rechtschreibreform" nicht fehlen, die sonst kaum bekannt und nicht veröffentlicht ist. Ich hatte damals knapp 1.000 Personen angeschrieben, und außer dem beträchtlichen Rücklauf, den man hier dokumentiert findet, kamen noch etliche hundert spontane Zuschriften von Wissenschaftlern, die aber entweder keine Professoren oder keine Philologen waren und deshalb aus "kosmetischen" Gründen weggelassen wurden (selbstverständlich in dem Bewußtsein, daß Stimmen von Nichtprofessoren keineswegs weniger ernst zu nehmen sind). Prof. Jochems war Kontaktadresse, ein Mäzen hat das Porto bezahlt, und ich habe dann die Liste zusammengestellt. Wir haben die ganze Aktion binnen zehn Tagen abgeschlossen, man hätte natürlich bei größerem Einsatz die Zahl der Voten leicht verdoppeln oder verdreifachen können. Übrigens haben sich nur zwei Professoren ablehnend geäußert, ein bekannter Germanist, der - offenbar ohne genaue Kenntnis, wie auch seine Arbeiten in Reformschreibung zeigen - die "Vereinfachungen" begrüßte, und ein weiterer, dessen Namen ich noch nie gehört hatte und schon wieder vergessen habe. Hier nun die "Gemeinsame Erklärung":


Die sogenannte Rechtschreibreform "entspricht nicht dem Stand sprachwissenschaftlicher Forschung" (so die Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft am 3. März 1998); sogar die Rechtschreibkommission der Kultusminister hat in ihrem Bericht vom Dezember 1997 wesentliche Korrekturen als "unumgänglich" bezeichnet.
Eine derart fehlerhafte Regelung, die von den bedeutendsten Autoren und der großen Mehrheit der Bevölkerung mit guten Gründen abgelehnt wird und die Einheit der Schriftsprache auf Jahrzehnte zerstören würde, darf keinesfalls für Schulen und Behörden verbindlich gemacht werden.

