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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 18.41 Uhr verfaßt.

Parteien, die im wesentlichen nur einen einzigen Programmpunkt haben, pflegen sich früher oder später aufzuspalten. Ich habe das aus der Geschichte der Grünen in Erinnerung. Die Umwelt- und Naturschutzbewegung hatte schon immer einen linken und einen rechten Flügel. Grünen-Mitgründer Gruhl spaltete dann die ÖDP ab, weil ihm die Grünen zu rot waren, und zur Zeit gibt es schon wieder ähnlichen Streit.

Bei der AfD hat es ja bereits eine große Spaltung und beinahe Neugründung unter demselben Namen gegeben, mit einer krassen Verschiebung des Programm-Schwerpunktes.

In der Tat, warum sollte man, wenn man eine bestimmte Position in der Migrationsfrage vertritt, auch in der Bildungs- oder Rentenpolitik oder beim Euro übereinstimmen?


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 17.45 Uhr verfaßt.

Martin Schulz gibt dem Wahlkampf Würde

Als ich diese Überschrift las, wußte ich ohne Hinsehen, daß der Text nur von Heribert Prantl sein konnte. Erwartbar und gleichzeitig originell.

Übrigens wird Schulz dafür gelobt, daß er sich abrackert.

Merkel kommt auch nicht so schlecht weg, aber auch in ihrem Fall ist der Text ein bißchen schräg:

Respekt verdient auch die Kanzlerin dafür, dass sie sich bei ihren Wahlkampfauftritten dieser Wut, samt Tomaten und Unflätigkeiten, ausgesetzt hat. Noch mehr Respekt hätte sie sich verdient, wenn sie Attacken nicht nur ausgehalten, sondern auch deutlich beantwortet hätte.

Hätte sie zurückschmeißen sollen? Oder öfter "verdammt" sagen wie Schulz?


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 17.29 Uhr verfaßt.

Ich finde, daß Herr Riemer alles Notwendige gesagt hat. Der Ausdruck ist physikalisch ungenau oder überhaupt nicht sinnvoll, je nach Maßstab, aber allgemeinsprachlich und in den interessierenden Zusammenhängen eingebürgert und unmißverständlich. Den Kritikern geht wohl meist darum, anderen Leuten hinzureiben, sie hätten die Sache mit der Erhaltung der Energie nicht kapiert – im Gegensatz zu den Kritikern selbst.

Schädlicher und daher wirklich korrekturbedürftig ist die verbreitete Unkenntnis des Archimedes, ich meine die Ansicht, daß schmelzende Eisberge, seien sie noch so groß, den Meeresspiegel steigen lassen.


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 16.13 Uhr verfaßt.

Übrigens, für die Redaktion zum rein Technischen dieser Seite:

Ich konnte meinen letzten Text mehrmals nicht eintragen. Schließlich habe ich weiter nichts gemacht als einfache Anführungszeichen durch doppelte zu ersetzen, danach klappte es.
Also: vorläufig keine einfachen Anführungszeichen!


Manfred Riemer zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 16.08 Uhr verfaßt.

Schon seltsam, Wikipedia schreibt von Vernichten und Erschaffen, dabei geht es ums Erneuern.

Wer sich an erneuerbare Energien wegen des angeblichen physikalischen (Un-)Sinns stößt, setzt erneuern mit erschaffen gleich. Aber Prof. Ickler hat recht, dazu gibt es keinen Grund. Erneuern heißt eher verändern, hier umwandeln in andere Energieformen. Es ist sowieso kein streng wissenschaftlicher Begriff.

Geht es aber überhaupt ums Umwandeln von Energieformen? In Wirklichkeit ist doch das Wesentliche nur, daß diese Energieformen, wie es auch bei Wikipedia heißt, praktisch unerschöpflich sind, sie "erneuern" sich gar nicht, sondern es ist einfach genug davon da.

Biomasse sollte man besser zu den sekundären Energieträgern, etwa wie Stromspeicher, zählen. Nur diese kann man ständig mit den unbegrenzten Primärenergieformen Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme "erneuern" bzw. "nachfüllen".

Mir fällt besonders auf, daß bei Wikipedia und auch sonst ständig das Wort Energie wie Energieträger und Energiequellen verwendet wird ("Als erneuerbare Energien ... werden Energieträger bezeichnet, die ..." oder "Zu ihnen [erneuerbare Energiequellen] zählen Bioenergie, ...") usw.

Also das ganze ist sowieso durch und durch umgangssprachlich. Bei dem Ausdruck erneuerbare Energie weiß mittlerweile jeder, was gemeint ist.


R. M. zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 14.38 Uhr verfaßt.

Wenn der Begriff einwandfrei wäre, würde er nicht gleich im zweiten Absatz problematisiert.


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 09.59 Uhr verfaßt.

