zurück zur Startseite Schrift & Rede, Forschungsgruppe dt. Sprache    FDS - In eigener Sache

Theodor Ickler - Mein Rechtschreibtagebuch Diskussionsforum Bücher und Aufsätze Archiv Impressum Verschiedenes

Neues von Theodor Ickler

Die neuesten Kommentare



Sie sehen die neuesten 12 Kommentare

Durch Anklicken des Themas gelangen Sie zu den jeweiligen Kommentaren.


Marco Mahlmann zu »Der Gleich«
Dieser Kommentar wurde am 06.10.2008 um 15.29 Uhr verfaßt.

Zunehmend populär werden auch "das Gleiche" und "das Selbe". Sobald das jemand mit "selbständig" in Verbindung bringt, lesen wir wohl "Selb ständig" oder gar "Selbst ständig".

Was die Wähler der Freien Wähler anbelangt, die sich in die Diaspora begeben haben, bevor sie ein starker Mann zurück in's gelobte Land CSU holt, so ist Uli Jörges (mal wieder) anderer Meinung. Er weiß ausweislich seiner Aussage in einer Fernsehsendung ganz genau, daß die Zeit der großen Volksparteien mit absoluten Mehrheiten ein für allemal vorbei ist.


M. Schuchardt zu »Das orthographische Karussell«
Dieser Kommentar wurde am 06.10.2008 um 14.49 Uhr verfaßt.

"Johanna, die Wahnsinnige". So so. Ich finde, anstelle der Johanna würde eine andere "Dame" ebensogut hinpassen.


Karin Pfeiffer-Stolz zu »Das orthographische Karussell«
Dieser Kommentar wurde am 06.10.2008 um 12.47 Uhr verfaßt.

Das klingt wie bei einer Versteigerung:

"Ein drei viertel Jahrhundert ..."

Leider so gedruckt in einem Produkt des Hauses C.H.Beck. Eine Übersetzung aus dem Spanischen: Manuel Fernandez Alvarez. Johanna die Wahnsinnige.

("Ein drei viertel Jahrhundert später hat sich das Panorama dramatisch verändert." Seite 13
Ich will das Buch trotzdem lesen. Dazu benötigt man ein dickes Fell.)


Theodor Ickler zu »dass und das«
Dieser Kommentar wurde am 06.10.2008 um 12.40 Uhr verfaßt.

ein Ereignis, dass für viele abschreckend gewesen (FAS 5.10.08)
ein Handwerk, dass McCain bisher als schmutzig missbilligt hatte (SZ 6.10.08)


Hans-Jürgen Martin zu »Das orthographische Karussell«
Dieser Kommentar wurde am 06.10.2008 um 10.09 Uhr verfaßt.

Und dieser Unsinn taucht nicht nur beiläufig in Texten auf als unbewußtes Resultat eines durch die RSR deformierten Sprachgefühls, sondern auch ganz bewußt und in großen Lettern in plakativen Werbeaussagen. Die Volkshochschule Düsseldorf etwa wirbt seit letztem Jahr auf fast jeder ihrer Publikationen (vom Handzettel über Broschüren bis zu großen Plakaten) mit dem Spruch:
"VHS. Bildung, die Sie weiter bringt."

Natürlich ist damit nicht gemeint 'weiter(hin) bringt' (wohin?) und auch nicht 'weiter als' (was denn?), man ist einfach - und trotz expliziter Hinweise auf die Falschschreibung - der Meinung, daß das nach der RSR möglich sei und einem "kreativen Sprachgebrauch" entspreche. Bedeutung spielt da keine Rolle mehr. Die "Kreativität" hat allerdings seither an den Schulen stark zugenommen ...


Matthias Künzer zu »Folgendes«
Dieser Kommentar wurde am 05.10.2008 um 20.04 Uhr verfaßt.

Th. Ickler: »Es gibt ja eine ganze Reihe von semantisch-funktional begründeten Kleinschreibungen, wo man aus rein formalen Gründen auch Großschreibung vertreten könnte (wie Gallmann): am besten; aufs neue, fürs erste, zum zweiten; von neuem, bei weitem; als erstes/allererstes«

Das könnte man wohl auch bei "ein kleines bißchen", "nachts" (des Nachts), "von alters her", oder bei "zweitens". Und hat man im 19. Jhd nicht auch "nichts" groß geschrieben?


Germanist zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 05.10.2008 um 11.34 Uhr verfaßt.