April/Mai 1998

Professor Dr. Günter Ahrends, Bochum
Professor Dr. Rüdiger Ahrens, Würzburg
Professor Dr. Mechthild Albert, Münster
Professor Dr. Michael von Albrecht, Heidelberg
Professor Dr. Hans Peter Althaus, Trier
Professor Dr. Walter Ameling, Jena
Professor Dr. Thomas Anz, Bamberg
Professor Dr. Walter Apelt, Potsdam
Professor Dr. Heinz Ludwig Arnold, Göttingen
Professor Dr. Helmut Arntzen, Münster
Professor Dr. John Ole Askedal, Oslo
Professor Dr. Wolfgang Babilas, Münster
Professor Dr. Gerhard Bach, Bremen
Professor Dr. Peter Bachmann, Göttingen
Professor Dr. Matthias Baltes, Münster
Professor Dr. Alfred Bammesberger, Eichstätt
Professor Dr. Wilfried Barner, Göttingen
Professor Dr. Roger Bauer, München
Professor Dr. Gerhart Baumann, Freiburg
Professor Dr. Walter Baumgartner, Greifswald
Professor Dr. Josef Bayer, Jena
Professor Dr. Heinz Bechert, Göttingen
Professor Dr. Jürgen von Beckerath, Münster
Professor Dr. Hans-Joachim Behr, Braunschweig
Professor Dr. Günter Bellmann, Mainz
Professor Dr. Wolfgang F. Bender, Münster
Professor Dr. Lore Benz, Kiel
Professor Dr. Jürg J. Berns, Marburg
Professor Dr. Helmut Berschin, Gießen
Professor Dr. Walter Berschin, Heidelberg
Professor Dr. Karl Bertau, Erlangen
Professor Dr. Albrecht Betz, Aachen
Professor Dr. Giuseppe Bevilacqua, Florenz
Professor Dr. Klaus Beyer, Heidelberg
Professor Dr. Manfred Bierwisch, Berlin
Professor Dr. Martin Bircher, Genf
Professor Dr. Klaus Bitterling, Berlin
Professor Dr. Günther Blaicher, Eichstätt
Professor Dr. Walter Blank, Freiburg
Professor Dr. Gustav Blanke, Mainz
Professor Dr. Werner Bleyhl, Ludwigsburg
Professor Dr. Marie-Odile Blum, Université de Provence
Professor Dr. Horst-Dieter Blume, Münster
Professor Dr. Hartmut Bobzin, Erlangen
Professor Dr. Winfried Boeder, Oldenburg
Professor Dr. Marin Bollacher, Bochum
Professor Dr. Dieter Borchmeyer, Heidelberg
Professor Dr. Karl Heinz Borck, Hamburg
Professor Dr. Norbert Boretzky, Bochum
Professor Dr. Raimund Borgmeier, Gießen
Professor Dr. Klaus Börner, Duisburg
Professor Dr. Bernhard Böschenstein, Genf
Professor Dr. Renate Böschenstein, Genf
Professor Dr. Helga Brandes, Oldenburg
Professor Dr. Alois Brandstetter, Klagenfurt
Professor Dr. Wolfgang Brandt, Marburg
Professor Dr. Friedrich Braun, Berlin
Professor Dr. Ludwig Braun, Würzburg
Professor Dr. Eva Braun-Holzinger, Mainz
Professor Dr. Manfred Brauneck, Hamburg
Professor Dr. Wolfgang Braungart, Bielefeld
Professor Dr. Hartmut Breitkreuz, Heidelberg
Professor Dr. Rolf Breuer, Paderborn
Professor Dr. Dietrich Briesemeister, Berlin
Professor Dr. Klaus Bruhn, Berlin
Professor Dr. Franz Brunhölzl, München
Professor Dr. Horst Brunner, Würzburg
Professor Dr. Winfried Bühler, Hamburg
Professor Dr. Gerhard Buhr, Hamburg
Professor Dr. Christa Bürger, Frankfurt
Professor Dr. Peter Bürger, Bremen
Professor Dr. Ulrich Busch, Kiel
Professor Dr. Hubert Cancik, Tübingen
Professor Dr. Jean Caudmont, Gießen
Professor Dr. Tsung-Tung Chang, Frankfurt
Professor Dr. Jean Charu, Université de Bourgogne
Professor Dr. Hildegard Chatellier, Straßburg
Professor Dr. Elisabeth Chevré, Freiburg
Professor Dr. Martin Christadler, Frankfurt
Professor Dr. Carl Joachim Classen, Göttingen
Professor Dr. Rahul Peter Das, Halle-Wittenberg
Professor Dr. August Dauses, Erlangen
Professor Dr. Günther Debon, Heidelberg
Professor Dr. Horst Denkler, Berlin
Professor Dr. Yvon Desportes, Paris
Professor Dr. Heinrich Detering, Kiel
Professor Dr. Manfred Dick, Mainz
Professor Dr. Manfred Dierks, Oldenburg
Professor Dr. Albert Dietrich, Göttingen
Professor Dr. Manfried Dietrich, Münster
Professor Dr. Wolf Dietrich, Münster
Professor Dr. Klaus Dietz, Münster
Professor Dr. Albrecht Dihle, Heidelberg
Professor Dr. Peter Dinzelbacher, Salzburg
Professor Dr. Ernst Doblhofer, Kiel
Professor Dr. Horst Dölvers, Berlin
Professor Dr. Siegmar Döpp, Göttingen
Professor Dr. Jürgen Dummer, Jena
Professor Dr. Eberhard Dünninger, Regensburg
Professor Dr. Klaus Düwel, Göttingen
Professor Dr. Karen H. Ebert, Zürich
Professor Dr. Dietz Otto Edzard, München
Professor Dr. Widu-Wolfgang Ehlers, Berlin
Professor Dr. Trude Ehlert, Würzburg
Professor Dr. Konrad Ehlich, München
Professor Dr. Ottfrid Ehrismann, Gießen
Professor Dr. Karl Eibl, München
Professor Dr. Heide Eilert, Leipzig
Professor Dr. Peter Eisenberg, Potsdam
Professor Dr. Herbert Eisenberger, Frankfurt
Professor Dr. Theo Elm, Erlangen
Professor Dr. Wolfgang Emmerich, Bremen
Professor Dr. Eva J. Engel, Wolfenbüttel
Professor Dr. Elisabeth Erdmann, Erlangen
Professor Dr. Willi Erzgräber, Freiburg
Professor Dr. Bernhard Fabian, Münster
Professor Dr. Heinz Fähnrich, Jena
Professor Dr. Klaus Faiß, Mainz
Professor Dr. Georgios Fatouros, Berlin
Professor Dr. Gerhard Fecht, Berlin
Professor Dr. Leonhard M. Fiedler, Frankfurt
Professor Dr. Lothar Fietz, Tübingen
Professor Dr. Ernst O. Fink, Hamburg
Professor Dr. Hermann Fischer, Mannheim
Professor Dr. Hans Fix, Greifswald
Professor Dr. Hellmut Flashar, München
Professor Dr. Klaus Flessel, Erlangen
Professor Dr. Bernhard Forssman, Erlangen
Professor Dr. Jean Fourquet, Paris
Professor Dr. Herbert Franke, München
Professor Dr. Martin Franzbach, Bremen
Professor Dr. Rudolf Freudenberg, Marburg
Professor Dr. Hartmut Freytag, Hamburg
Professor Dr. Wiebke Freytag, Hamburg
Professor Dr. Heinz Friedrich, München
Professor Dr. Wolf-Hartmut Friedrich, Göttingen
Professor Dr. Axel Fritz, Østfold
Professor Dr. Hans Fromm, München
Professor Dr. Wolfgang Frühwald, München
Professor Dr. Helmut Fuhrmann, Kassel
Professor Dr. Manfred Fuhrmann, Konstanz
Professor Dr. Ulrich Fülleborn, Erlangen
Professor Dr. Bernhard Gajek, Regensburg
Professor Dr. Gustav Gamer, Tübingen
Professor Dr. Ingrid Gamer-Wallert, Tübingen
Professor Dr. Kurt Gärtner, Trier
