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R. M. zu »Zur Erinnerung an Karlsruhe«
Dieser Kommentar wurde am 29.07.2010 um 12.24 Uhr verfaßt.
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Die Nichtabsetzbarkeit von Arbeitsräumen in Privatwohnungen ist »verfassungswidrig«, die Rechtschreibreform hingegen ging in Ordnung. Es ist immer wieder unglaublich zu sehen, wie Karlsruhe in die letzten Details der Steuergesetzgebung hineinpfuscht, statt die Kernfragen in seinem Kompetenzbereich (man denke nur an die Auflösung des Bundestags 2005 oder die kürzlich vom EuGH mißbilligte Entscheidung zur Sicherungsverwahrung 2004) befriedigend zu beantworten. Es handelt sich wohl um eine Art juristischer Ersatzbefriedigung.
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Argonaftis zu »Das Amerikanische«
Dieser Kommentar wurde am 29.07.2010 um 12.18 Uhr verfaßt.
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Exotischer Ausdruck im Amerikanischen für das deutsche Public Viewing: Big Screen.
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Matthias Künzer zu »Hasss und Rassse«
Dieser Kommentar wurde am 28.07.2010 um 19.40 Uhr verfaßt.
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Oder migrierendophob?
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Sigmar Salzburg zu »Das Amerikanische«
Dieser Kommentar wurde am 27.07.2010 um 10.13 Uhr verfaßt.
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„Amerikanisch“ ist vielleicht doch nicht ganz abwegig. Ein amerikanischer Musiker erzählte mir vor Jahren, er habe sich einmal, um Wartezeit zu überbrücken, in einem Soldatenkino der britischen Armee eine amerikanische Komödie angesehen. Er habe sich fast totgelacht, während die englischen Soldaten keine Miene verzogen hätten, weil sie die Wortwitze und Anzüglichkeiten nicht verstehen konnten.
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Wolfgang Wrase zu »Hasss und Rassse«
Dieser Kommentar wurde am 27.07.2010 um 00.32 Uhr verfaßt.
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Lächerlich kommt mir weniger die Schreibweise vor, mehr die Tatsache, daß man aufgefordert wird, etwas Selbstverständliches per Aufkleber zu verkünden. Ich wurde mal an der Haustür aufgefordert, eine Unterschrift gegen Kindesmißbrauch zu leisten, und das kam mir derart bescheuert vor, daß ich mich zur Empörung des Aktivisten weigerte. Ich hätte auch sagen können: "Nee, ich unterschreibe lieber für Kindesmißbrauch", aber so gemein wollte ich dann auch wieder nicht sein und gab den Grund für meine Irritation an. Wenn es konkret wird, zum Beispiel beim Löschen oder Sperren im Internet, stellt sich heraus, daß die Umsetzung löblicher Ideen gar nicht so einfach ist.
Außerdem ist das Herausgreifen einer einzelnen unschönen Erscheinung merkwürdig. Mit einem allgemeineren Aufkleber bzw. einer anderen Unterschrift könnte man mehr abdecken. Vorschlag: "Das Böse? Wir sagen Nein."
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R. M. zu »Hasss und Rassse«
Dieser Kommentar wurde am 26.07.2010 um 22.15 Uhr verfaßt.
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Heißt das jetzt eigentlich Migrantenhass?
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Germanist zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2010 um 22.12 Uhr verfaßt.
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Die Zeitungen haben damals behauptet, sie müßten so schreiben wie es in der Schule gelehrt wird. Jetzt kann man Schülern nur dringend abraten, Zeitungen zu lesen, weil darin so viele Fehler nach reformierter Rechtschreibung stehen, daß es einem graust. Die gesamte gedruckte Rechtschreibung hat sich seit der Reform dramatisch verschlechtert.
Auch die Behauptung der Reformer, die Leute würden sich jetzt mehr mit der Rechtschreibung beschäftigen, trifft nicht mehr zu, weil sie den meisten völlig egal geworden ist.
In meiner weiteren Familie werden am häufigsten SMS geschrieben, und da zwingt die begrenzte Zahl der zulässigen Wörter zu verkürzten Schreibweisen.
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Erich Virch zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2010 um 14.41 Uhr verfaßt.
