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R. M. zu »Aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 21.39 Uhr verfaßt.
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Die Protokollführende verfolgt dieses Ziel eben nicht. – Der Fall ist ganz interessant, die Getrenntschreibung zählt zu jenen, die der erste Reformduden (1996) noch gar nicht kannte.
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Corinna Vogedes zu »Aus dem Rat«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 20.55 Uhr verfaßt.
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Der Rat für deutsche Rechtschreibung schreibt: "Allgemein wird dafür gehalten [...]" – wird vom Rat nun gar etwas 'dafür gehalten', was es gar nicht ist? Oder war hier nicht doch eher 'dafürgehalten' gemeint? Ein Fauxpas, der der Intention des Rates, semantischen Differenzierungen in der GZS wieder größere Bedeutung beizumessen, zuwiderläuft.
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R. H. zu »Die Vermeidung von dem Genitiv«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 16.58 Uhr verfaßt.
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Zweideutig?
Die Formulierung die Morde von Gewerkschaftern besagt dasselbe wie die Morde der [einiger] Gewerkschafter, daß nämlich Gewerkschafter gemordet haben.
Ebenso eindeutig sind die beiden Formen mit (der hier gemeinten) "Ermordung": die Ermordung von Gewerkschaftern und die Ermordung der [einiger] Gewerkschafter, die nun die Opfer sind.
Dem Schreiber wird wohl Morde an ... vorgeschwebt haben. – Wie auch immer, sprachliche Schnitzer taugen nicht als Belege für allgemeingültige Feststellungen.
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Germanist zu »Die Vermeidung von dem Genitiv«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 12.25 Uhr verfaßt.
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"Von" mit Dativ ist genauso zweideutig wie der reine Genitiv: Heute in Telepolis: "die Morde von Gewerkschaftern in Kolumbien".
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MG zu »Der Gang und die Gäbe«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 12.06 Uhr verfaßt.
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Die Saat ist halt in der Zwischenzeit aufgegangen, siehe folgenden Artikel, der heute in unserer Zeitung stand. Er handelt von Schülerinnen und Schülern, die im Unterricht ausschließlich den Segnungen der Rechtschreibreform ausgesetzt waren:
»Geldbuße: Lehrerin verbessert Abi-Klausur
Bonn (dpa). Das ist der Traum aller Schüler: Eine Lehrerin verbessert die Abiturklausuren, statt für Fehler Punkte abzuziehen. Eine Bonner Studienrätin tat dies bei den Englischarbeiten des Abi-Jahrgangs 2008 – doch dann wurde die vermeintlich gute Tat für die 62-Jährige zum Albtraum. In einem Verfahren wegen schwerer Urkundenfälschung verhängte das Bonner Amtsgericht am Freitag nach ausführlicher Beweisaufnahme eine Geldbuße von 1800 Euro. Die Studienrätin, seit mehr als 35 Jahren im Schuldienst, war bei der Korrektur der Arbeiten erschrocken: So viele Rechtschreibfehler wie in der Abiturklausur 2008 hatten die acht Teilnehmer ihres Englisch-Grundkurses noch nie produziert. Also korrigierte sie die Fehler, statt sie rot anzustreichen. Der Zweitkorrektorin eines anderen Gymnasiums aber fielen die Manipulationen auf. Das Gericht stellte das Verfahren gegen Zahlung der Buße ein. Nach seiner Ansicht hätten die Manipulationen der Lehrerin auf die Endnote der Abi-Arbeiten keine große Auswirkung gehabt.«
Arme Socke, diese Lehrerin. Ich kann sie gut verstehen. Mir gehen die vielen Fehler in öffentlichen Texten ziemlich auf die Psyche. Es ist lang her, daß ich aus dem hiesigen Gymnasium einen fehlerfreien Text bekommen habe, wobei es keine Rolle spielt, wer den Text geschrieben hat: Schülerinnen oder Schüler, Lehrerinnen oder Lehrer – oder gar die Schulleitung.
Aber an sich ist es ja egal, ob ein Text fehlerfrei ist, solange man versteht, was gemeint ist. Es ist ja auch egal, ob ein Gaspedal gelegentlich klemmt, sofern es nur die meiste Zeit richtig funktioniert.
[Dieser Text wäre vermutlich besser im Zeitungsarchiv untergebracht; ich kann dort allerdings nicht schreiben.]
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Karl Hainbuch zu »Maria hilf!«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 08.29 Uhr verfaßt.
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Ich sehe es hier zum ersten Mal: Die reformierte Ortografie wird "modern" genannt. Zauberwort!
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Wolfram Metz zu »Maria hilf!«
Dieser Kommentar wurde am 13.03.2010 um 01.55 Uhr verfaßt.