Professor Dr. Michael Gassenmeier, Duisburg
Professor Dr. Wilhelm Gauger, Berlin
Professor Dr. Walter Gebhard, Bayreuth
Professor Dr. Horst Geckeler, Münster
Professor Dr. Eberhard Geisler, Mainz
Professor Dr. Yushu Geng, Peking/München
Professor Dr. Armin Geraths, Berlin
Professor Dr. Dietrich Gerhardt, Hamburg
Professor Dr. Rudolf Germer, Köln
Professor Dr. Joachim Gessinger, Potsdam
Professor Dr. Hans Geulen, Münster
Professor Dr. Angelika Geyer, Jena
Professor Dr. Albert Gier, Bamberg
Professor Dr. Gerhard Giesemann, Gießen
Professor Dr. Helmut Gipper, Münster
Professor Dr. Jost Gippert, Frankfurt
Professor Dr. Horst Albert Glaser, Essen
Professor Dr. Klaus Gloy, Oldenburg
Professor Dr. Helmut Glück, Bamberg
Professor Dr. Helmut Gneuss, München
Professor Dr. Christian Gnilka, Münster
Professor Dr. Heinz Gockel, Bamberg
Professor Dr. Maurice Godé, Montpellier
Professor Dr. Gerhard Goebel, Frankfurt
Professor Dr. Hans Goebl, Salzburg
Professor Dr. Karl Heinz Göller, Regensburg
Professor Dr. Herbert Göpfert, München
Professor Dr. Woldemar Görler, Saarbrücken
Professor Dr. Joachim Göschel, Marburg
Professor Dr. Erhart Graefe, Münster
Professor Dr. Artur Greive, Köln
Professor Dr. Günther Grewendorf, Frankfurt
Professor Dr. Jürgen Grimm, Münster
Professor Dr. Reinhard Grimm, Jena
Professor Dr. Joachim Gruber, München
Professor Dr. Klaus Grubmüller, Göttingen
Professor Dr. Hartmut Günther, Köln
Professor Dr. Georg Guntermann, Trier
Professor Dr. Harald Gutschow, Berlin
Professor Dr. Dieter Gutzen, Hagen
Professor Dr. Theo Haack, Duisburg
Professor Dr. Reinhard Habel, Marburg
Professor Dr. Reinhard Halm, Jena
Professor Dr. Christian Hannick, Würzburg
Professor Dr. Günter Häntschel, München
Professor Dr. Heinz Happ, Tübingen
Professor Dr. Manfred Hardt, Duisburg
Professor Dr. Wolfgang Harms, München
Professor Dr. Christiaan Hart-Nibbrig, Lausanne
Professor Dr. Roland Harweg, Bochum
Professor Dr. Frank Rutger Hausmann, Freiburg
Professor Dr. Friederike Haussauer, Wien
Professor Dr. Roland Hausser, Erlangen
Professor Dr. Thomas Haye, Kiel
Professor Dr. Herbert Heckmann, Darmstadt
Professor Dr. Eckhard Heftrich, Münster
Professor Dr. Jürgen Hein, Münster
Professor Dr. Joachim Heinzle, Marburg
Professor Dr. Walter Heissig, Bonn
Professor Dr. Konrad Heldmann, Kiel
Professor Dr. Marlies Hellinger, Frankfurt
Professor Dr. Hans Helmcke, Mainz
Professor Dr. Wido Hempel, Tübingen
Professor Dr. Klaus W. Hempfer, Berlin
Professor Dr. Arthur Henkel, Heidelberg
Professor Dr. Gert Henrici, Bielefeld
Professor Dr. Urs Herzog, Zürich
Professor Dr. Rainer Hess, Freiburg
Professor Dr. Heinrich Hettrich, Würzburg
Professor Dr. Renate von Heydebrand, München
Professor Dr. Titus Heydenreich, Erlangen
Professor Dr. Reiner Hildebrandt, Marburg
Professor Dr. Bruno Hillebrand, Mainz
Professor Dr. Rüdiger Hillgärtner, Oldenburg
Professor Dr. Hans Hinterhäuser, Wien
Professor Dr. Hermann Hofer, Marburg
Professor Dr. Werner Hoffmann, Mannheim
Professor Dr. Peter Uwe Hohendahl, Ithaca, N.Y.
Professor Dr. Walter Höllerer, Berlin
Professor Dr. Märba Asdahl Holmberg, Göteborg
Professor Dr. Achim Hölter, Münster
Professor Dr. Niklas Holzberg, München
Professor Dr. Harwig Hörner, Frankfurt
Professor Dr. Ulrich Horstmann, Gießen
Professor Dr. Heribert Horz, Mainz
Professor Dr. Johannes Hösle, Regensburg
Professor Dr. Walter Huber, Aachen
Professor Dr. Wolfgang Huber, Eichstätt
Professor Dr. Gerlinde Huber-Rebenich, Jena
Professor Dr. Axel Hübler, Jena
Professor Dr. Wolfgang Hübner, Münster
Professor Dr. Theodor Ickler, Erlangen
Professor Dr. Rüdiger Imhof, Wuppertal
Professor Dr. Heinz Gerd Ingenkamp, Bonn
Professor Dr. Hans Dietrich Irmscher, Köln
Professor Dr. Jürgen Jacobs, Wuppertal
Professor Dr. Ludwig Jäger, Aachen
Professor Dr. Otto Jänicke, Marburg
Professor Dr. Johannes Janota, Augsburg
Professor Dr. Otto Jastrow, Erlangen
Professor Dr. Herbert Jaumann, Greifswald
Professor Dr. Walter Jens, Tübingen
Professor Dr. Helmut Jochems, Siegen
Professor Dr. Lars Johanson, Mainz
Professor Dr. Dietrich Jöns, Mannheim
Professor Dr. Sven-Aage Jörgensen, Kopenhagen
Professor Dr. Robert Julien, Brest
Professor Dr. Herrmann Jungraithmayr, Frankfurt
Professor Dr. Dieter Kafitz, Mainz
Professor Dr. Joachim Kaiser, München
Professor Dr. Ursula Kaplony-Heckel, Marburg
Professor Dr. Dieter Kartschoke, Berlin
Professor Dr. Wolfgang Kasack, Köln
Professor Dr. Hans Käsmann, Heidelberg
Professor Dr. Werner Keller, Köln
Professor Dr. Heinrich P. Kelz, Bonn
Professor Dr. Friedhelm Kemp, München
Professor Dr. Christine Keßler, Potsdam
Professor Dr. Marianne Kesting, Köln
Professor Dr. Uwe-Karsten Ketelsen, Bochum
Professor Dr. Bernd Kielhöfer, Bonn
Professor Dr. Helmut Kiesel, Heidelberg
Professor Dr. Wolfgang Kleiber, Mainz
Professor Dr. Albert Klein, Dortmund
Professor Dr. Jürgen Klein, Greifswald
Professor Dr. Erich Kleinschmidt, Köln
Professor Dr. Heinz Klingenberg, Freiburg
Professor Dr. Gerd Klingenschmitt, Regensburg
Professor Dr. Gottfried Klöhn, Koblenz-Landau
Professor Dr. Günther Klotz, Berlin
Professor Dr. Gerhard Klussmann, Bochum
Professor Dr. Fritz Peter Knapp, Heidelberg
Professor Dr. G. Knauer, University of Pennsylvania
Professor Dr. Johann Knobloch, Bonn
Professor Dr. Ulrich Knoop, Freiburg
Professor Dr. Hans-Albrecht Koch, Bremen/Berlin
Professor Dr. Johannes Koder, Wien
Professor Dr. Norbert Kohl, Freiburg
Professor Dr. Klaus Kohler, Kiel
Professor Dr. Lothar Köhn, Münster
Professor Dr. Adolf Köhnken, Münster
Professor Dr. Ekkehard König, Berlin
Professor Dr. Werner König, Augsburg
Professor Dr. Helmut Koopmann, Augsburg
Professor Dr. Gerhard Köpf, Duisburg
Professor Dr. Werner von Koppenfels, München
Professor Dr. Hans-Joachim Koppitz, Mainz
Professor Dr. Michael Korhammer, München
Professor Dr. Gustav Korlén, Stockholm
