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Theodor Icklers Sprachtagebuch

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19.07.2009
 

Aus dem Rat
Wie weiter?

Seit dem gewaltsamen Abbruch seiner Reparaturarbeiten beschäftigt sich der Rat nur noch mit weitläufigen Untersuchungen zur "Akzeptanz" der reformierten Schreibweisen, die er ausweislich der Sitzungsprotokolle nicht unterscheidet von ihrer Implementierung in Korrekturprogrammen.
Die Qualität der einzelnen Regelungen wird nie erörtert, es ist eine Art Tabu. Eisenberg hat allerdings auf der Aprilsitzung 2009 erstmals auch inhaltliche Änderungen ins Gespräch gebracht, also die Weiterführung der abgebrochenen Arbeit, wie es ja ursprünglich auch vorgesehen war. So will er z. B. die Kleinschreibung in idiomatischen Wendungen wie "im allgemeinen" wiedereinführen.

Der Rat hielt auf der Oktobersitzung 2008 fest: "Allgemein wird dafür gehalten, dass der Text des amtlichen Regelwerks von der Praxis nicht angenommen wird." Eisenbergs Neuformulierung soll verständlicher und kompakter sein und nur noch ein Drittel des Umfangs der jetzigen Regelung haben. Damit kommt er in die Nähe meiner eigenen Regelfassung, und wenn man die von ihm vorgeschlagenen inhaltlichen Änderungen einbezieht, dürfte am Ende so etwas ähnliches herauskommen wie mein Regelwerk zur herkömmlichen Orthographie… Allerdings dürfte Eisenberg auf den Widerstand der Reformvermarkter und natürlich auch der Kultusminister stoßen. Schon sein öffentlicher Vorstoß in der FAZ wenige Tage vor der Aprilsitzung hat etliche Ratsmitglieder erzürnt, es gab eine heftige Diskussion. Der Ärger dürfte dadurch nicht verringert werden, daß fast alle Ratsmitglieder wissen, was für einer schlechten Sache sie sich verschrieben haben. Sie haben keinen weiteren Trumpf in der Hand als den immergleichen Hinweis auf die "Verunsicherung", die weitere Rückbaumaßnahmen mit sich bringen würden. Wie lange sie damit noch punkten können, ist aber fraglich, wo doch unablässig daran gearbeitet wird, die Bedeutung der Rechtschreibleistungen insgesamt herunterzuspielen.

Interessant ist noch das Eingeständnis des Rates, daß die Augstschen Etymogeleien (Zierrat, schnäuzen usw.) nicht dem Schreibusus vor 1996 entsprachen. Vielleicht liegt die Ära Augst inzwischen ja weit genug zurück, so daß der Rat sich zu inhaltlichen Änderungen auch in diesem Bereich aufraffen kann.



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Kommentare zu »Aus dem Rat«
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Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 20.07.2009 um 14.34 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14796

Außer den Korrekturprogrammen wären noch zu nennen: erstens die Tatsache, daß sehr viele Schreiber, etwa Journalisten, auf Anordnung reformiert schreiben; zweitens, daß sie vielfach nicht im Bilde sind, welche Schreibvarianten innerhalb der Neuregelung vorgesehen sind. Die Schreibungen Potenzial, Demografie, aufs Schönste u. v. a. gehen zu einem großen Teil auf Nachahmungseffekte zurück: "Ach so, das ist die Reform, so muß man heute wohl schreiben."

Die "Unterschungen" des Rates zur "Akzeptanz" sind so viel wert wie die "Wahlen" in der DDR (das zweite D und das R müßte man ebenfalls in Anführungszeichen setzen), die dem gewaltsam etablierten System stets hervorragende "Akeptanzwerte" bescheinigten. Immerhin durften in der DDR die Bürger noch selbst ihr Kreuzchen machen. Wie aufwendig! Im Rat ist man heute weiter: Man stellt fest, daß die Durchsetzung der Rechtschreibreform tatsächlich funktioniert hat, und nennt das dann "Akzeptanz".