Wikipedia:

Als erneuerbare Energien (auch großgeschrieben: Erneuerbare Energien) oder regenerative Energien werden Energieträger bezeichnet, die im Rahmen des menschlichen Zeithorizonts praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen[1][2] oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Damit grenzen sie sich von fossilen Energiequellen ab, die endlich sind oder sich erst über den Zeitraum von Millionen Jahren regenerieren. Erneuerbare Energiequellen gelten, neben höherer Energieeffizienz, als wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiepolitik (englisch sustainable energy) und der Energiewende.[3] Zu ihnen zählen Bioenergie (Biomasse), Geothermie, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie.[4] Die bei weitem wichtigste Energiequelle ist die Sonne.

Der Begriff „erneuerbare Energien“ ist nicht im streng physikalischen Sinne zu verstehen, denn Energie lässt sich nach dem Energieerhaltungssatz weder vernichten noch erschaffen, sondern lediglich in verschiedene Formen überführen. Auch aus erneuerbaren Energien gewonnene sekundäre Energieträger (Elektrizität, Wärme, Kraftstoff) werden oft unpräzise als erneuerbare Energien bezeichnet.[5] Als Bezeichnung für thermische Energie, die aus Geothermie, Solarthermie oder Bioenergie gewonnen wird, und für die indirekte Nutzung von Sonnenenergie durch Solararchitektur wird auch der Begriff erneuerbare Wärme verwendet. Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen wird auch als Grünstrom und Ökostrom bezeichnet.


Das sollte eigentlich ausreichen. Gibt es denn überhaupt einen streng physikalischen Begriff von erneuerbar? Ich kann mich nicht erinnern, daß dieser Begriff in der Lehre von der Erhaltung der Energie vorkommt. (Ich habe mich vor einem halben Jahrhundert mal mit Helmholtz und Joh. v. Müller beschäftigt.) "Erneuerbar" könnte man also frei definieren, wie im Artikel (und in den Gesetzen) geschehen.


R. M. zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 07.35 Uhr verfaßt.

Nun ja, es geht ja nicht bloß um irgendeinen politischen Slogan, sondern immerhin um ein Gesetz dieses Namens. Daß die Übergänge hier fließend geworden sind, sieht man z. B. auch am Affordable Care Act und den alternativen Gesetzesvorschlägen.


Erich Virch zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 07.25 Uhr verfaßt.

Der Bierernst erstaunt einen. In den siebziger Jahren gab es den Werbeslogan „Mars bringt verbrauchte Energie zurück“. Ein Freund von mir alberte damals: „Verbrauchte Energie? Wofür brauch ich die?"


Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 07.07 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1103#36176:
Nachdem ein FAZ-Leser, dessen Lieblingsthema es seit Jahren ist, und dann noch ein weiterer Leser den Ausdruck „erneuerbare Energie“ streng physikalisch kritisiert haben, rückt nun ein anderer endlich die praktische Formel an ihren rechten Ort und mahnt zugleich, sich mehr um die Sache selbst zu kümmern: nachhaltige Energieversorgung.
Vgl. schon http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1103#22658


Theodor Ickler zu »Rhetorik«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 06.36 Uhr verfaßt.

Der kleine Fritz (also ich zum Beispiel) denkt sich, die Parteien wollen die Macht, um ihr Programm zu verwirklichen; aber sie machen es umgekehrt. Sogar die ZEIT schreibt:

Schulz und seine Leute beginnen Ende Januar also Themen zu sondieren: Welche Inhalte treiben potenzielle Wähler um? Der Findungsprozess ist in den kommenden Wochen quasi live zu beobachten – zum Nachteil der SPD. (21.9.17)

Schulz zwei Tage vor der Wahl: „Es geht um die gerechte Verteilung von Wohlstand.“

Auch, aber nicht nur und nicht in erster Linie. (Meinung des kleinen Fritz zum Findungsprozeß)


Theodor Ickler zu »Neuerdings zusammen«
Dieser Kommentar wurde am 22.09.2017 um 06.29 Uhr verfaßt.

glatt kann mit einfachen Verben zusammengeschrieben werden oder auch getrennt, bei übertragener Bedeutung aber nur zusammen. Abgesehen von der antiquierten Auszeichnung übertragener Bedeutung ist aber die Grenze auch gar nicht klar. Bei glattrühren wird die ursprüngliche Bedeutung von glatt schon etwas gedehnt, weil die glattgerührte Masse keine Oberfläche hat und es auch keinen rechten Gegensatz gibt, etwa rauh. Eine glatte Fläche hat keine hervorstehenden Teile, eine glatte Soße keine Klumpen. Es gibt Ähnlichkeiten, aber trotzdem ist es ein Vergleich, eine Übertragung...
Warum wird die Orthographie mit solchen Schwierigkeiten belastet?


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