Professor Dr. Bernd Kortmann, Freiburg
Professor Dr. Heinz Kosok, Wuppertal
Professor Dr. Jens-Peter Köster, Trier
Professor Dr. Thomas Köves-Zulauf, Marburg
Professor Dr. Herbert Kraft, Münster
Professor Dr. Günter Kratzel, Hamburg
Professor Dr. Martin Krause, Münster
Professor Dr. M. Krebernick, Jena
Professor Dr. Roland Krebs, Paris
Professor Dr. Michael Krejci, Jena
Professor Dr. Hans Joachim Kreutzer, Regensburg
Professor Dr. Heinz Kröll, Mainz
Professor Dr. Dieter Kron, Göteborg
Professor Dr. Uta Kron, Jena
Professor Dr. Hans-Otto Kröner, Trier
Professor Dr. Manfred Kropp, Mainz
Professor Dr. Hans-Henrik Krummacher, Mainz
Professor Dr. Horst Kruse, Münster
Professor Dr. Hartmut Kugler, Erlangen
Professor Dr. Wilhelm Kühlmann, Heidelberg
Professor Dr. Wolfgang Kullmann, Freiburg
Professor Dr. Paul Kunitzsch, München
Professor Dr. Heinrich Kunstmann, München
Professor Dr. Hermann Kurzke, Mainz
Professor Dr. Michael Lackner, Göttingen
Professor Dr. Ewald Lang, Berlin
Professor Dr. Jürgen Lang, Erlangen
Professor Dr. Marc Laureys, Bonn
Professor Dr. Wolfgang Leiner, Tübingen
Professor Dr. Jürgen Lenerz, Köln
Professor Dr. Birgit Lermen, Köln
Professor Dr. Rolf Lessenich, Bonn
Professor Dr. Hans-Heinrich Lieb, Berlin
Professor Dr. Godo Lieberg, Siena
Professor Dr. Elisabeth Lienert, Würzburg
Professor Dr. Siegfried Lienhard, Stockholm
Professor Dr. Gudula Linck, Kiel
Professor Dr. Irene Lindgren, Örebro
Professor Dr. Franz Link, Freiburg
Professor Dr. Wolfgang Lippert, Erlangen
Professor Dr. Erika Lorenz, Hamburg
Professor Dr. Erich Lüddeckens, Würzburg
Professor Dr. Otto Ludwig, Hannover
Professor Dr. Walter Ludwig, Hamburg
Professor Dr. Rosemarie Lühr, Jena
Professor Dr. Angelika Lutz, Erlangen
Professor Dr. Dennis F. Maherey, University of Vermont
Professor Dr. Hans-Joachim Mähl, Kiel
Professor Dr. Christine Maillard, Straßburg
Professor Dr. Klaus Manger, Jena
Professor Dr. Eberhard Mannack, Kiel
Professor Dr. Wolfgang Martens, München
Professor Dr. Edgar Mass, Leipzig
Professor Dr. Josip Matesic, Mannheim
Professor Dr. Gert Mattenklott, Berlin
Professor Dr. Karl Maurer, Bochum
Professor Dr. Wolfram Mauser, Freiburg
Professor Dr. W. Mayer, Münster
Professor Dr. Johannes Mehlig, Halle-Wittenberg
Professor Dr. Johann Meichel, Mainz
Professor Dr. Wolfgang Meid, Innsbruck
Professor Dr. Eckhard Meineke, Jena
Professor Dr. Gerhard Meiser, Halle-Wittenberg
Professor Dr. Hubertus Menke, Kiel
Professor Dr. Gilbert Merlin, Paris
Professor Dr. Volker Mertens, Berlin
Professor Dr. Uwe Meves, Oldenburg
Professor Dr. Siegfried Mews, University of North Carolina
Professor Dr. Theo Meyer, Würzburg
Professor Dr. Peter Michelsen, Heidelberg
Professor Dr. Wolfgang Mieder, University of Vermont
Professor Dr. Christoph Miething, Münster
Professor Dr. Ulrich Mölk, Göttingen
Professor Dr. Peter von Moss, Münster
Professor Dr. Heinz-Joachim Müllenbrock, Göttingen
Professor Dr. Carl-Werner Müller, Saarbrücken
Professor Dr. Kurt Müller, Jena
Professor Dr. Walter W. Müller, Marburg
Professor Dr. Wolfgang W. Müller, Jena
Professor Dr. Walter Müller-Seidel, München
Professor Dr. Horst Haider Munske, Erlangen
Professor Dr. Adolf Muschg, Zürich
Professor Dr. Helmut Müssener, Stockholm
Professor Dr. Tilman Nagel, Göttingen
Professor Dr. Nelly Naumann, München
Professor Dr. Wolfram Naumann, München
Professor Dr. Norbert Nebes, Jena
Professor Dr. Erich Neu, Bochum
Professor Dr. Karl August Neuhausen, Bonn
Professor Dr. Gerhard Neumann, München
Professor Dr. Peter Horst Neumann, Erlangen
Professor Dr. Sebastian Neumeister, Berlin
Professor Dr. Hans-Josef Niederehe,
Professor Dr. Günter Niggl, Eichstätt
Professor Dr. Renate Noll-Wiemann, Göttingen
Professor Dr. Peter Nusser, Berlin
Professor Dr. Norbert Oellers, Bonn
Professor Dr. Wulf Oesterreicher, München
Professor Dr. Hubert Ohl, Münster
Professor Dr. Günther Öhlschläger, Leipzig
Professor Dr. Susan Olsen, Leipzig
Professor Dr. Kurt Otten, Heidelberg
Professor Dr. Walter Pache, Augsburg
Professor Dr. Baldur Panzer, Heidelberg
Professor Dr. Edgar Papp, Göttingen
Professor Dr. Christoph Perels, Frankfurt
Professor Dr. Hubert Petersmann, Heidelberg
Professor Dr. Georg Pfligersdorffer, Saarbrücken
Professor Dr. Dietger Pforte, Berlin
Professor Dr. Helmut Pfotenhauer, Würzburg
Professor Dr. Hans Rudolf Picard, Konstanz
Professor Dr. Lothar Pikulik, Trier
Professor Dr. Heinrich F. Plett, Essen
Professor Dr. Wolfgang Pöckl, Mainz
Professor Dr. Peter von Polenz, Trier
Professor Dr. Bernard Polowi, Paris
Professor Dr. Uwe Pörksen, Freiburg
Professor Dr. Hans Pörnbacher, München
Professor Dr. Horst Prießnitz, Wuppertal
Professor Dr. Wolfgang Putschke, Marburg
Professor Dr. Horst P. Pütz, Kiel
Professor Dr. Fidel Rädle, Göttingen
Professor Dr. Klaus Ramm, Bielefeld
Professor Dr. Wilhelm Rau, Marburg
Professor Dr. Gérard Raulet, Fontenay-St. Cloud
Professor Dr. Klaus Reichert, Frankfurt
Professor Dr. Hans Reinhardt, Siegen
Professor Dr. Hartmut Reinhardt, Trier
Professor Dr. Wolfgang Rettig, Düsseldorf
Professor Dr. Gert Rickheit, Bielefeld
Professor Dr. Volker Riedel, Jena
Professor Dr. Dietmar Rieger, Gießen
Professor Dr. Rudolf Rieks, Bamberg
Professor Dr. Lea Ritter-Santini, Münster
Professor Dr. Rupprecht Rohr, Mannheim
Professor Dr. Klaus Röhrborn, Göttingen
Professor Dr. Lutz Röhrich, Freiburg
Professor Dr. Heinz Rölleke, Wuppertal
Professor Dr. Hans-Gert Roloff, Berlin
Professor Dr. Ruth Römer, Bielefeld
Professor Dr. Hans Rössing, Marburg
Professor Dr. Monika Rössing-Hager, Marburg
Professor Dr. Hans Rothe, Düsseldorf
Professor Dr. Uwe Ruberg, Mainz
Professor Dr. Alain Ruiz, Bordeaux
Professor Dr. Laurits Saltveit, Oslo
Professor Dr. Hans-Jürgen Sasse, Köln
Professor Dr. Hans Schabram, Göttingen
Professor Dr. Dieter Schaller, Bonn