In letzter Konsequenz kann man mit dieser Herangehensweise jede Vergewaltigung als einvernehmlichen Liebesakt interpretieren. Woran man das erkennt? Ganz einfach: Die Vereinigung kam zustande.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 20.07.2009 um 17.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14797

Immerhin durften in der DDR die Bürger noch selbst ihr Kreuzchen machen.

Nein, nicht mal das durften sie. Es gab nichts anzukreuzen.
Alles, was wir durften, war, den "Wahlzettel" selbst zu falten und selbst in die "Wahlurne" zu stecken. Das nannte sich Zustimmung.
Theoretisch konnte man in eine "Wahlkabine" gehen, aber damit machte man sich verdächtig. Dort konnte man einzelne Namen von der Liste streichen. Das war dann eine Ablehnung.
 
 

Kommentar von Bernfried Janas, verfaßt am 20.07.2009 um 20.42 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14798

Wer sich mal ausführlich die Beiträge in Internetforen oder z.B. Rezensionen bei Amazon oder Produktbewertungen usw. anschaut, also Texte von Normalbürgern, der kann es nicht übersehen, ohne sich selber erheblich was vorzumachen: Es werden Unmengen Fehler begangen, die ganz klar auf nichts anderes als die Reform zurückführbar sind.
Ach so? Ohne Reform würden sie jetzt alle mengenweise andere Fehler machen, die auf den alten Duden zurückführbar wären? Ja, klar doch, das wär' natürlich noch schlimmer...
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 20.07.2009 um 21.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14799

Es ist ja nicht so, daß die reformbedingten Fehler nicht reformbedingte gleichsam ersetzt hätten. Vielmehr sind sie hinzugekommen. Die Fälle, in denen die Reform verbreitete Verstöße gegen die Duden-Norm legalisiert hat, die keine Fehler waren, z.B. Rad fahren, zuhause, fallen gegenüber dem reformbedingten Fehlerzuwachs kaum ins Gewicht, und die Bilanz wird auch dadurch nicht viel besser, daß echte Fehler wie Recht haben nun nicht mehr als Fehler gewertet werden dürfen. Den Spruch, infolge der Reform würden nicht weniger Fehler gemacht als vorher, sondern andere, hat man auch von Lehrerseite schon vernommen. Die ganze Wahrheit auszusprechen, trauen sich auch ernüchterte Pädagogen offenbar nicht.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 20.07.2009 um 21.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14800

Ach so, Durchstreichen statt Ankreuzen? Vielen Dank für die Aufklärung, Herr Riemer!

Ja, von einer solchen Freiheit konnten wir bei der Rechtschreibreform nur träumern: Die Bürger können ihre Favoriten auswählen. Es werden ihnen diverse Kandidaten aufgelistet, von denen sie welche durchstreichen können, falls nicht erwünscht. Also: Kandidat Schrimps steht unter Kandidat Shrimps, Kon- s- t- ruk- ti- on steht unter Kon- struk- ti- on usw. Und dann wird ausgezählt, was wie oft angekreuzt oder auch durchgestrichen wurde. Hätte man doch machen können! Es muß ja nicht gleich ein Wahllokal sein, man hätte das anhand von Beispielen in Form von Umfragen unter Zeitungslesern machen können, natürlich mit dem Anspruch, daß ein Meinungsbild erhoben wird unter denen, die sich ernsthaft zu der Sache äußern möchten. Monat um Monat, Jahr um Jahr war Gelegenheit dazu, das Volk zu befragen – und sich danach zu richten. Aber dazu ist eben in der Bundesrepublik kein Platz. Stattdessen nun diese lächerlichen "Untersuchungen" im Rechtschreibrat. Sie sollten sich alle schämen, die bei dem verlogenen Theater mitwirken, dem ungeliebten Zwangssystem einen demokratischen Anstrich zu verpassen. Widerlich.
 