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Ein amüsantes Beispiel dafür, wie vertrackt es im Dschungel der modernen Orthografie zugehen kann, hat vor kurzem unser Leser Karl-Heinz Lau aus Füssen entdeckt
Wieso »Dschungel der modernen Orthografie«? Sofern der Autor damit die Reformschreibung meint (wofür der erste Satz spricht), liegt er daneben, denn es handelt sich bekanntlich um ein Problem, das noch älter ist als die Straßenschilder selbst, also mindestens »uralt«.
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Theodor Ickler zu »Maria hilf!«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2010 um 09.14 Uhr verfaßt.
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Die "Klimalinguistik" gibt es schon, wenn auch nicht unter diesem Namen. Z. B. nahmen im 19. Jahrhundert manche Sprachhistoriker an, daß die hochdeutsche Lautverschiebung eintrat, weil die Deutschen die Alpen besiedelten und wegen der dünnen Luft und der Anstrengung ins Schnaufen kamen, folglich die Verschlußlaute zuerst stärker behauchten und dann zu Reibelauten umbildeten ... Den Sprachen der "Naturvölker" hat man auch verschiedenen Eigenschaften nachgesagt, die auf das jeweilige Klima zurückzuführen sein sollen.
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MG zu »Maria hilf!«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2010 um 07.59 Uhr verfaßt.
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Es gehört nicht direkt zu diesem Thread, und doch will ich es nicht unkommentiert lassen. Wie heilsam für die Leserlichkeit wäre in folgendem Satz doch ein Komma an der richtigen Stelle gewesen:
Dank der Einführung der allgemeinen Volksschule begann man
auch weniger Belichtete als Schreiber in einem Amt zu verbraten.
Andererseits: Wenn einen der Feuilleton-Hafer sticht, kann man wohl nicht anders, dann verbaut man Sätze absichtlich, bis man noch nicht einmal selbst mehr durchkommt.
In geistestreuer Gefolgschaft der Deformer der deutschen Graphie, so auch Konrad Duden zum Tort um die Installation möglichst vieler Varianten bemüht waren, bemühen sich die Kommunen die Variativität (nicht: Varianz, das ist etwas anderes) wenn schon nicht in der Bebauung, so doch wenigstens in den Benennungen zum Blühen zu bringen.
Besser, man ruft den Tsunami nicht aus dem Wald. Der gemeine Leser würde es einem danken.
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Christoph Schatte zu »Maria hilf!«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2010 um 03.56 Uhr verfaßt.
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Dank der Einführung der allgemeinen Volksschule begann man auch weniger Belichtete als Schreiber in einem Amt zu verbraten. Daran hat sich bis heute wenig geändert (ABM-Stelle und so).
Glaubt noch jemand, daß die heute in den Gemeinden mit der Straßennamungsschreibung Befaßten auch nur den geringsten Schimmer von Schreibung hätten (von toponymischen Traditionen und den Regeln ihrer graphemischen Nomination zu schweigen)?
Manche nehmen wahr, was auf den Schildern oder (papiernen wie virtuellen) Propagadaseiten der Kommunen zu lesen steht. Selbst eine irrige Schreibung würde man nach längerer Behandlung resigniert hinnehmen, fänden sich nicht in demselben Mokchen (wie etwa Ffm) an ein und derselben Straße und auf derselben Website zwei oder auch mehre(rere)re Schreibungen, von denen eine evtl. "zielführend" ist, die die Wissenden in der "Verwaltung" aber keine verantworten.
In geistestreuer Gefolgschaft der Deformer der deutschen Graphie, so auch Konrad Duden zum Tort um die Installation möglichst vieler Varianten bemüht waren, bemühen sich die Kommunen die Variativität (nicht: Varianz, das ist etwas anderes) wenn schon nicht in der Bebauung, so doch wenigstens in den Benennungen zum Blühen zu bringen. Aber Duden – anders als das seinen Namen nutzende heute wuselnde Unternehmen – war sicher nicht up to date und konnte die letzten Errungenschaft der deutschen Pädagogik / Andragogik und Gerontogogik nicht kennen.
So haben wir – von wessen Gnaden auch immer – den genädiglich über dem deutschen Fuß- und Schreibvolk waltenden "Rat für deutsche Rechtschreibung", der dem "Institut für Deutsche Sprache" anhängig, aber schreibungs(un)mäßig nicht direkt und so verpflichtet ist. Und genau dieser Rat entscheidet, ob ein entsprechend getischlertes und an einer dünnen Propagandadecke aufgehängtes Möbel nur irgendein runder Tisch oder der einzig und alleinige Runde Tisch oder vielleicht sogar beides ist; und nicht allein mit schwarzen Brettern und ihrer geradezu metaphysischen Singularisierung hat der bedauernswerte Rat auch so seine Not. Man möge ihm also seine Hyperaktivität nachsehen und nicht erwarten, daß er geradezu bourgeois-kontemplativ "das Schreibgeschehen verfolgt".