Professor Dr. Helmut Schaller, Marburg
Professor Dr. Heinz Schanze, Marburg
Professor Dr. Gerhard Schaub, Trier
Professor Dr. Thomas M. Scheerer, Augsburg
Professor Dr. Manfred Scheler, Berlin
Professor Dr. Maximilian Scherner, Münster
Professor Dr. Kurt Schier, München
Professor Dr. Jost Schillemeit, Braunschweig
Professor Dr. Hans-Jürgen Schings, Berlin
Professor Dr. Karl-Heinz Schirmer, Kiel
Professor Dr. Horst Dieter Schlosser, Frankfurt
Professor Dr. Elisabeth Schmid, Würzburg
Professor Dr. Karl Horst Schmidt, Bonn
Professor Dr. Wendelin Schmidt-Dengler, Wien
Professor Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, Wolfenbüttel
Professor Dr. Ruth Schmidt-Wiegand, Münster
Professor Dr. Christian Schmitt, Bonn
Professor Dr. Hans-Günther Schmitz, Kiel
Professor Dr. Sylvia Schmitz, Aachen
Professor Dr. H. J. Schnackerts, Eichstätt
Professor Dr. Gérard Schneilin, Paris
Professor Dr. Ralf Schnell, Siegen
Professor Dr. Rüdiger Schnell, Basel
Professor Dr. Udo Scholz, Würzburg
Professor Dr. Erich Schön, Köln
Professor Dr. Albrecht Schöne, Göttingen
Professor Dr. Helga Schreckenberger, University of Vermont
Professor Dr. Hans Joachim Schrimpf, Bochum
Professor Dr. Jürgen Schröder, Tübingen
Professor Dr. Klaus Schröter, Columbia University
Professor Dr. Robert Schröter, Bochum
Professor Dr. Brigitte Schultze, Mainz
Professor Dr. Ulrich Schulz-Buschhaus, Graz
Professor Dr. Ursula Schulze, Berlin
Professor Dr. Hans Schumacher, Berlin
Professor Dr. Heinrich Schützingen, Bonn
Professor Dr. Günther Schweikle, Stuttgart
Professor Dr. Schwinge, Kiel
Professor Dr. Anton Schwob, Graz
Professor Dr. Michael Scottin-Rosin, Mainz
Professor Dr. David Scrase, University of Vermont
Professor Dr. Klaus von See, Frankfurt
Professor Dr. Gustav Adolf Seeck, Frankfurt
Professor Dr. Dieter Seelbach, Mainz
Professor Dr. Hubert Seelow, Erlangen
Professor Dr. Wulf Segebrecht, Bamberg
Professor Dr. Bernd Seidensticker, Berlin
Professor Dr. Tilman Seidensticker, Jena
Professor Dr. Margret Selting, Potsdam
Professor Dr. Martin Sicherl, Münster
Professor Dr. Siegfried Singer, Duisburg
Professor Dr. Broney Skogström, Boras
Professor Dr. Walter Slaje, Halle-Wittenberg
Professor Dr. Eberhard Späth, Erlangen
Professor Dr. Anton Spitaler, München
Professor Dr. Karl Stackmann, Göttingen
Professor Dr. Astrid Stedje, Umea
Professor Dr. Hartmut Steinecke, Paderborn
Professor Dr. Peter Steinmetz, Saarbrücken
Professor Dr. Wolf-Dieter Stempel, München
Professor Dr. Stenzel, Braunschweig
Professor Dr. Ursula Stephany, Köln
Professor Dr. Christian Stetter, Aachen
Professor Dr. Karl Stocker, München
Professor Dr. André Stoll, Bielefeld
Professor Dr. Joachim Storck, Freiburg
Professor Dr. Peter Strohschneider, Dresden
Professor Dr. Ingrid Strohschneider-Kohrs, München
Professor Dr. Christoph Strosetzki, Münster
Professor Dr. Klaus Strunk, München
Professor Dr. Peter Suchsland, Jena
Professor Dr. Werner Suerbaum, München
Professor Dr. Hans Szklenar, Heidelberg
Professor Dr. Horst Taute, Göttingen
Professor Dr. Elmar Ternes, Hamburg
Professor Dr. Peter Thiergen, Bamberg
Professor Dr. Gabriele Thome, Berlin
Professor Dr. Heinrich Tiefenbach, Regensburg
Professor Dr. Stephan N. Trautes, Jena
Professor Dr. Klaus Trost, Regensburg
Professor Dr. Hans Jürgen Tschiedel, Eichstätt
Professor Dr. Gert Ueding, Tübingen
Professor Dr. Claus Uhlig, Marburg
Professor Dr. Rolf Ulbrich, Berlin
Professor Dr. Ulrich Unger, Münster
Professor Dr. Siegfried Unseld, Frankfurt
Professor Dr. Ferdinand Urbanek, Duisburg
Professor Dr. Jean M. Valentin, Paris
Professor Dr. Vanossthuyse, Montpellier
Professor Dr. Werner H. Veith, Mainz
Professor Dr. Theo Vennemann, München
Professor Dr. Helga Venzlaff, Mainz
Professor Dr. Theodor Verweyen, Erlangen
Professor Dr. Meinolf Vielberg, Jena
Professor Dr. Wolfgang Viereck, Bamberg
Professor Dr. Andrzej de Vincenz, Göttingen
Professor Dr. Claus Vogel, Bonn
Professor Dr. Ernst Vogt, München
Professor Dr. Gregor Vogt-Spira, Greifswald
Professor Dr. Herbert Voitl, Erlangen
Professor Dr. Ludwig Völker, Münster
Professor Dr. Klaus Vondung, Siegen
Professor Dr. Rudolf Voß, Mainz
Professor Dr. Rainer Voßen, Frankfurt
Professor Dr. Franz Peter Waiblinger, München
Professor Dr. Gerd Wolfgang Weber, Frankfurt
Professor Dr. Erwin Wedel, Regensburg
Professor Dr. Heide Wegener, Potsdam
Professor Dr. Winfried Wehle, Eichstätt
Professor Dr. Susanne Weigelin-Schwidrzik, Heidelberg
Professor Dr. Eckhard Weiher, Freiburg
Professor Dr. Harald Weinrich, Paris
Professor Dr. P. Weiß, Kiel
Professor Dr. Günther Weydt, Münster
Professor Dr. Conrad Wiedemann, Berlin
Professor Dr. Herbert Ernst Wiegand, Heidelberg
Professor Dr. Peter Wiehl, Bochum
Professor Dr. Götz Wienold, Dokkyo University, Japan
Professor Dr. Richard Wiese, Marburg
Professor Dr. Friedrich Wilhelm, München
Professor Dr. Gunther Witting, Erlangen
Professor Dr. Reinhard Wittmann, München
Professor Dr. Antonie Wlosok, Mainz
Professor Dr. Georg Wöhrle, Trier
Professor Dr. Alois Wolf, Freiburg
Professor Dr. Reinhold Wolff, Bielefeld
Professor Dr. Friedrich Wolfzettel, Frankfurt
Professor Dr. Alfred Wollmann, Köln
Professor Dr. Theodor Wolpers, Göttingen
Professor Dr. Franz Josef Worstbrock, München
Professor Dr. Peter Wunderli, Düsseldorf
Professor Dr. Stefan Bodo Würffel, Freiburg
Professor Dr. Natascha Würzbach, Köln
Professor Dr. Wolfgang Ullrich Wurzel, Berlin
Professor Dr. Dieter Wuttke, Bamberg
Professor Dr. Ulrich Wyss, Erlangen
Professor Dr. Karl-Theodor Zauzich, Würzburg
Professor Dr. Bernhard Zeller, Marbach
Professor Dr. Jean-Marie Zemb, Paris
Professor Dr. Stefan Zimmer, Bonn
Professor Dr. Christian Zimmermann, Köln
Professor Dr. Hans Dieter Zimmermann, Berlin
Professor Dr. Herbert Zirker, Trier
Professor Dr. Otto Zwierlein, Bonn