 

Kommentar von Manfred Riemer, verfaßt am 20.07.2009 um 23.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14801

Na ja, Durchstreichen statt Ankreuzen, das klingt ähnlich, nur so war es leider nicht. Aber weiter möchte ich das hier nicht vertiefen, denn mit dem, was Sie zur RSR schreiben, haben Sie natürlich völlig recht, lieber Herr Wrase.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2009 um 05.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14803

In Diktaturen wird zum Schein gewählt, und es ist nicht unüblich, daß die "Hausgemeinschaft" sozusagen geschlossen zur Wahl geführt wird - vom Haus- oder Blockwart, je nachdem. Die Wahlkabine zu benutzen ist wenig ratsam, man macht sich verdächtig. Das beginnt aber schon früher: wer nicht zur Wahl geht, macht sich ebenfalls verdächtig. Das ist der Grund, warum es in manchen Staaten, die nicht weniger demokratisch sind als Deutschland, eine Wahlpflicht gibt (z. B. in Belgien). Dort ist dann eben aus der Teilnahme an der Wahl keine Schlußfolgerung möglich. Darum muß auch bei uns die Wahlkabine benutzt werden. Dafür hat Habermas anscheinend gar keinen Sinn, der in seinem schlimmen Aufsatz „Die öffentliche Stimme der Religion – Säkularer Staat und Glaubenspluralismus“ (Blätter für deutsche und internationale Politik: Analysen und Alternativen 12/2007:1441-1446) schreibt: „Ob man an politischen Wahlen teilnimmt, muss der Entscheidung jedes Einzelnen überlassen bleiben.“
In meinem Dorf habe ich jahrelang als Wahlhelfer gearbeitet. Ich weiß, was man dabei alles über seine Mitbürger erfährt. Man darf es nicht weitersagen, natürlich nicht, aber es ist gar nicht anders möglich, als daß viele vieles über viele wissen.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.07.2009 um 07.07 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14807

Darf ich naiv fragen, warum man als Wahlhelfer "vieles" über viele erfährt? Wer wie wählt, kann damit ja nicht gemeint sein, denn das ist jeweils eine minimale Information. Und daß der Wähler X auf das Papier schreibt: "Meine Frau ist so naiv, sie wählt die Pauli, dieses freche Huhn!", ist auch nicht der Normalfall. Die meisten Stimmzettel sind ja gültig. Diskutieren die Wähler über Politik, wenn sie sich im Lokal begegnen? Ich nehme an, es ist ein Stimmungsbild gemeint, das von Familien und Sippen entsteht, wenn man synoptisch erkennt, wer wie abgestimmt hat; die zugehörigen Auseinandersetzungen oder auch Schweigemauern kann man sich dann hinzudenken.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2009 um 09.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14808

Wer wie wählt, erfährt man gerade nicht, das ist ja selbstverständlich. Aber der Wahlhelfer bekommt eben nicht nur den Wahlschein zu Gesicht, sondern das Wählerverzeichnis mit persönlichen Daten bzw. bei der Briefwahl den entsprechenden Zettel, von dessen korrekter Ausfüllung er sich ja überzeugen muß. Ich weiß also von meinen Nachbarn, wie alt sie sind, ob sie gemeinsam wählen, ob sie persönlich erscheinen oder Briefwahl bevorzugen und was sie mit den Wahlunterlagen sonst noch anstellen (komische Vögel gibt es da!). Das geht eigentlich keinen was an, aber wir Ehrenamtlichen kriegen es eben doch mit. Ich darf darüber nicht einmal mit meiner Frau sprechen.