Um keinen Tsunami aus dem Wald zu rufen, überläßt der Rat (for literacy and business?) in seinen Empfehlungen den Rest Fachwissenschaftlern. Chemiker dürfen ihre Seltenen Erden behalten (chapeau!), Agronomen hinwiederum nur (meist nicht systematisierte oder taxonomierte) seltene Erden finden.
Von solchem ans Herz Gehendem müßte eigentlich die inzwischen installierte Ökolinguistik handeln. In Nutzung der Erfahrung des seit seiner Geburt unkenden "Der Spiegel" ist es höchste Zeit, Lehrstühle / Räte oder Sowjets / Gremien / Think Tanks / Clubs of Rome / Initiativen (DDR), Bewegungen / Bürgerräte oder UNESCO-Kommissionen samt Titelkampf (DDR) und leninschen Kommissaren für Klimalinguistik (Copyright bei mir!) einzurichten, solange die Panik vorhält bzw. nicht mit den sie Schürenden in den Fluten der Weltmeere oder im Wärmetod untergehen (aber bitte nicht von der ohnehin unausweichlichen Entropie reden; zu schwer fürs Gymnasium, auch im Rahmen von "Wärmehaushalt" im Häusle und so).
Oben erwähntes Institut hat das Deutsche als etwas Singuläres, der Rat (nicht: Sowjet!) für dieses und jenes indessen wägt es (vorerst) als etwas in der Welt nicht Einsames und daher nicht Eigenbenamtes. Es steht also zu befürchten, daß der / the Rat for ... oder für ... sich demnächst noch an anderem sein Mütchen kühlen bzw. – politisch korrekt – beweisen möchte, bevor er rechtzeitig die entsprechenden Tücher um sich wickelt und sich am äußersten Rande der Geschichte geräuschlos niederlegt.
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Christoph Schatte zu »Superlativ«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2010 um 02.03 Uhr verfaßt.
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Das Vorgehen von Rolf Thieroff und Petra M. Vogel in dem recht allumfassend betitelten Werk "Flexion" läßt erneut darüber nachdenken, ob denn nicht Endung (Flexem) und Suffix (Derivatem) nützlich auseinanderzuhalten sind, wenngleich beide endig stehen. Präfixe können mindestens genauso extensiv wie Suffixe (nicht Endungen!) gehäuft werden.
So scheint z.B. recht sicher, daß die griechische Reduplikation Flexem, und nicht Derivatem ist. Aber auch dann sind sie sicher in der Terminologie der teutonisierten grammatischen Terminologie eine "Anfangung", alldieweil das Reduplizierte ja vorn steht (als erstes oder als zweites?).
Weiter könnte man die verschlungenen Wege der Deform der deutschen Graphie mit ihren nun schon weitgehend im Dunkel ihrer anrüchigen Geschichte verschwundenen Protagonisten nachzeichnen, indem man sich zu einer Wortschöpfung wie dereformiert hinreißen läßt. Aber auch das wäre ein wenig verfänglich, denn diese creation enthält die Folge de re, wo es doch nur um eine für Erstklässler und ihre Pädagogen ihrer initialen oder erworbenen "Schriftferne" zugängliche Schreibung ging und nie um die Sache.
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Christoph Schatte zu »Superlativ«
Dieser Kommentar wurde am 12.03.2010 um 01.13 Uhr verfaßt.
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In Thieroff, Rolf / Petra M. Vogel (2009) ist zäh durchgehalten, was einige gar nicht ganz ungenutzte Grammatiken des Deutschen (aus Deutschland) bis heute gebetsmühlenmäßig repetieren.
Die Autor(inn)en beweisen damit nur, daß sie entweder jedweder Tradition huldigen oder daß ihre überbordende Kreativität sie zu den "Quellen" (ca. 1870/71) zurückführt. So oder so erbringen auch sie einen Beweis dafür, wie es derzeit um die Grammatikographie des Deutschen bestellt ist, ob nun in Distanz oder Non-Distanz zum Wort oder Verb.
Sicher erfaßt die halbwegs schritthaltende heutige germanistische Linguistik in den Bereichen Systembeschreibung und Lexikologie die Steigerung / Komparation nicht (mehr) als Flexion, allein schon, weil dazu in die Beschreibung doppelte Flexion einzuführen und vice versa aus dem Lexikon einige Lexeme zu tilgen wären, so auch viele Komparative und Superlative deutscher Adjektive, die sich semantisch und / oder funktional verselbständigt (verselbstständigt? – das wissen nur die Weisen der Otto-Deform) haben.
Kurz: Die Komparative und Superlative von Adjektiven sind abgeleitete Wörter / Lexeme, wie manche andere nominale, adjektivische, adverbiale und verbale auch, und gehören damit nicht in die "Formenlehre" von ehedem.
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