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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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Theodor Ickler zu »Kopfrechnen«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 18.42 Uhr verfaßt.

Laut Kriminalstatistik geht die Zahl der Straftaten zurück. Die Leser glauben es aber nicht und beharren auf ihrer tiefen Überzeugung, daß es (Danke, Frau Merkel!) an der Zeit sei, auszuwandern. Eigene Daten oder auch nur Erfahrungen haben sie nicht, nur die Medien, denen sie mit dem besseren "Wissen" am Zeug flicken, das sie aus keiner anderen Quelle geschöpft haben.

Unter den Bericht über eine Rangelei unter Jugendlichen (keine näheren Angaben) schreibt einer vielsagend: "Deutschland im Jahre 2018..."


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 18.32 Uhr verfaßt.

Hirnscans bilden in der Regeln verstärkte Durchblutung ab. Die Reizleitung im Nervensystem geschieht jedoch tausendmal schneller als die meßbaren Veränderungen der Durchblutung. Schon darum ist es nicht möglich, dem Gehirn "beim Denken zuzusehen" - oder wie die Formeln lauten. In den meisten Berichten wird das verschwiegen.


Theodor Ickler zu »Friede sei mit euch!«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 16.00 Uhr verfaßt.

Zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1512#26940

Gerade wird die verdeckte Parteienfinanzierung über Stiftungen wieder mal diskutiert, und der Steuerzahlerbund fordert eine gesetzliche Regelung. Die kann er haben! Es sind ja die Parteien, die die Gesetze machen, und die lassen schon nichts anbrennen. Das ist wie mit den Rundfunkanstalten: Je weniger Zuspruch, desto reicher die Mittel.


Theodor Ickler zu »Niedriger hängen!«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 15.51 Uhr verfaßt.

Spiegelversuche sind bei Psychologen sehr beliebt. Man möchte damit Selbstwahrnehmung nachweisen. Kinder und einige Tierarten scheinen sich selbst zu erkennen, andere nicht. Oft setzt man dem Versuchstier unter Narkose einen Farbtupfer ins Gesicht und beobachtet dann, ob es vor dem Spiegel versucht, an sich selbst und nicht am Spiegelbild den Klecks wegzuwischen.

Die Versuche leiden unter anderem an der Unklarheit des Begriffs "Selbst". Es sind ganz verschiedene Leistungen und "Stufen" zu unterscheiden.

Kinder und viele Tiere reagieren vielleicht anfangs verdutzt auf ihr Spiegelbild, aber bald verlieren sie das Interesse daran. Der Grund wird sein, daß das Spiegelbild nicht so reagiert wie ein Fremder. Der Hund erwartet etwas ganz anderes, und die bloße Widerspiegelung des eigenen Verhaltens "sagt ihm nichts".

Ein Proband mag sich selbst erkennen, ohne sich aber umzudrehen, wenn hinter ihm etwas Interessantes auftaucht.

Man hat auch gesagt, daß nicht jedes Wesen einen Grund hat, sich einen Farbfleck aus dem Gesicht zu wischen.

Es gibt auch keine Probanden, die nicht schon Erfahrungen mit dem eigenen Schatten und mit unvollkommenen Reflexionen gemacht haben. Zum Beispiel habe ich Enkelin und Hund vor der schwarzlackierten Vorderwand des Klaviers beobachtet: derselbe Effekt wie bei einem Spiegel, also baldiger Verlust des Interesses.

Kinder fangen später an, sich selbst zuzugrimassieren, die Lippen an den Spiegel zu pressen und allerlei Spaß dabei zu haben - erkennen sie sich selbst, und was heißt das eigentlich?

(Berichte über Selbstwahrnehmung von Ameisen nehme ich nicht ernst, und Lacans Mystifikationen lasse ich beiseite.)


Theodor Ickler zu »Trüber Morgen«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 14.20 Uhr verfaßt.

Ich glaube, ich habe in meinem gesamten Leben noch nie einen so durchgeknallten Schund gelesen. (Helmut Krausser über Kleists „Käthchen von Heilbronn“, FAZ 21.4.18)

Den Text gibt es bei Reclam in Reformschreibung, aber nicht richtig: Greuel und sicher noch mehr davon.