(Wenn ich es darauf anlegen würde, könnte ich sogar sehr leicht herausbekommen, wie eine bestimmte Person gewählt hat, denn nichts ist für einen Briefwahlhelfer einfacher, als den Wahlumschlag, bevor er in die Urne geworfen wird, unauffällig zu markieren.)
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 21.07.2009 um 11.54 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14814

Nach der Wahl kann anhand der Häkchen in den Wählerlisten genau festgestellt werden, wer nicht zur Wahl gegangen und auch nicht briefgewählt hat. Wer vermeiden will, auf diese einfache Weise als angeblich schlechter Demokrat bekannt zu werden, sollte zur Wahl gehen oder briefwählen, aber mangels geeigneter Parteien oder Kandidaten einen leeren oder durchgestrichenen Wahlzettel einwerfen. Wenn das ganz viele machen, müssen sich die Wahlausdeuter dafür einen anderen Namen außer "Nichtwähler" einfallen lassen.
 
 

Kommentar von Wolfgang Wrase, verfaßt am 21.07.2009 um 12.46 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14815

Huch, was hatte ich denn da geschrieben? Ich war so beeindruckt von Professor Icklers Mitteilung, daß bei einer Wahl "viele vieles über viele wissen", daß es mein Gehirn sofort damit übersetzte, das Abstimmungsverhalten sei wohl das mindeste, was diese eingeweihten Wahlhelfer zu erkennen bekommen. Das kommt davon, wenn man einem absolut vertrauenswürdigen Tagebuchschreiber vertraut ... Ich müßte wohl mal wieder wählen gehen, damit ich nicht mehr so einen Unsinn schreibe. Aber seit der Rechtschreibreform ist es mir endgültig vergangen. Ich stimme doch nicht für eine Bande von Heuchlern, die das ihnen anvertraute Volk am laufenden Band verarschen, um es mal in ungefährer Nachahmung des wackeren Doktor Martin Luther auszudrücken.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.07.2009 um 12.59 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14816

Zum Vorschlag von "Germanist" noch eine Ergänzung: solange es Nichtwähler gibt, wäre es richtig, die Wahlkampfkostenerstattung nicht proportional auf die Zahl der Wahlberechtigten zu gründen, sondern auf die der tatsächlichen Wahlteilnehmer. Zur Zeit ist es doch so, daß selbst bei einer Wahlbeteiligung von fünf Personen in ganz Deutschland Hunderte von Millionen in die Kassen der Parteien geschaufelt werden. Ich weiß aus eigener frohlockender Erfahrung, daß viel mehr übrigbleibt, als tatsächlich in den Wahlkampf gesteckt wurde. Es ist eine der zahlreichen versteckten Methoden der Parteienfinanzierung.
Mein Vorschlag ist nicht originell, er würde die Parteien zwingen, sich mehr Mühe zu geben, aber er wird nie rechtskräftig werden, weil er nicht ins System der Selbstbedienung paßt (vgl. die Arbeiten Hans Herbert von Arnims).
 
 

Kommentar von Urs Bärlein, verfaßt am 21.07.2009 um 19.26 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14817

Soweit ich orientiert bin, ist die staatliche Finanzierung der Parteien nicht zuletzt von der absoluten Zahl der auf sie bei Wahlen entfallenen Stimmen abhängig. Andernfalls wäre auch die Forderung eines SPD-Politikers jüngst, eine Wahlpflicht einzuführen, kaum zu erklären.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 22.07.2009 um 04.30 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#14818

Da habe ich mich wohl falsch erinnert, was die Bezugsgröße betrifft, hätte nachsehen sollen. Jedenfalls bekommen die Parteien mehr, als sie für den Wahlkampf ausgeben, das steht fest.
 