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@ Romantiker 2.0
Ich stimme Ihnen größtenteils zu. Der erwähnte Bildungsreformer Dr. Ernst Rösner trifft in einem Aufsatz von 2009 (wenn auch in reformerischer Absicht) die Feststellung: "Die Realschule von heute entspricht nach Schülerkompetenzen und Schülerherkunft weitgehend der Hauptschule der siebziger Jahre." Offenbar hat man die Hauptschulen tatsächlich nirgendwo abgeschafft, sondern eher umgetauft. Durch eine erneute Umbenennung in Gymnasien könnte man sie leicht noch weiter aufwerten. Die vormaligen Gymnasien könnte man ja Universitäten heißen, die Universitäten Max-Planck-Institute, das Abitur Master- bzw. Staatsexamen – und als Bezeichnung fürs Examen böte sich der Nobelpreis an.
Damit ließen sich bestimmt viele Eltern weiterhin ruhigstellen – aber sicher nicht alle. In Hamburg waren die Reformer monatelang geifernd bemüht, die Volksinitiative als unanständige Verschwörung des Geldadels zu diffamieren. Vergebens; die Mehrheit hat selbstbewußt entschieden, den Kindern wenigstens das noch so bescheidene Gymnasium zu erhalten.
Wer seinen Nachwuchs daheim fördert, weiß: nicht elterliches Geld macht Kinder klug, sondern elterliches Bemühen. Und wer sich die Mühe macht, läßt sich dafür nicht gern verunglimpfen. Vielleicht spricht sich irgendwann sogar die volkswirtschaftliche Bedeutung elterlichen Engagements herum.
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B Janas zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 25.07.2010 um 11.40 Uhr verfaßt.
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Müssen wir nicht, wenn wir Schriftkultur betrachten, immer auch Sprech- und Gesprächskultur mit im Blick haben, von der die erstere ein stets unvollkommenes, unscharfes Spiegelbild ist? Die Reform hat es noch etwas unschärfer gemacht, aber wem stößt das regelmäßig auf? Ist nicht für viele, und ich denke für die meisten, das Schreiben und Lesen etwas Sekundäres, denn für sie heißt Leben doch Reden und Hören. Schriftlich kommuniziert man nur und Geschriebenes liest man nur, wenn es nicht anders geht oder schneller oder billiger ist. SMS und Twitter sind billiger und teilweise schneller als Telefonieren, sind aber ganz klar nur Ersatz fürs Sprechen. Liegen hier nicht gewichtige Gründe für die relative Geringschätzung der Schriftkultur, für das Sich-Abfinden mit der jetzt eingetretenen Stabilisierung auf niedrigerem Niveau? Welchletzteres der jüngeren Generation bis etwa 25, vielleicht gar 30, gar nicht wahrnehmbar ist, weil sie noch nicht an Besseres gewöhnt war.
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Urs Bärlein zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2010 um 16.21 Uhr verfaßt.
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Den Stellenwert der Sachkompetenz zeigte der SPD-Politiker Kurt Beck, als er seinerzeit seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur mit der Ankündigung untermauerte, sich demnächst auch über Außenpolitik kundig zu machen.
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Romantiker 2.0 zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2010 um 15.58 Uhr verfaßt.
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@ Erich Virch
Primarschule oder sonstwas, das scheint mir näher betrachtet nicht das zu sein, um was es sich dreht. Ein Nebenschauplatz, ein Ablenkungsmanöver, wenn Sie so wollen. Musik und Kunst, Deutsch und Religion und andere Fächer - was macht es bei dem Niveau aus, ob mal ein oder zwei Jährchen mehr oder weniger die Stunden ausfallen oder von Hilfslehrern bestritten werden?! Büffelfächer wie Chemie/Biologie/Mathematik können ja im Zusatzjahr, etwa "Dein XXL-Jahr für Deine Karriere" als Option gestellt werden. Wo ist da der Gegenentwurf der "Bewahrer"?! Soll man zudem, wie in Köln gerade, Problemschulen einfach schließen (und unter exklusiven Namen dann wieder eröffnen)? Die da "oben" werden ihre Schäfchen schon in einem Privatgymnasium unterkriegen, nein, kein Gymnasium, eine "Best of School" nach Oxford-Vorstudium-Standard. Natürlich sitzt da keiner neben Dir, der furzt und nicht aufpaßt und Dich ständig daran hindert, eine 1,0 zu schreiben. Die "demokratische Aufgewecktheit" scheint mir ein Hinterherrennen einer Illusion zu sein (zu den Besseren zu gehören), ja gut, vielleicht auch, um diesen makabren Schauspiel einen Rüffel zu spendieren - und auf anderer Ebene wird dann halt mit dem noch vorhanden Schultypus recht hantiert werden, so wie die Netzsperren und viele entmündigende Gesetze still im Hintergrund, trotz Piratenpartei, in den letzten Monaten druchgepeitscht wurden, Proteste?! Nichts. Keine Piraten, keine Edelleute. Was ist also wichtig in diesen Zeiten?