Theodor Ickler zu »Needlearbeit«
Dieser Kommentar wurde am 21.04.2018 um 08.30 Uhr verfaßt.

Um eine Dampfmaschine gleichmäßig laufen zu lassen, kann man die Rotation des Schwungrads messen und danach die Dampfzufuhr berechnen. Einfacher ist der Fliehkraftregler, der nichts mißt und nichts berechnet. So geht es in Tausenden von Fällen zu. Vgl. das Planimeterbeispiel, die Wüstenameisen mit ihrer "Integralrechnung", den Schützenfisch usw.

„Nicht alles, was gemessen und berechnet werden kann, beruht auf Messung und Berechnung."


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 17.04 Uhr verfaßt.

Auch zu http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1058#30715

Nachdem der wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Raketenangriff auf Syrien als völkerrechtswidrig erkannt hat, wird daran erinnert, daß die Bundesregierung ihn "unterstützt" habe, ohne sich daran zu beteiligen. Unterstützt man etwas, indem man sagt, man unterstütze es? (Performatives Verb?) Das wäre ein weiterer Unterschied zu "helfen", denn "ich helfe dir" wäre bestimmt keine Hilfe.


Manfred Riemer zu »Tageszeiten«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 16.15 Uhr verfaßt.

Das Gesagte gilt natürlich nicht nur fürs Subjekt, sondern auch für Objekte (den/dem Sonntagfrüh), nur eben nicht für adverbiale Verwendung, da ist beides denkbar (am Sonntagfrüh, am Sonntag früh).


Manfred Riemer zu »Tageszeiten«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 15.42 Uhr verfaßt.

Obwohl es sonst die Früh heißt, kommt das Wort in Zusammensetzungen auch oft oder sogar eher maskulin vor. Ich denke, es ist eine Analogiebildung, z. B. zu der Sonntagabend/Sonntagmorgen -> der Sonntagfrüh.

Wenn der Sonntagfrüh Subjekt eines Satzes ist, dann ist Getrenntschreibung (der Sonntag früh) kaum möglich, außer man faßt früh als nachgestelltes Attribut auf (wie Röslein rot, Karpfen blau). Das erschiene mir aber zu weit hergeholt, weil ein nachgestelltes Adjektiv eher einer gehobenen Sprache entspricht.

Es gibt ja ähnliche Geschlechtsumwandlungen, z. B. eines Tages -> eines Nachts.


Theodor Ickler zu »Bilder«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 14.26 Uhr verfaßt.

Über eine mir gut bekannte Frau wurde steif ud fest berichtet, sie habe als Kind lange Zeit überhaupt nicht gesprochen. Eines Tages saß sie unter dem Tisch, an dem ihre Mutter mit anderen Damen beim Kaffeeklatsch saß, und plötzlich tönte es von unten: "Tatsächlich!"

Der heilige Roman Jakobson dreht sich im Grabe herum.


Manfred Riemer zu »Bilder«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 14.14 Uhr verfaßt.

zu 1259#38548:

Die meisten kleinen Kinder sagen wohl als zuerst Mama, was auch in den meisten Sprachen ähnlich klingt. Aber unser Dritter hat tatsächlich als erstes Wort den Namen seines Bruders Martin gesprochen. Er konnte eine Zeitlang abends im Bett noch eine Stunde immer wieder "Marti, ja Marti, Marti, ja Marti" wiederholen.

In Ungarn und in Siebenbürgen (ungarischsprachiger Bevölkerungsteil) hat es mich immer besonders berührt, daß die eigene Mutter ("anya") von schon etwas Älteren, auch von Erwachsenen, "édesanya" (wörtlich: süße Mutter/Mama) genannt wird.


Theodor Ickler zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 20.04.2018 um 10.59 Uhr verfaßt.

Verdacht auf Korruptionsskandal im BAMF(tagesschau.de)

Kann etwas ein Skandal sein, wenn man noch gar nichts davon weiß?



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