 

Kommentar von Corinna Vogedes, verfaßt am 13.03.2010 um 20.55 Uhr   Mail an
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#15834

Der Rat für deutsche Rechtschreibung schreibt: "Allgemein wird dafür gehalten [...]" – wird vom Rat nun gar etwas 'dafür gehalten', was es gar nicht ist? Oder war hier nicht doch eher 'dafürgehalten' gemeint? Ein Fauxpas, der der Intention des Rates, semantischen Differenzierungen in der GZS wieder größere Bedeutung beizumessen, zuwiderläuft.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 13.03.2010 um 21.39 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#15835

Die Protokollführende verfolgt dieses Ziel eben nicht. – Der Fall ist ganz interessant, die Getrenntschreibung zählt zu jenen, die der erste Reformduden (1996) noch gar nicht kannte.
 
 

Kommentar von Christian Dörner, verfaßt am 15.03.2010 um 17.03 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#15837

Der genannte Fall ist sogar noch interessanter, wenn man bedenkt, daß der Rat die erst in der 22. Auflage des Dudens (2000) eingeführte Getrenntschreibung bei dafür halten wieder abgeschafft hat – zumindest wenn man die Interpretation des aktuellen Dudens zugrunde legt. Aus unerfindlichen Gründen soll die neue Wahlfreiheit bei dafürkönnen/dafür können jedoch erhalten bleiben (auch laut Wahrig so), während das ÖWB in all diesen Fällen nur noch die Zusammenschreibung vorsieht und man nach Wahrig nur ein Foto dagegen halten dürfen soll, aber der Duden nur noch ein Foto dagegenhalten (in der 24. Auflage [2006] rot markiert) zulassen möchte.
 
 

Kommentar von Klaus Achenbach, verfaßt am 17.03.2010 um 06.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#15850

Ich verstehe die Diskussion über dafür halten/dafürhalten nicht so recht. An diesen Schreibungen hat sich doch gar nichts geändert. Die Amtlichen Regeln von 1996, 2004 und 2006 stimmen untereinander und mit der alten Dudenregelung im Ergebnis überein. Ob das die reformierten Wörterbücher immer richtig wiedergegeben haben, ist natürlich eine andere Frage.

Danach ist die Getrenntschreibung in der zitierten Passage des Rats – reformiert oder nicht – natürlich "falsch". Ich bezweifle allerdings, daß diese Regel die Schreibintuition vollkommen wiedergibt. In dem zitierten Beispiel verweist das dafür auf den nachfolgenden daß-Satz. Je nachdem, ob man den Zusammenhang zwischen dafür und halten oder zwischen dafür und daß stärker empfindet, erscheinen mir beide Schreibungen möglich.

Zu dafür können/dafürkönnen äußern sich weder mein alter Duden (1961) noch die Amtlichen Regeln. Ich würde eher zur Getrenntschreibung neigen.

Bei dagegen halten/dagegenhalten hat sich tatsächlich eine Änderung ergeben. Bemerkenswerterweise stimmen alter Duden und die Regeln von 1996 und 2004 überein, indem sie einen Bedeutungsunterschied zwischen dagegen halten und dagegenhalten sehen. Die Regeln von 2006 kennen nur noch die Zusammenschreibung dagegenhalten. In der Bedeutung widerstehen würde ich zusammenschreiben, in der anderen Bedeutung halte ich beide Schreibungen für möglich.

Der Ickler ordnet alle drei Fälle unter "fakultative Zusammenschreibung" ein.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 20.09.2013 um 16.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24070

„Kesse Nicht-Wählerin löst Fassungslosigkeit aus“ (Welt online 20.9.13)

Auch der Bericht der „Welt“ darüber, daß in einer Talkrunde eine junge Frau auf ihrem Recht beharrte, nicht zur Wahl zu gehen, hackt auf ihr herum, als sei sie entweder dumm oder schlecht.

Wer nicht an der Wahl teilnimmt, will vielleicht den Parteien keine Legitimation bescheinigen; das ist jedermanns gutes Recht. Ich kann ja auch nicht nur zwischen den Fernsehprogrammen wählen, sondern auch zwischen Fernsehen und Nichtfernsehen.