Nochmal kurz zu der Schulgliederung. Ich, der ich aus kulturrevolutionären Gründen in der Dorfschule verbleiben mußte, war völlig abgetrennt von Freunden, hatte keinerlei Möglichkeiten da irgendwie "mitspielen" zu können; später habe ich das teuer (wörtlich zu nehmen) bezahlt und nachgeholt, den "Stallgeruch" von Selbstverständnis und Sozialisation habe ich nicht nachholen können, sprich, ich war im Berufsleben immer Außenseiter. Meine Sinne hat es jedenfalls geschärft, und die Miseren sind für mich nichts weiter als ein Kontinuum, Überraschungen gibt es da nicht für mich. - Es wird einfach keine Bürgerbewegung für unsere Sprache, für unsere Kulturleistungen mehr geben. Die Schuldreligion wird immer schwerer in den Herzen lasten, man will nichts mehr mit seinen "Eigentümlichkeiten" zu tun haben. Wir werden bald ein besseres Englisch reden, religionsfrei und alleinstehend uns dann bei dem Event "Deine Meinung zählt" mit 99,4% der Stimmen einstimmig uns dazu bekennen, das diskriminierende und somit unzeitgemäße Lied "Der Winter ist ein rechter Mann" endgültig zu deleten, egal ob in 96er "Ausdrucksweise" oder sonstwie. Der Nachbarsbauer wußte es bereits seit jeher, er sagte zu so was stets: "Interessiert doch keine Sau!" Prost ;-)
@ Germanist
PS: Keller war eben Schweizer - und mit seinen Zeitgenossen erlebte er die volle kulturelle Erntezeit, politisch den quicklebendigen Aufbruch. Keller ist für die Jungen nah bei den Außerirdischen, der "Maler" des verblichenen kommoden Privatlebens. Danach nur noch Moderne. Keiner meiner Schüler kannte ihn.
Keller können Sie übrigens noch kaufen, vielleicht sogar in lesbarer Fassung. Einen seiner Zeitgenossen, ein beliebter und allseits bekannter Klavierpädagoge dieser so blumigen, gewandten und reichen Zeit, suchen Sie vergebens. So ist das mit der Musik, eben Zukunftsmusik der Kulturnation. Ein japanischer Verlag hat viele seiner Werke herausgebracht, hervorragender Notensatz, Papier und dergleichen (das müssen Sie hierzulande suchen, solche Qualität), aber alles zu den Stücken und zur Person in japanischen Schriftzeichen, keine englische Übersetzung dabei, geschweige denn eine (wieder zurück zum Original) deutsche!
Ein Armutszeugnis. Schultyp und Partei einerlei. Weltberühmter beschriebener Musiker war übrigens Hamburger. Interessiert die Hamburger einen feuchten Kehricht.
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Theodor Ickler zu »Der Wille zur Täuschung 1995«
Dieser Kommentar wurde am 24.07.2010 um 15.46 Uhr verfaßt.
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Lieber Herr Achenbach, ich habe natürlich absichtlich ein wenig zugespitzt und weiß schon, daß es in der Wirklichkeit gar nicht anders geht. Der schöne Schein des freien, nicht weisungsgebundenen Abgeordneten wird pro forma gewahrt; gerade deshalb hat mich die offene Formulierung des Gegenteils überrascht. Sie ist aber, wie es scheint, schon länger üblich.
Übrigens stimmen nicht Fraktionen ab, sondern Abgeordnete, aber wem sage ich das! (Wie ich gerade erst sehe, hat Herr Bärlein das auch schon gesagt.)
Zur Sachkompetenz der Politiker (heute bringt die SZ einen Leserbrief, der genau auf derselben zuversichtlichen Linie argumentiert wie Herr Riemer) wollte ich noch sagen, daß die Politiker natürlich auch gegen ihr besseres Wissen entscheiden, weil sie eben diese oder jene Klientel zu bedienen haben. Man denke an das Milliardengeschenk an die Hotelbesitzer.
Franz Niehls höhnischen Kommentar zur Rechtschreibentscheidung der Ministerpräsidenten habe ich schon zitiert: "Alle waren dagegen, aber unterschrieben haben sie doch!"
In meinen Büchern habe ich auch dokumentiert, wie die Schulbuchverleger sich rühmten, die Politiker für ihre Zwecke eingespannt zu haben.
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