Mein dickes altgriechisches Wörterbuch von 1884 sagt (oo für Omega):
onoma Name, Benennung; onomazoo benennen;
homoonymeoo denselben Namen haben; homoonymia Gleichnamigkeit; homoonymios und homoonymos gleichnamig, einerlei Benennung habend, gleichlautende Wörter, die verschiedene Begriffe ausdrücken, zweideutig;
synoonymeoo gleiche Bedeutung haben; synoonymia Gleichheit des Namens oder der Bedeutung; synoonymos von gleichem Namen, von gleicher Bedeutung.
Wie von anderen altgriechischen Wörtern haben unterschiedliche Wissenschaften unterschiedliche Auslegungen gemacht, wobei jede die ihre für die allein richtige hält. (Siehe Soziologen und Naturwissenschaftler, die sich trotz gleicher Wörter nicht verstehen.)


Red. zu »allemal«
Dieser Kommentar wurde am 05.10.2008 um 11.04 Uhr verfaßt.

Das Thema lautet: mal/Mal.


Christoph Schatte zu »sein und gehen«
Dieser Kommentar wurde am 04.10.2008 um 22.52 Uhr verfaßt.

Die Wörter kaputt und pleite gehören nicht beide zu den Adjektiven, sondern nur das erste, weil es adnominal attribuierbar ist – Pleitegeier ist ein Kompositum!. Wörter wie pleite, leid, gram usw. sind Partikeln, die meist als Prädikativ erscheinen, aber auch wie Adverbien (pleite gehen erscheinen. Sie sind dennoch keine Adverbien, weil sie deren Kriterien nicht erfüllen. Die Deformer wollten leid zum Nomen stilisieren, haben uns aber in ihrer Gnade gram und pleite gelassen. Die Deformer sind halt echte Volksfreunde.


Christoph Schatte zu »Das orthographische Karussell«
Dieser Kommentar wurde am 04.10.2008 um 22.37 Uhr verfaßt.

Da es ja reihenbildende Inkorporationen von Adverbien bzw. entsprechende Univerbierungen gibt, könnte man allein an den Geschicken des Verbs bringen zeigen, was ihm und uns die Perma-Deformer der deutschen Graphie angetan haben.


Christoph Schatte zu »Synonymie«
Dieser Kommentar wurde am 04.10.2008 um 22.23 Uhr verfaßt.

Wenn "Fachleute" wie Andreas Gardt trotz Studium der Germanistik etwas von sich geben wie:

"Der Ausdruck Synonym entstammt dem Griechischen und enthält die Bestandteile syn (= zusammen) und ónoma (= Name). In einem landläufigen Sinne handelt es sich bei Synonymen demnach um Gleichnamige, um Wörter, die dieselbe Bedeutung tragen",

dann fragt man sich, ob solche Fachleute jemals gelernt haben, Bezeichnung (Name) und Bedeutung (Bezug) auseinanderzuhalten. Schön ist auch "in einem landläufigen Sinne", denn es wirft die Frage auf, wie viele solcher es denn wohl geben mag bzw. welcher gerade gemeint ist. Daß der Duden-Verlag für sein Synonymwörterbuch nicht Kompetentere gewinnen konnte, stimmt bedenklich.

Letztens mußte ich in einem Promotionsverfahren hören, daß Chomsky die Nachfolge von Saussure angetreten habe, und meinte, daß dürfe ja wohl nicht wahr sein. Aber siehe da, im Duden-Synonymwörterbuch kann jemand nicht die fundamentale Differenz zwischen Platons und Saussures (später Weigerbers) Sprachverständnis unterscheiden. Kann es noch schlimmer werden?


Wolfram Metz zu »ss«
Dieser Kommentar wurde am 04.10.2008 um 21.54 Uhr verfaßt.

Das erinnert irgendwie an Bur-Malottke aus Heinrich Bölls Erzählung »Dr. Murkes gesammeltes Schweigen« – nur daß die Umstellung auf die neueste Schulorthographie weniger aufwendig gewesen sein dürfte als das Herausschneiden des Wortes »Gott« aus den Bandaufnahmen von den Vorträgen jenes Tausendsassas über das Wesen der Kunst und dessen Ersetzung durch »jenes höhere Wesen, das wir verehren«.


Die neuesten Kommentare

Zurück zur Übersicht | nach oben


© 2004–2008: Forschungsgruppe Deutsche Sprache e.V., Lightning-Webs.de

Vorstand: Reinhard Markner, Walter Lachenmann, Jan-Martin Wagner
Mitglieder des Beirats: Herbert E. Brekle, Dieter Borchmeyer, Friedrich Forssman, Theodor Ickler, Friedhelm Kemp, Michael Klett, Werner von Koppenfels, Gustav Korlén, Hans Krieger, Burkhart Kroeber, Reiner Kunze, Horst H. Munske, Adolf Muschg, Sten Nadolny, Bernd Rüthers, Albert von Schirnding, Wieland Schmied, Christian Stetter.

Technische Realisierung und Betreuung: Simon Bauer, lightning-webs.de