Auch Gauck und andere üben einen gewissen moralischen Druck aus, an der Wahl teilzunehmen. Auch das ist verständlich, denn, wie gesagt, die Teilnahme an sich verleiht der Politikerklasse Legitimation.

Es gibt natürlich, entgegen gewissen Tendenzen in besagter Sendung (die ich nicht gesehen habe), auch keine Verpflichtung, eine eigene Partei zu gründen, wenn einem die vorhandenen nicht passen.

Besonders kurios ist, daß ein Drittel der Bürger ohnehin nicht wählen geht, aber wenn einer von ihnen öffentlich sagt, er gehe nicht wählen, fällt man mit Getöse ("Fassungslosigkeit") über ihn her. Da stimmt doch etwas nicht.

(Ich selbst habe, um das auch noch klarzustellen, bisher an jeder Wahl teilgenommen.)
 
 

Kommentar von Horst Ludwig, verfaßt am 20.09.2013 um 17.51 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24072

Zu "Auch Gauck und andere üben einen gewissen moralischen Druck aus, an der Wahl teilzunehmen. Auch das ist verständlich, denn, wie gesagt, die Teilnahme an sich verleiht der Politikerklasse Legitimation":
Letzteres ist leider auch der Fall. Aber Demokratie, wie wir sie lt. Verfassung/Grundgesetz haben sollten, ist eben eine sehr fragile Regierungsform, und zu deren Stütze ist die Wahlbeteiligung des Volkes ("We, the People") genauso eine Karyatide wie lesen können und am Fernsehen den Rednern ins Gesicht zu schauen, damit man zur Wahl informiert ist. Alles ganz schön vage, richtig, aber trotzdem ein unabdingbarer Teil unserer Lebenart. —
"Besonders kurios ist, daß ein Drittel der Bürger ohnehin nicht wählen geht, aber wenn einer von ihnen öffentlich sagt, er gehe nicht wählen, fällt man mit Getöse ("Fassungslosigkeit") über ihn her. Da stimmt doch etwas nicht." — Auch richtig, da stimmt was nicht. Aber in dem Fall wird das, was ich eben gesagt habe, eben etwas konkreter, — und da kann man dann als hundert Gerechte auf den einen empört loslegen, und das tut man denn auch, weil man ja was irgendwie sowieso Gefühltes zu sagen hat, dem deshalb keiner widersprechen dürfte/sollte/könnte. Und Geld gibt's für jede Zeile, die gedruckt wird. Diese Journalistenhunde (um "cynisch" mal mäckie-messerisch auf deutsch zu sagen)! Von wegen "Vierte Gewalt" in unserer Demokratie! Verständlich, daß da wer auch mal einfach auf seinem Recht besteht, soweit wie möglich in Ruhe gelassen zu werden.
Ich wähle hier übrigens auch immer, z. B. zwischen meinem Nachbarn (5 km weg!), der mich mit seinem Trecker im Winter freundlich aus dem Straßengraben zieht, und meinem Kollegen in der Politikwissenschaft-Abteilung, der rein akademisch was von der Allgemeinheit versteht.
 
 

Kommentar von Argonaftis, verfaßt am 20.09.2013 um 18.32 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24073

Ich halte es die beste Art, "Nichtwähler" zu sein damit zum Ausdruck zu bringen, zwar zur Wahl zu gehen, den Stimmzettel aber durchzustreichen, wenn mir keine der angebotenen Parteien paßt.

An die Redaktion
Im obigen Text wird durch das "Rechtschreibprogramm" paßt rot unterkringelt. Sind wir hier nicht in einem Forum für ordentliche deutsche Rechtschreibung?