 
 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 01.04.2005 um 18.42 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#28

Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform

Nach Erscheinen des neuen Duden und nach den ersten Erfahrungen in den Schulen ist es endlich möglich, den Inhalt der vorgeschlagenen Rechtschreibreform genauer zu analysieren, ihre Folgen für die deutsche Sprache und Literatur, für den Deutschunterricht im In- und Ausland, für unsere Jugend und für uns alle zu ermessen und die ungeheuren Kosten abzuschätzen, die dieser Vorschlag, wenn er tatsächlich durchgeführt würde, verursachen wird.

In Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen Lage darf eine Reform, die in den meisten Punkten keineswegs notwendig ist, in vielem sogar eine Verschlechterung bedeutet und - abgesehen von der ss-Regelung - nur etwa 0,05 Prozent eines durchschnittlichen Textes betreffen würde, auf keinen Fall dazu führen, daß alle Schulbücher, die meisten Lexika, Kinder- und Jugendbücher und in der Folge auch literarische Bücher neu gedruckt (und zugleich alte verramscht oder makuliert und "entsorgt") werden müssen.

Anläßlich der Frankfurter Buchmesse 1996 bitten die unterzeichneten Germanisten, Pädagogen, Schüler und Studenten, Schriftsteller, Bibliothekare, Archivare und Historiker, Verleger, Buchhändler, Journalisten und Liebhaber der deutschen Sprache und Literatur die verantwortlichen Politiker in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, diese von einer kleinen, weitgehend anonymen Expertengruppe vorgeschlagene Rechtschreibreform, deren Einführung Millionen von Arbeitsstunden vergeuden, jahrzehntelange Verwirrung stiften, dem Ansehen der deutschen Sprache und Literatur im In- und Ausland schaden und mehrere Milliarden DM kosten würde, die wenigen zugutekommen würden und von uns allen zu tragen wären, umgehend zu stoppen und bei der bisherigen Rechtschreibung zu bleiben.

Frankfurt am Main, im Oktober 1996


Die Erklärung haben u. a. unterzeichnet:

Ilse Aichinger, Schriftstellerin; Prof. Dr. Ingrid Bachér, Schriftstellerin; Wolfgang Balk, Verleger, Deutscher Taschenbuch Verlag; Prof. Dr. Reinhard Baumgart, Schriftsteller; Hans Bender, Schriftsteller; Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, Germanist, Heidelberg; Dr. Karl Corino, Schriftsteller; Werner Dausien, Verleger, Hanau; Friedrich Denk, Deutschlehrer, Weilheim i. OB; Prof. Dr. Eberhard Dünninger, Germanist und Bibliothekar, Regensburg/ München; Ota Filip, Schriftsteller; Prof. Dietrich Fischer-Dieskau, Kammersänger; Prof. Dr. Helmut Flashar, Graezist, München; Dr. Walter Flemmer, Leiter der Kulturabteilung des Bayerischen Fernsehens; Dr. Herbert Franke, Sinologe, Gauting; Prof. Dr. Heinrich Fries, Theologe, München; Prof. Dr. Wolfgang Frühwald, Germanist, Universität München; Prof. Dr. Horst Fuhrmann, Historiker; Gertrud Fussenegger, Schriftstellerin; Prof. Dr. Bernhard Gajek, Germanist, Regensburg; Prof. Dr. Alexander Giese, Präsident des österreichischen PEN-Clubs; Günter Grass, Schriftsteller; Ulla Hahn, Schriftstellerin; Ludwig Harig, Schriftsteller; Peter Härtling, Schriftsteller; Prof. Dr. Herbert Heckmann, Schriftsteller, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt; Eckhard Henscheid, Schriftsteller; Prof. Dr. Kurt Hübner, Philosoph, Kiel; Thomas Hürlimann, Schriftsteller, z.Zt. Dartmouth College, New Hampshire; Thomas Jaworek, Diplom-Chemiker, Mainz; Dr. Jochen Jung, Verleger, Residenz-Verlag, Salzburg; Prof. Dr. Joachim Kaiser, Schriftsteller; Prof. Dr. Friedhelm Kemp, Schriftsteller, München; Walter Kempowski, Schriftsteller; Prof. Dr. Herbert Kessler, Präsident der Humboldt-Gesellschaft, Mannheim; Prof. Dr. Helmut Kiesel, Germanist, Heidelberg; Wulf Kirsten, Schriftsteller, Weimar; Barbara Koenig, Schriftstellerin; Günter Kunert, Schriftsteller; Helga Künzel, Übersetzerin, Puchheim; Root Leeb, Künstlerin, Kirchheimbolanden; Hermann Lenz, Schriftsteller; Siegfried Lenz, Schriftsteller; Ernst-Dieter Lueg, Publizist; Prof. Dr. Wolfgang Martens, Germanist, Murnau; Stefan Moses, Fotograf, München; Prof. Dr. Walter Mueller-Seidel, Germanist, München; Prof. Dr. Anton Neuhäusler, Philosoph, München; Dr. Hans F. Nöhbauer, Historiker, München; Prof. Dr. Hans Pörnbacher, Germanist, Wildsteig; Dr. Karl Pörnbacher, Germanist, Sachsenried; Dr. Kurt Reumann, Journalist, Frankfurt am Main; Heinz Piontek, Schriftsteller; Dr. Dr. Richard Reichensperger, Germanist, Wien; Prof. Dr. Werner Ross, Schriftsteller, München; Dr. Gerhard Ruiss, Schriftsteller, Vors. der IG Autoren Österreichs; Ulrich Schacht, Schriftsteller; Rafik Schami, Schriftsteller; Frank Scheffter, Verlag Hoffmann und Campe; Albert von Schirnding, Schriftsteller und Pädagoge, München; Klaus Schöffling, Verleger, Frankfurt am Main; Prof. Dr. Albrecht Schöne, Germanist, Universität Göttingen; Dr. Renate Schostack, Schriftstellerin; Thomas Schröer, Deutschlehrer, Weilheim; 27 Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d des Gymnasiums Weilheim; Dr. Heimo Schwilk, Journalist, Welt am Sonntag; Edgar Selge, Schauspieler; Juergen Serke, Schriftsteller; Prof. Dr. Kurt Sontheimer, Politologe; Franziska Sperr, Schriftstellerin; Prof. Dr. Karl Stocker, Germanist, München; Prof. Dr. Joachim Storck, Germanist, Freiburg i. Br.; Prof. Johano Strasser, Schriftsteller; Prof. Dr. Ingrid Strohschneider-Kohrs, Germanistin, Gauting; Cyril Taffin de Tilques, Germanist, Bordeaux; Benedikt Taschen, Verleger, Köln; Dr. Joachim Unseld, Verleger; Guntram Vesper, Schriftsteller; Dr. Dr. Fred Wagner, Germanist, University College, London; Dr. habil. Volker Wahl, Direktor des Thüringischen Hauptstaatsarchivs, Weimar; Franziska Walser, Schauspielerin, München; Martin Walser, Schriftsteller; Ingo F. Walther, Kunstbuchautor und -herausgeber, Alling; Dr. Roger Willemsen, Moderator, ZDF; Prof. Dr. Reinhard Wittmann, Buchwissenschaftler, Universität München; Dr. Winfried Zehetmeier, Oberstudiendirektor a.D., Gauting; Prof. Dr. Bernhard Zeller, ehem. Direktor des Deutschen Literaturarchivs, Marbach a. Neckar.

 
 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 31.03.2005 um 19.07 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=49#17

Dresdner Erklärung der Kultusministerkonferenz zur Neuregelung der Rechtschreibung

Die Kultusministerkonferenz hat auf ihrer 277. Plenarsitzung am 24./25.10.1996 in Dresden eine Erklärung zur Neuregelung der Rechtschreibung verabschiedet und darin die Argumente, die die Unterzeichner der sog. "Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform" geltend machen, um einen Stopp der Neuregelung zu fordern, als falsch zurückgewiesen.

Die Dresdner Erklärung der Kultusministerkonferenz hat folgenden Wortlaut:

1. Die Neuregelung der Rechtschreibung ist in den vergangenen Jahren Gegenstand eines breiten wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Diskussionsprozesses gewesen. Falsch ist also der Vorwurf, die Neuregelung der Rechtschreibung sei von einer "kleinen, weitgehend anonymen Expertengruppe" erarbeitet worden.

Tatsächlich wurde das neue Regelwerk von fachlich ausgewiesenen Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seit langen Jahren erarbeitet und diskutiert. Bereits 1988 hatten die Wissenschaftler im Auftrag von Kultusministerkonferenz und Bundesministerium des Innern einen ersten Entwurf vorgestellt. Dieser wurde nach intensiver, auch öffentlicher Diskussion 1992 in gründlich überarbeiteter Fassung vorgelegt. Die Presse hat darüber ausführlich berichtet. Die jetzt beschlossene Neuregelung basiert im wesentlichen auf dieser 1992 veröffentlichten Fassung. 1993 haben Kultusministerkonferenz und Bundesministerium des Innern eine öffentliche Anhörung zu den Vorschlägen durchgeführt. U.a. waren hier auch folgende Institutionen aus dem schriftstellerischen und publizistischen Bereich aufgefordert, schriftlich ihre Stellungnahme zu den Neuregelungsvorschlägen einzureichen: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, PEN-Zentrum, PEN-Zentrum (Ost), Deutsche Gesellschaft für Publizistik, Deutscher Journalistenverband e.V.
Die hier Genannten haben auf diese Einladung, sich am Beratungsprozeß der Rechtschreibreform zu beteiligen, keinerlei Stellungnahme abgegeben. Schriftsteller und Publizisten waren aufgefordert, sich in den demokratischen Entscheidungsprozeß einzuschalten, haben diese Chance aber nicht wahrgenommen und beklagen nun das Ergebnis eines Willensbildungsprozesses, dem sie sich verweigert haben. Nun ist der demokratische Entscheidungsprozeß für die Neuregelung der Rechtschreibung im ganzen deutschsprachigen Raum abgeschlossen. Daran kann auch der verspätete Protest der Schriftsteller und Publizisten nichts ändern.

Die Kultusministerkonferenz hat im Laufe jahrelanger Beratungen über die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung immer wieder aus der Fachwelt oder der Öffentlichkeit vorgetragene Anregungen und Kritikpunkte berücksichtigt, zuletzt bei der "Eindeutschung" von Fremdwörtern, bei der sie zu weit gehenden Vorschlägen eine Absage erteilt hat, um die Sprachtradition nicht zu beeinträchtigen.

Auch über die internationale Abstimmung der Neuregelungsvorschläge, insbesondere die Ergebnisse der sogenannten "Wiener Konferenzen", wurde ausführlich in der Öffentlichkeit berichtet. Dem Endergebnis der Beratungen in der Kultusministerkonferenz haben die Ministerpräsidenten zugestimmt. Die Bundesregierung hat den gesamten Neuregelungsentwurf ohne Einwände zur Kenntnis genommen. Schließlich haben Vertreter der deutschsprachigen Staaten und Gemeinschaften am 01.07.1996 in Wien in einer Gemeinsamen Absichtserklärung bekräftigt, daß sie den abgestimmten Neuregelungsentwurf gleichzeitig in Kraft setzen und einführen wollen. Die Kultusministerkonferenz steht nach jahrelangem demokratischem Diskussionsprozeß zu dieser Gemeinsamen Absichtserklärung und sieht keine Veranlassung, sich davon zu distanzieren und bei den anderen deutschsprachigen Staaten wortbrüchig zu werden.

2. Die Neuregelung der Rechtschreibung orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern und hat insgesamt den "Normalbürger" im Blick. Sie stellt die Sprache nicht auf den Kopf, sondern beseitigt behutsam Ungereimtheiten, die sich in 100 Jahren entwickelt haben. Sie macht übersichtlicher, logischer und transparenter und wird das Schreiben erleichtern, ohne die kulturelle Tradition zu schmälern.

Die literarische Produktion ist durch die Neuregelung der Rechtschreibung nicht betroffen. Künstler können auch in Zukunft wie bisher selbstverständlich frei mit der Sprache umgehen und sie im Zuge ihres literarischen Schreibens individuell gebrauchen. Sie brauchen sich dabei um Orthographieregeln wie bisher nicht zu kümmern. Tatsächlich betrifft die geplante Neuregelung ausschließlich das Schreiben in Behörden und Schulen. Eine Regelung für das gesamte Verlagswesen konnten und wollten die Kultusminister nicht treffen, und für literarische Texte, die bereits auf dem Markt sind, gilt, daß sie nicht deswegen veraltet sind, weil sie in der alten Orthographie verfaßt sind. Literarische Bücher brauchen also nicht neu gedruckt zu werden, wie fälschlicherweise behauptet wird. Schriftsteller und Publizisten müssen also zur Kenntnis nehmen, daß ihre Interessen deshalb bei der Neuregelung der Rechtschreibung nicht im Vordergrund stehen, weil die neue Orthographie sich in erster Linie an den Bedürfnissen, derjenigen orientiert, für welche die Regierungen unmittelbar Verantwortung tragen: die Schulen und die Behörden.

3. Falsch ist der Vorwurf, daß durch die Neuregelung der Rechtschreibung Kosten in Milliardenhöhe entstehen werden. Falsch zunächst einmal deshalb, weil es nicht stimmt, daß literarische Bücher neu gedruckt werden müssen. Außerdem haben die Kultusminister bei ihrer Beschlußfassung im Dezember 1995 auch darauf geachtet, in dem Bereich, der tatsächlich betroffen ist, nämlich bei den Schulbüchern, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Kosten zu sparen. Durch die neunjährige Übergangsfrist für die Neuregelung der Rechtschreibung können Schulbücher mit Ausnahme der Rechtschreiblernmittel - weitgehend im normalen Erneuerungsturnus ersetzt werden. Der Austausch von Schulbüchern außerhalb des einschlägigen Sprachbuchbereichs der Grundschule und der Anfangsklassen der weiterführenden Schulen (das sind etwa 5 % aller zugelassenen Lernmittel) allein wegen der Neuregelung ist nicht beabsichtigt. Schulbücher, die das neue Regelwerk beachten, können grundsätzlich bereits vor dem Termin des Inkrafttretens der Neuregelung am 01.08.1998 genehmigt werden. Das bedeutet, daß in Fällen turnusgemäßer Erneuerung aus sachlichen Gründen auch die Neuregelung der Rechtschreibung bereits vor 1998 eingearbeitet werden kann.

4. Die Kultusministerkonferenz ist nicht der Auffassung, daß die behutsame und maßvolle Neuregelung dem Ansehen der deutschen Sprache und Literatur im In- und Ausland schaden würde. Orthographie ist wichtiges Element bei der Vermittlung von Sprache, aber nicht die Sprache. Kein einziges deutsches Wort geht durch die Neuregelung der Rechtschreibung verloren. Dem deutschen Ansehen bei den anderen deutschsprachigen Partnern, mit denen gemeinsam die Neuregelung erarbeitet worden ist, würde es aber mit Sicherheit Schaden zufügen, wenn nach Abschluß der langjährigen gemeinsamen Beratungen und nach Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung Deutschland sich von dem lange demokratisch diskutierten und im ganzen deutschsprachigen Raum politisch beschlossenen Neuregelungsvorschlag distanzieren würde. Schaden nehmen würden auch die Kinder in unseren Schulen, die bereits vielerorts nach der Neuregelung unterrichtet werden.


Quelle: http://www.kmk.org/aktuell/pm961025.htm#2
 
 

nach oben


Ihr Kommentar: Sie können diesen Beitrag kommentieren. Füllen Sie dazu die mit * versehenen Felder aus und klicken Sie auf „Kommentar eintragen“.

Sie können in Ihrem Kommentar fett und/oder kursiv schreiben: [b]Kommentar[/b] ergibt Kommentar, [i]Kommentar[/i] ergibt Kommentar. Mit der Eingabetaste („Enter“) erzwingen Sie einen Zeilenumbruch. Ein doppelter Bindestrich (- -) wird in einen Gedankenstrich (–), ein doppeltes Komma (,,) bzw. ein doppelter Akut (´´) werden in typographische Anführungszeichen („ bzw. “) umgewandelt, ferner werden >> bzw. << durch die entsprechenden französischen Anführungszeichen » bzw. « ersetzt.

Bitte beziehen Sie sich nach Möglichkeit auf die Ausgangsmeldung.
Für sonstige Diskussionen steht Ihnen unser Diskussionsforum zur Verfügung.
* Ihr Name:
E-Mail:
(Wenn Sie eine E-Mail-Adresse angeben, wird diese angezeigt, damit andere mit Ihnen Kontakt aufnehmen können.)
* Kommentar:
* Spamschutz:   Hier bitte die Zahl einhundertvierundfünfzig (in Ziffern) eintragen.
 


Zurück zur vorherigen Seite | zur Tagebuchübersicht


© 2004–2018: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V.

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Christian Stetter.

Webhosting: ALL-INKL.COM