(Das liegt an Ihrem Rechtschreibprogramm, denn wir haben auf das, was Ihr Rechner bzw. Ihr Browser für unterkringelungswürdig hält, keinen Einfluß. – Red.)
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 20.09.2013 um 20.20 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24074

Wenn man sich so umhört und umsieht, gewinnt man den Eindruck, daß ziemlich viele Leute der Meinung sind, diesmal etwas ankreuzen zu können.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.09.2013 um 04.35 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24076

Sehr oft hört man auch sowohl von Politikern als Journalisten: Wer nicht wählt, hat hinterher auch kein Recht zu meckern. – Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird hier inoffiziell gleichsam von einer Bonitätsprüfung abhängig gemacht: Bist du auch zur Wahl gegangen?

Leider leuchtet diese illiberale Konstruktion vielen Leuten ein. Immer wieder dieser Drang, das Recht der Bürger von Bedingungen abhängig zu machen. Für mich hat es etwas Geducktes, es erinnert an vor- und nichtdemokratische Zeiten (Herkunft, Rasse, Religion ...).
 
 

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 21.09.2013 um 10.40 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24079

Wer Parteien die Legitimation vorenthalten will, sollte das (wie etwa Argonaftis) zum Ausdruck bringen, statt sich zur Masse der Nichtwähler zu schagen, die ihre dumpfe Politikverdrossenheit am Ende noch für ein Zeichen besonders wachen Demokratiebewußtseins halten. Wer das Lenkrad nicht anfaßt, ist weder ein guter Fahrer, noch ist er sonderlich berufen zu meckern, wenn ihm dann die Richtung nicht paßt.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.09.2013 um 11.49 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24080

Ich habe die Motive der Nichtwähler nicht untersucht und weiß nicht, ob das mit der Dumpfheit zutrifft und ob sie sich ("am Ende") für besonders wache Demokraten halten.

Beim Auszählen der Stimmen bin ich natürlich auch auf Durchstreichungen und andere, z. T. recht wüste Meinungskundgaben gestoßen (sie machen allesamt die Stimme ungültig). Eine besonders hohe Meinung kann ich danach von diesen Nicht-Nichtwählern nicht haben, aber bitte schön, jeder nach seinem Geschmack! Die Motive des Wählens und Nichtwählens gehen niemanden etwas an.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 21.09.2013 um 16.45 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24081

Im Hamburger Abendblatt sprüht ein Journalist Matthias Iken Gift und Galle gegen die Nichtwähler, besonders einige Prominente unter ihnen. Er kennt deren miese Motive natürlich ganz genau, spricht von einer "moralischen Pflicht" zur Teilnahme und denkt wehmütig an Zeiten zurück, als die Wahl noch das "Hochamt der Demokratie" war. "Konstruktive Kritik" sei gefragt, nicht Abseitsstehen und Meckern. (Fast erwartet man die Forderung, destruktive oder zersetzende Kritik zu verbieten.) Seltsame Sprache das Ganze, ich frage mich, woher die Gehässigkeit kommt.
Übrigens nehmen in den USA nur wenig mehr als die Hälfte der Bürger an den Wahlen teil. In England und anderen Demokratien ist die Wahlbeteiligung nicht höher als bei uns, oft niedriger. Warum kann man sich damit nicht abfinden, welcher Schaden entsteht denn überhaupt?
 
 

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 21.09.2013 um 18.25 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24083

Matthias Iken beschreibt treffend eine dumme Zeitströmung, finde ich. Seine persönlichen "Gehässigkeits"-Gründe kenne ich nicht. Mein eigener Unmut rührt daher, daß ich so oft von so vielen Seiten gehört habe: "Hat gar keinen Zweck zu wählen, die da oben sind doch allesamt unglaubwürdige Gangster und Versager, die lügen alle wie gedruckt und machen sowieso, was sie wollen." Ist den Leuten der Zusammenhang nicht klar? Seit Jahren verlieren die Parteien Mitglieder, immer weniger Menschen sind bereit, sich für öffentliche Aufgaben zu engagieren und sich die Mühe zu machen, Einfluß zu nehmen. Da haben verwegene Trendsurfer wie Moritz Bleibtreu und David Precht gerade noch gefehlt. Am Ende (womöglich) liegt der ganzen Entrüstung, der Larmoyanz und dem "Protest" nichts anderes zugrunde als der enttäuschte Anspruch auf mühelosen Demokratiekonsum.
 
 

Kommentar von R. M., verfaßt am 21.09.2013 um 18.53 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24084

Um die Argumentation der Nichtwahlgegner zu überprüfen, genügt ein Blick in die Länder, welche die sogenannte Wahlpflicht kennen: z. B. Italien, Belgien und Mexiko. Alles vorbildhafte Demokratien?
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 21.09.2013 um 19.15 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24085

Das Kreter-Paradoxon gilt auch für Abgeordnete.
 
 

Kommentar von Erich Virch, verfaßt am 21.09.2013 um 19.29 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24086

Wenn das genügen soll, muß man demokratischem Engagement und Wahlpflicht schon Gleichwertigkeit unterstellen.
 
 

Kommentar von Glasreiniger, verfaßt am 21.09.2013 um 19.55 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24087

Nichtwählen ist fast so schlimm wie die deformierte Rechtschreibung zu verweigern. Der Geßlerhut muß gegrüßt werden.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 11.11.2013 um 14.37 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24364

Frau Güthert bestätigt auf Anfrage, daß Eisenberg dem Rechtschreibrat nicht mehr angehört. Ein Nachfolger sei noch nicht bestimmt, daher in der aktualisierten Mitgliederlist ein "N.N." eingetragen (was ich allerdings so nicht finde, bei mir erscheint immer noch Peter Eisenberg).
 
 

Kommentar von Jan-Martin Wagner, verfaßt am 11.11.2013 um 20.44 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24367

Die Mitgliederliste mit der Angabe "Stand: November 2013" enthält den Eintrag "Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung – N. N." (an vierter Stelle). Haben Sie evtl. eine veraltete Liste vor sich?
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 12.11.2013 um 04.57 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24368

Bis gestern nachmittag war für mich unter derselben Adresse nur die Liste vom Februar zu finden, jetzt erscheint die geänderte vom November.
 
 

Kommentar von Chr. Schaefer, verfaßt am 12.11.2013 um 07.16 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#24371

Nachdem Herr Eisenberg den Rat verlassen hat, kann man wohl jede Hoffnung auf eine Verbesserung fahren lassen, es sei denn, die Kultusminister und der Vorsitzende werden sich der Tatsache bewußt, daß ihr Retter nicht mehr zur Verfügung steht.
 
 

Kommentar von Theodor Ickler, verfaßt am 08.11.2017 um 05.52 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#36906

Übermorgen tagt der Rechtschreibrat wieder.

Eigentlich hätte er längst abgeschafft werden müssen, aber das geht nicht. Die Reform war ja an die Abschaffung des Dudenprivilegs gekoppelt. Ein solches wiederherzustellen ist psychologisch und taktisch nicht möglich. (Es wäre wohl nach der Zerschlagung ein Bertelsmannprivileg.) Die deutsche Rechtschreibung dem Schreibvolk selbst zu überlassen ist von den Kultusministerien nie erwogen worden, und das Bundesverfassungsgericht hat die staatliche Fürsorgepflicht für die Sprache bekräftigt. Irgendeine Instanz muß also wenigstens pro forma existieren, auch wenn sie nichts als Kasperletheater treibt.
Schwer zu verstehen ist allerdings, daß sich jemand dafür hergibt.
 
 

Kommentar von Germanist, verfaßt am 08.11.2017 um 14.41 Uhr  
Adresse: http://www.sprachforschung.org/ickler/index.php?show=news&id=1193#36910

Die Rechtschreibreform hat das Lügen gesellschaftsfähig gemacht. Dazu paßt Erich Mühsams Spruch: Sich fügen heißt lügen.
 
 

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